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AT-Fachbeiträge

"Auf alles vorbereitet" aus der AGRARTECHNIK 07/2014

von , am
04.07.2014

Ein vielseitiges Angebot für Ausbringung, Einarbeitung und Transport der Gülle, liefert das Familienunternehmen Kotte. Vor allem die Nachfrage in Richtung ­direkter Gülleeinarbeitung zieht an.

{BILD:612824:jpg}Große Produktvielfalt, und starke Kundenorientierung – dafür ist die Marke garant aus dem norddeutschen Rieste in der Gülletechnikbranche bekannt. Das Familienunternehmen, geleitet in der vierten Generation von Dr. Stefan Kotte, gliedert sich in drei Teile: Kotte Landtechnik handelt mit Schleppern der Marke Case IH, Bodenbearbeitungs- und Sätechnik von Vogel & Noot, Spritztechnik von Hardi, Mulchgeräte von Berti, Maislegetechnik von Monosem sowie mit Produkten von SIP. Der Landmaschinengroßhandel der Firma Kotte vertreibt in den Regionen Niedersachsen und Westfalen exklusiv die Marken SIP, Berti, garant, Hatzenbichler, Düvelsdorf und He-Va.
garant Kotte produziert und vertreibt die Gülle- und Bodenbearbeitungstechnik. Dieser Bereich umfasst auch den größten Teil der Mitarbeiter, rund 80 an der Zahl. Um die Organisation transparenter zu gestalten, soll das Unternehmen künftig als Gruppe gestaltet werden. In den vergangenen Jahren ist das Unternehmen stark gewachsen, was sowohl in der Zahl der Mitarbeiter, mittlerweile sind es rund 100, als auch in der Zahl der jährlich gebauten Fässer, rund 670, deutlich wird. „Mit dieser gebauten Stückzahl sind wir Marktführer in Deutschland“, stellt Carolin Baumeister, Marketing Managerin bei der Josef Kotte Landtechnik GmbH & C. KG, fest. Der Umsatz konnte in 2013 auf rund 43 Millionen Euro gesteigert werden. „Und der Auftragseingang in den ersten Monaten des laufenden Jahres ist weiter gestiegen“, berichtet Carolin Baumeister, „sowohl im Bereich der Transport- als auch bei den Ausbringfässern. Es zeichnet sich vor allem eine deutliche {BILD:612825:jpg}Tendenz zu mehr Einarbeitungs- beziehungsweise Injektionstechnik ab. Mit einem Voranschreiten dieser Entwicklung ist auch in nächster Zeit weiter zu rechnen.“
Dieser Trend wird von der Politik unterstützt. So wird es in Niedersachsen und Bremen für emissionsarme Gülledüngung eine Förderung von 25 Euro je ausgebrachtem Kubikmeter geben, jedoch nicht mehr als 40 Euro je Hektar LN. Die Förderung beinhaltet die Ausbringung direkt in den Boden oder mittels Schleppschuhverteiler in stehende Bestände.{BILD:612826:jpg}
 

Individuelle Lösungen

{BILD:612830:jpg}{BILD:612832:jpg}„Aufgrund wachsender Tierbestände sowie der großen Zahl an Biogasanlagen ist eine höhere Leistungsfähigkeit der Ausbringtechnik erforderlich“, bemerkt Carolin Baumeister. „Zudem ist umweltfreundlichere Technik gefragt, da sich die gesetzlichen Auflagen verschärfen werden. Ebenfalls besonders wichtig bei der Ausbringtechnik ist aber auch die Akzeptanz der Bevölkerung. All diese Faktoren beeinflussen den auch schon in den vergangenen Monaten zu beobachtenden Trend zur bodennahen Gülleausbringung. Die Fertigungstiefe bei Kotte ist gering. Es wird alles im Haus entwickelt, die Fertigung dann aber Partnerbetrieben übergeben. In den Hallen findet dann die Endmontage der Komponenten statt. So kommen die Stahlfässer beispielsweise von Jasper, die Achsen von BPW, die Pumpen von Börger oder Vogelsang und die Vakuumkompressoren von Jurop. „Der Kunde sagt uns, welche Anforderungen er an sein Güllefass hat und unsere Konstrukteure berücksichtigen diese Wünsche“, erläutert die Marketing Managerin. „Um die individuellen Bedürfnisse unserer Kunden maßgeschneidert zu erfüllen, müssen wir vorab eine gute Beratung liefern.“
{BILD:612829:jpg}Eine gute Nachfrage gibt es zurzeit für 18,5 und 20 Kubikmeter-Tandemfässer. Diese sind komplett ausgerüstet beispielsweise mit Reifendruckregelanlagen und Durchflussmessern und werden mit Einarbeitungstechnik ausgestattet. „Auch die Frontansaugrüssel werden immer beliebter“, stellt Carolin Baumeister fest. „Sie steigern die Schlagkraft erheblich.“
Hauptmärkte für die Produkte sind Deutschland, Österreich, die Schweiz, Tschechien und Polen. Erklärtes Ziel ist es, den Export noch weiter auszubauen.
 

Sensoren und Datenmanagement

Transportfässer, Aufbauten für den Xerion und StripTill bietet Kotte aus einer Hand.
Der Bereich Elektronik und Sensorik nimmt in der Gülleausbringung einen immer breiteren Raum ein. Bei der Durchflussüberwachung der einzelnen Ausbringschläuche setzt Kotte auf akustische Sensoren, die nicht im Güllestrom sitzen, sondern außen an den Rohrleitungen. Für dieses Diagnosesystem, genannt FlowCheck, erhielt Kotte auf der vergangenen Agritechnica sogar eine Silbermedaille. Mit „SmartControl for iPad“ bietet Kotte ein neues Datenmanagementsystem an. Es ist intuitiv bedienbar und dokumentiert automatisch alle Daten des Güllewagens. Vom iPad werden die Daten drahtlos und in Echtzeit zum farmpilot-Server übermittelt (optional). Aufträge lassen sich einfach anlegen und ändern. Bei der Nutzung von farmpilot kann der Disponent alle Aufträge online an das iPad senden. Der Fahrer muss nur noch einen Auftrag wählen und alles wird automatisch dokumentiert. {BILD:612833:jpg}Weitere Apps werden folgen. Sie werden Hersteller- und geräteunabhängig sein und die Transporte sowie die Mengen flächen- und kundenbezogen erfassen. „Wir wollen den Fahrer entlasten und die Daten aufzeichnen, um die gesetzlichen Vorgaben automatisch zu erfüllen“, beschreibt Carolin Baumeister das Vorgehen. „Die Entwicklung der App haben wir als Projektarbeit außer Haus gegeben.“Um zu wissen, welche Nährstoffe ausgebracht werden, hat Kotte auf der Agritechnica einen NIRS-Sensor vorgestellt, der während der Fahrt ständig die N-, P- und K-Gehalte in der Gülle misst. Dieser Sensor ist ein gemeinsames Projekt von Kotte von John Deere. „Der Sensor ist bislang auf einigen Testbetrieben im Einsatz. In Serie gibt es ihn noch nicht, das wird sich bald ändern“, erläutert Carolin Baumeister. „Aber das System ist wichtig und mit Sicherheit sehr zukunftsträchtig.“ (rk)
 
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