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AT-Fachbeiträge

"Bereit für die Zukunft" aus der AGRARTECHNIK 03/2015

von , am
11.03.2015

Aigner Maschinenbau hat seine Kapazitäten erweitert | Nach dem Werksneubau will die Firma Aigner Maschinenbau ihre Position im Bereich Frontsysteme und Kommunaltechnik weiter festigen. Hierfür setzt sie vor allem auf eine Ausweitung der Partnerschaft zum Land­maschinen-Fachhandel.

Nach Jahren stetigen Wachstums ist früher oder später immer eine größere Investition fällig. Das gilt auch für kleine Familienunternehmen, wie die Aigner Maschinenbau GmbH aus dem bayerischen Rattenkirchen/Haun. Diese hat 2014 rund 2,2 Millionen Euro mit dem Bau von Fronthubwerken, Frontzapfwellen, Kommunalanbauplatten und Schneeräumschildern umgesetzt. Geschäftsführer Martin Aigner berichtet: „Dieses Jahresergebnis ist der Erfolg langer und harter Arbeit. Wir konnten in den vergangenen zehn Jahren unseren Umsatz verzehnfachen. Das war auch der Grund für unseren Werksneubau mit einer Investitionshöhe von rund 2,25 Millionen Euro. Wir platzten an unserem alten Standort aus allen Nähten. Nun – mit der Fertigungs- und Montagehalle inklusive Lackierkabine, sowie dem Bürokomplex – haben wir die Möglichkeit, unser Wachstum weiter fortzusetzen.“

{BILD:630597:jpg}{BILD:630594:jpg}Kernkompetenz Frontkraftheber
Kernkompetenz der Firma ist die Produktion von Schlepper-Frontsystemen für die Nachrüstung. Wir generieren rund 75 Prozent des Umsatzes. Pro Jahr stellen wir etwa 800 Frontkraftheber und 600 Frontzapfwellen her. Das ist sicher kein Rekordniveau am Markt, aber dafür können wir als 19-Mann-Betrieb durch unsere schlanke Betriebsorganisation auch komplexe Einzelanfertigungen zu interessanten Konditionen anbieten“, so Martin Aigner.
{BILD:630598:jpg}Solche komplexeren Umstände bedeuten zum Beispiel, dass ein Kühler oder der Vorderachsträger verändert werden muss, um eine Fronthydraulik zu ermöglichen. „Schließlich will der Anwender ja keinen kleineren Lenkeinschlag, die Bodenfreiheit soll auch erhalten bleiben und man muss kompatibel sein zu den verschiedenen Frontlader-Modellen“, so der Geschäftsführer.Mittlerweile kann die Firma Anbauteile für über 320 verschiedene Traktorbaureihen im Bereich zwischen 50 und 250 PS von 13 Traktorenherstellern anbieten. Basis des Sortiments sind vier Frontkraftheber-Grundversionen, mit denen Hubkräfte von einer bis 6,5 Tonnen abgedeckt werden können. Je nach Schleppergröße gibt es die passende Ausführung. Schleppermarken, für die besonders häufig bei Aigner angefragt werden, sind Case IH/ Steyr, Claas, MF und McCormick. Zudem bietet die Firma Frontsysteme für Landini, Lindner, New Holland, Renault, Schlüter Valpadana, Valtra und Zetor. Neu im Sortiment sind die Frontsysteme für Kubota-Schlepper. Der Geschäftsführer weiter: „Rund 85 Prozent unserer Frontsysteme werden für Neutraktoren bestellt. Aber dadurch, dass wir schon seit 34 Jahren in diesem Bereich tätig sind, können wir oftmals auch für alle alten Baureihen eine Lösung anbieten. Das ist unser Anspruch. Unser Geschäftsfundament ist die Partnerschaft zum Fachhandel. Wir picken uns nicht nur die Rosinen heraus, sondern wollen den Fachhändlern für jeden Schlepper einer Marke eine Lösung bieten.“

Frontsysteme für Argo
Um den Einbau zu erleichtern, legt man dem Frontkraftheber eine ausführliche Montageanleitung mit vielen Farbbildern zur Veranschaulichung bei. Dann wird das Ganze vormontiert und auf Palette an den entsprechenden Händler geliefert.
Erstausrüster sind hierbei in der Regel nicht involviert. Eine Ausnahme ist jedoch Argo-Tractors. Mit dem Hersteller hat die Firma Aigner eine Liefervereinbarung. „Seit April 2014 liefern wir unsere Frontkraftheber und Frontzapfwellen passend für alle Landini- und McCormick-Traktoren nach Italien. Die Anlagen sind für die ‚Parts-Division’ von Argo bestimmt. Unsere Frontsysteme stehen also allen Landini- oder McCormick-Händlern weltweit über die Argo-Ersatzteilschiene zur Verfügung. Diese Vereinbarung läuft zunächst bis 2020. Mit welchen mittel- und langfristigen Stückzahlen gerechnet werden kann, ist natürlich noch sehr schwer abzuschätzen. Die 65 Systeme, die im vergangenen Jahr abgenommen wurden, waren aber ein guter Start mit Wachstumspotenzial“, so der Geschäftsführer.
Auch mit dem Laderhersteller Thaler arbeitet die Firma Aigner zusammen. Das betrifft den neu entwickelten Heckkraftheber für den Thaler-Teleskoplader. Das gemeinsame Konzept wird künftig zum optionalen Angebot von Thaler gehören.

Kommunaltechnik im Aufwind
Der zweitwichtigste Aktivitätsbereich der Firma Aigner sind die Kommunallösungen. Schon seit den 90ern fertigt das Unternehmen Schneeräumschilder. Mit ihnen wird die Werksauslastung in den Wintermonaten gesteigert. Das Sortiment deckt eine Schildbreite zwischen 1,25 und 2,15 Meter ab. Es ist speziell für Klein- und Kommunaltraktoren, Radlader, Gabelstapler oder Kommunal-Systemfahrzeuge entwickelt worden.
Drei Baureihen werden angeboten: Bei den SRS-LR-Modellen handelt es sich um ein hydraulisch schwenkbares Räumschild. Das SRS UNI-LR dagegen ist ein Universal- oder Varioschild. Beide sind mit Federklappensegmenten und Scherlastlenkrollen ausgestattet. Noch relativ neu im Programm ist die Baureihe UKS. Dabei handelt es sich um leichte Schneeschilder mit Breiten von 1,25 und 1,5 Metern. Stößt der Anwender bei der Arbeit auf ein Hindernis – zum Beispiel einen Kanaldeckel – dann klappt das komplette Schild nach vorn. Ist das Hindernis überwunden, sorgen starke Zugfedern für die Rückholung.
Rund zehn Prozent des Umsatzes werden durch die Schneeräumschilder generiert. Martin Aigner: „Diesen Bereich haben wir in den vergangenen Jahren etwas vernachlässigt. Grund dafür war das stark wachsende Geschäft mit den Frontsystemen und der Platz- und Kapazitätsmangel am alten Standort. Wir sehen hier aber ein deutlich größeres Potential als die aktuellen 30 bis 40 Einheiten. Die Endkunden – in der Regel sind das Bauhöfe und kommunale Dienstleister – wissen schließlich die hohe Belastbarkeit unserer Bauteile beziehungsweise die hohe Produkt-Lebenserwartung sehr zu schätzen.“
Eine vergleichbare Umsatz-Bedeutung wie die Schneeräumschilder haben die Kommunalanbauplatten. Martin Aigner hierzu: „Die Bauteile sind zumeist ‚verwandt’ mit den Konsolen der Frontkraftheber. Folglich können wir auf einen großen Erfahrungsschatz bauen. Es geht darum, dem Anwender den Einsatz verschiedener schwerer Kommunal-Anbaugeräte zu ermöglichen. Die Standard-ausführung ist für den klassischen Winterdienst mit dem Schneeräumschild konzipiert. Zudem bieten wir
Varianten und Sonderlösungen, wie verstärkte Anbaurahmen. Auch hydraulische Vorderachs-Abstützungen werden angeboten – zum Beispiel für den Arbeitseinsatz mit großen und schweren Auslegermähern – sowie klassisches Frontkraftheber-Zubehör wie Hydraulik­anschlüsse und Steckdosen. Auch unsere hydraulische Geräteentlastung wird vielfach nachgefragt, um zum Beispiel beim Schneeräumen den Pflug zu entlasten und mehr Gewicht auf die Vorderachse zu verlagern. Natürlich bestehen diverse Kombinationsmöglichkeiten, wie zum Beispiel eine Frontzapfwelle plus Verlagerungsgetriebe für Arbeiten mit den klassischen ‚Unimog-Geräten’.“

{BILD:630602:jpg}{BILD:630601:jpg}{BILD:630599:jpg}Lösungen für den Fachhandel
Bei all diesen Produkten setzt die Firma Aigner vorrangig auf die Partnerschaft zum Landmaschinen- beziehungsweise Kommunalmaschinen-Fachhandel. Martin Aigner erklärt: „Unser Ziel lautet, dem Fachhandel für ein Problem immer die optimale Lösung anzubieten. Das betrifft – neben unseren klassischen Endkunden-Produkten – auch Situationen, mit denen der Händler alltäglich in seinem Betrieb konfrontiert ist. So fertigen wir auch ‚mal eben’ ein komplexes Ersatzteil über unsere CNC-Brenn- und CNC Plasmaschneid-Maschine. Weiter haben wir zum Beispiel für eine Genossenschaft verschiedene Stapleranbaugeräte entwickelt. Hierzu gehören unter anderem eine Drei-Punkt-Entladevorrichtung und ein Einfahrlastarm. Diese Produkte dienen unter anderem dazu, Anbaugeräte von einem Auflieger zu heben – unter Erfüllung der Sicherheitsbestimmungen der Berufsgenossenschaft“, erklärt der Geschäftsführer und meint weiter: „Die Partnerschaft mit manchen Fachhändlern ist heute so eng, dass diese uns im Gegenzug über Veränderungen im Sortiment ihres OEM auf dem Laufenden halten. Wir bekommen dann alle nötigen Informationen zur Elektronik und falls nötig stellt uns der Partner das Schlepper-Modell auch für einige Tage auf den Hof, damit wir es vermessen können.“

Vertriebsnetz erweitern
Nun wolle man dieses Händlernetz weiter ausbauen, so der Geschäftsführer weiter. „Durch unseren Werksneubau haben wir nun die Kapazitäten, um den Wachstumskurs fortzusetzen. Folglich bauen wir unser Vertriebsnetz stetig aus. Wir sind zuversichtlich, manch neuen Kunden überzeugen zu können. Insbesondere im nord- und ostdeutschen Bereich sind wir mit unseren Produkten noch weitestgehend unbekannt. Anfragen von Fachhändlern, aber auch von Werksvertretern sind also immer willkommen.“
Die Firma Aigner erwirtschaftet rund 45 Prozent ihres Umsatzes in Deutschland. Am zweitwichtigsten ist Österreich. Auch dort verfüge man – wie auch in der Schweiz – über viele Händlerkontakte. In Österreich arbeitet die Firma Aigner unter anderem eng mit dem McCormick-Importeur Dietrich zusammen. In der Schweiz sorgt zudem der Claas-Händler Schöpfer (Schmitten) für eine barrierefreie Ersatzteilversorgung innerhalb von 24 Stunden. Ebenfalls von Bedeutung sind Italien und Großbritannien. Aber auch in den anderen Ländern der EU wäre man gerne aktiver. Deshalb sucht Martin Aigner inzwischen aktiv nach Importeuren.

{BILD:630596:jpg}{BILD:630595:jpg}Hausausstellung am 15. März
Um neuen Kunden einen Einblick in das Unternehmen zu ermöglichen, veranstaltet die Firma Aigner am 15. März einen „Tag der offenen Tür“. Martin Aigner: „Damit verbunden ist eine Hausausstellung, bei der wir unser Produktprogramm zeigen werden. Auch einige Neuheiten können wir vorstellen. Dazu gehören eine neue Hubschwinge für unsere Fronthydraulik mit vier Tonnen Hubkraft, Frontkraftheber und Frontzapfwelle für die Kubota M-60 Serie und der bereits angesprochene Heckkraftheber für den Thaler-Teleskoplader. Ich würde mich freuen, wenn viele Fachhändler die Gelegenheit nutzen würden, um uns besser kennenzulernen. Unser Ziel ist eine vertrauensvolle und langfristig angelegte Geschäfts-Beziehung. Mit vielen Händlern, wie etwa der Firma Gruber aus Ampfing, arbeiten wir schon seit Beginn unserer Aktivitäten im Bereich der Frontkraftheber zusammen. Darauf sind wir besonders stolz. Diese Partnerschaft wird auch in Zukunft das Fundament für unser Wachstum darstellen.“ (mm)
 
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