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Superabgabe füllt Brüsseler Kassen

von , am
17.04.2015

Das letzte Jahr der Milchquotenregelung wird für die Europäische Union zur „Cash Cow“. Das zeigt sich mit jeder weiteren vorläufigen Abrechnung der Milchanlieferung 2014/15 durch die zuständigen Organisationen in den Mitgliedstaaten.

Allein Österreich wird für die Überlieferung der nationalen Referenzmenge zwischen April 2014 und März 2015 um 168.024 Tonnen oder 5,8 Prozent eine Superabgabe von voraussichtlich 46,76 Millionen Euro an die EU abführen müssen. Das geht aus noch vorläufigen Zahlen der Agrar Markt Austria (AMA) hervor. Damit wäre die Strafzahlung die höchste seit dem Beitritt Österreichs zur EU. Die endgültige Abrechnung je Lieferant will die AMA in der zweiten Junihälfte 2015 veröffentlichen.
 
In den Niederlanden deuten die jüngsten Zahlen des nationalen Unternehmerbüros (RVO) auf eine Quotenüberlieferung von 486.000 Tonnen hin. Damit müssten auch die niederländischen Milchviehhalter im letzten Jahr der Quotierung eine neue Rekordsumme nach Brüssel überweisen, und zwar rund 135 Millionen Euro. Für Polen laufen Schätzungen auf einen Betrag von 160 Millionen Euro hinaus. Irland dürfte mit 75 Millionen Euro dabei sein.
 
Den höchsten Einzelbetrag werden aber die deutschen Milcherzeuger aufbringen müssen mit wahrscheinlich über 300 Millionen Euro. Das zuständige Hauptzollamt Hamburg-Jonas erstellt die Abrechnung bis zum 30. Juni. Insgesamt dürfte etwa ein Dutzend der 28 Mitgliedstaaten für das letzte Jahr der Milchmengenquotierung eine Strafe für die Überlieferung ihrer nationalen Referenzmengen nach Brüssel abführen müssen in der Größenordnung von insgesamt rund 750 Millionen Euro.
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