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Wald-Schutzkalkung wieder förderfähig

von , am
03.09.2015

Die Bodenschutzkalkung im Wald wird wieder aus der Gemeinschaftsaufgabe Agrarstruktur (GAK) gefördert. Darauf hat die Düngekalk-Hauptgemeinschaft (DHG) jetzt hingewiesen.

© DHG
Mit der Genehmigung des GAK-Rahmenplans für die Förderperiode 2015 bis 2020 durch die Europäische Kommission stehen wieder öffentliche Mittel für die Kalkungen zur Verfügung. Die DHG empfiehlt, interessierte Betriebe und Waldbesitzer sollten sich möglichst umgehend von den zuständigen Behörden beraten lassen und Förderanträge stellen. Geschäftsführer Dr. Reinhard Müller erläuterte: "Die Erhaltung beziehungsweise Wiederherstellung der Filter-, Puffer- und Speicherfunktionen der Waldböden und damit die Sicherung der Stabilität des Waldes ist auf vielen Waldstandorten erforderlich, da sie durch Bodenversauerung beeinträchtigt ist. Bei Trockenperioden und Stürmen führt die Anfälligkeit und Instabilität oft zu erheblichen Schäden. Dem sollte vorgebeugt werden."

Voraussetzungen

Nach Angaben der DHG ist die Bodenschutzkalkung förderfähig, wenn dadurch eine strukturelle Verbesserung der Bodenstreu, des Bodens oder des Nährstoffhaushaltes und damit eine Verbesserung der Bestandsstabilität und -vitalität erwartet werden können. Die Höhe der Zuwendung für Waldkalkungen beträgt bis zu 90 Prozent der nachgewiesenen Kosten. Bei privaten Waldbesitzern können bis zu 100 Prozent der Kosten übernommen werden, wenn sie in dem jeweiligen Kalkungsgebiet nicht mehr als 30 ha Waldfläche besitzen.
 
Die Förderung wird nur auf schriftlichen Antrag gewährt. Geförderte Waldkalkungen können erst durchgeführt werden, wenn von der Bewilligungsstelle ein positiver schriftlicher Bescheid vorliegt. Als Maßnahmenbeginn zählt grundsätzlich der Zeitpunkt, wenn der Antragsteller einen Liefer- und Leistungsvertrag (Auftragsvergabe) abgeschlossen hat. Dagegen zählt das Einholen von Angeboten noch nicht als Maßnahmenbeginn. Eine Waldkalkung auf Flächen, die bereits gekalkt wurden, ist erst nach zehn Jahren erneut förderfähig.

Fördermöglichkeiten

Die Förderprogramme und -richtlinien der Bundesländer für die Forstwirtschaft unterscheiden sich in einigen Details voneinander, so auch bei den Bedingungen für die Waldkalkungen. Müller: "In Bayern zum Beispiel wird die Kalkungskulisse in rote und grüne Gebiete eingeteilt. In den roten Gebieten ist eine Kalkung grundsätzlich förderfähig, in den grünen nur in begründeten Ausnahmefällen." Müller rät daher, sich in einem ersten Schritt bei den jeweiligen Bewilligungsbehörden kundig zu machen und sich auf den Webseiten dieser Institutionen zu informieren. Eine Übersicht über die Bedingungen in den einzelnen Bundesländern stellt die DHG auf ihrer Internetseite zur Verfügung.
 
 
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