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Syngenta: Starker Fokus auf Getreide

von , am
10.03.2015

Anlässlich der alljährlichen Pressekonferenz stellte Syngenta-Geschäftsführer Dr. Manfred Hudetz die neuen Ziele des Unternehmens vor. Das Pflanzenschutz- und Saatgutunternehmen will seine Position mit zwei neuen Wirkstoffen, weiteren neuen Produkten und einer Konzentration auf die Getreidezüchtung ausbauen.

© Dagmar Gärtner/Fotolia
Von den beiden Wirkstoffen Solatenol und Sedaxane verspricht sich Hudetz mittelfristig potente Lösungen gegen Pilzinfektionen mittels Saatschutz oder Blattbehandlungen. Mit dem vergangenen Jahr zeigte sich Hudetz im Wesentlichen zufrieden. Das seit 2012 laufende Effizienzsteigerungsprogramm, das auch die Integration aller Geschäftsbereiche beinhalte, sei "nicht fertig, aber auf einem guten Weg". Im weltweiten Geschäft setzte die Markteinführung des neuen Soja-Fungizides Elatus eine Bestmarke im Unternehmen. Die Region EAME (Europa, Afrika, Naher Osten) entpuppte sich als größter Wachstumsmotor. Auch mit den Umsatzzahlen in Deutschland zeigte sich der Geschäftsführer zufrieden.

Für die anstehende Saison nannte die Leiterin des Kundenmarketings Dr. Heike Köhler neue Wachstumsregler und Sorten als Highlights. Mit dem neuen Moddus Start und einer Optimierung des Wachstumsreglereinsatzes im Getreide sollen die Anwender positive Effekte auf die Getreidewurzeln ausüben. So erhalte man beides: Eine stabile Grundlage und kräftige, kompakte Bestände. Bei Hybridgerste seien interessante Kandidaten zu erwarten, die einen beständigen Züchtungsfortschritt liefern. Das aktuelle Kernangebot mit Galation, Wootan und Trooper habe im guten Gerstenjahr 2014 ein zusätzliches Ertragsplus von im Schnitt 6 dt/ha im Vergleich zu den besten Liniensorten geliefert. Mit Mercurioo und Pharaoo stehen zwei neue Sorten in den Startlöchern. Vier neue Maissorten und auch die neue Rapshybride Medea konnte Köhler vermelden.
 
Insgesamt konstatiert sie nach den guten Erträgen im Vorjahr und dank anziehender Preise eine leicht aufgehellte Stimmung in den Ackerbaubetrieben. In Abhängigkeit von der Witterung erwartet sie eine überdurchschnittliche Intensität im Pflanzenschutz. Bei den Milchproduzenten könnte wegen der auslaufenden Quote Verunsicherung entstehen. Die Wirtschaftlichkeit rücke weiter in den Vordergrund - was nicht zuletzt bedeutet, dass die Grundfutterleistung aus dem Mais stärker an Bedeutung gewinnt.

Kurz vor der Markteinführung

Geschäftsführer Dr. Manfred Hudetz stellt die Ziele des Unternehmens vor. © Hahn
Die von Hudetz bereits erwähnten zwei neuen Wirkstoffe stellte Technikleiter Dr. Michael Käsbohrer näher vor. Weltweit befinden sich mehrere Fungizid- und Herbizidwirkstoffe sowie biologische Lösungen in der letzten Entwicklungsphase. Für Deutschland befinden sich die beiden Fungizidwirkstoffe Solatenol und Sedaxane in der Phase der Markteinführung. Solatenol wurde bereits in mehreren Ländern Nord- und Südamerikas erfolgreich in Getreide, Soja, Mais und Zuckerrohr eingeführt. Es verfüge über ein hohes Wirkungspotenzial, eine große Breite von Kulturen und sei vom Leistungsspektrum her als neue Generation der Carboxamide einzuordnen.
 
Sedaxane, ein Wirkstoff ausschließlich für den Saatschutz, verfügt laut Käsbohrer über ein komplettes Wirkungsspektrum mit besonderen Stärken gegen Rhizoctonia und Schneeschimmel. Besondere Aufmerksamkeit legte das Unternehmen auf die Getreidezüchtung - und dass schon mit der Wahl des neuen Syngenta-Standorts Hadmersleben als Veranstaltungsort.
 

Den Züchtungsfortschritt beschleunigen

Weizenzüchter Dr. Ebrahim Kazman erklärt in der Kältekammer die technischen Abläufe in der Weizenzüchtung. © Hahn
Im aktuellen Sortenangebot finden sich sechs Neuzulassungen bei Weizen, Triticale, Braugerste und Hybridgerste. Eins der wichtigsten Projekte sei die Züchtung von Hybridweizen, erklärte Weizenzüchter Dr. Ebrahim Kazman. "Wenn der Weizen seine weltweite Rolle als Brotpflanze spielen und beibehalten soll, müssen wir den Züchtungsfortschritt beschleunigen", betonte er. Dieser müsse aber auch auf dem Acker landen - weswegen ein steigender Saatgutwechsel so wichtig sei. Angesichts seines komplizierten Genoms ist Weizen züchterisch allerdings schwierig zu bearbeiten. Mit modernen Züchtungstechnologien - markergestützter Züchtung und Doppel-Haploid-Technik - versuchen die Züchter mehrere Generationen pro Jahr zu erzeugen und die Züchtung zu beschleunigen. Die Wissenschaftler wissen sich dabei in guter Gesellschaft: Unweit der Zuchtstation, im Kloster Hadmersleben, hat der berühmte Züchter Ferdinand Heine bereits um die Wende zum 20. Jahrhundert sehr erfolgreich Weizen gezüchtet.
 
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