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AT-Fachbeiträge

"Besondere Ansprüche" aus der AGRARTECHNIK 11/2014

von , am
12.11.2014

Lely Center Tuntenhausen | Ungefähr die Hälfte aller Neuinvestitionen bei Melktechnik sind inzwischen Roboter. Lely hat dabei einen Marktanteil von 50 Prozent. Der Schlüsselfaktor dabei: Service! Eder leistet hier über 50 000 Bereitschaftsstunden im Jahr außerhalb der Geschäftszeiten.

Es ist eine gängige Methode, Zusammenhänge anhand von Zahlenkombinationen zu erklären. So steht die Folge: 365–7– 24 für nichts anderes, als einen Rund-um-die-Uhr-Service, sieben Tage die Woche, das ganze Jahr. Und selbstverständlich gilt dies auch für die Melktechnik. Im Falle Lely Center Tuntenhausen ist noch eine andere Zahlenreihe eindrucksvoll: 100–600  –30–3–90. Aber eins, nach dem anderen:
 

Kompetenzzentrum

Wolfgang Fischhaber (re.) leitet den Kundendienst im Lely Center Tuntenhausen. Helmar Glöckner ist der 30ste Servicetechniker im Unternehmen.
Neben konventioneller Melk- und Stalltechnik ist die Firma Eder bereits seit dem Jahr 2007 Lely Center. In Deutschland gibt es insgesamt 13 dieser Franchisenehmer. Alle verkaufen das komplette Portfolio an Lely-Produkten für die Milchviehhaltung, also den Melkroboter Astronaut, das Fütterungssystem Vector, den Futterschieber Juno und den Stallreiniger Discovery. Und natürlich sind sie auch für den Service zuständig. Die Futtererntetechnik von Lely wird über ein separates Netz vertrieben, zu dem auch Eder gehört. Das Lely Center Tuntenhausen ist, wie der Name schon sagt, am Hauptstandort angesiedelt. Dort findet der Landwirt ebenfalls konventionelle Melktechnik, Stalltechnik und das Eder-Futterband. Organisatorisch ist das Lely Center im Bereich der Landtechnik unter Geschäftsführer Georg Pfeilschifter angesiedelt. Und nun zu den Zahlen: „Aus kleinen Anfängen heraus, verkaufen wir inzwischen um die 100 Melkroboter im Jahr, berichtet Kundendienstleiter Wolfgang Fischhaber. „Über die Jahre hinweg sind wir so auf einen Bestand von 600 Einheiten gekommen. 30 Mitarbeiter arbeiten allein im Service, drei sind ausschließlich als Disponenten tätig. Sie sorgen dafür, dass im Reparaturfall die Wege kurz bleiben und dem Landwirt schnell geholfen wird. 90 Prozent unserer Kunden haben mit uns einen Servicevertrag abgeschlossen.“
 

In den Regionen

{BILD:621761:jpg}Das Vertriebsgebiet des Lely Centers reicht von der Grenze Frankens bis zum Bodensee und von der Oberpfalz bis ins Berchtesgandener Land. Organisatorisch wird es in vier Einheiten aufgeteilt, in denen die Verkaufs- und Serviceteams aktiv sind. „Bei der Umsetzung dieser Gliederung wird Wert darauf gelegt, dass in jedem Gebiet ständig auf das komplette Know-how zurückgegriffen werden kann“, erklärt Fischhaber  So haben auch die Servicetechniker immer einen Ansprechpartner, der bei eventuellen Problemen weiterhelfen kann. Ständig sind deshalb im Hintergrund sieben Personen in Rufbereitschaft. Fischhaber weiter: „Unsere größte Her-ausforderung ist es, qualifiziertes Personal zu bekommen. Ideal für uns ist eine Ausbildung zum Beispiel als Mechatroniker. Intern qualifizieren wir unsere Kollegen dann nach verschiedenen Levels weiter. Außerdem erfordert das immer größer werdende Produktprogramm widerum eine Spezialisierung. Und auch da muss darauf geachtet werden, dass diese Spezialisten in den Regionen vorhanden sind.“ Für einenWissenstransfer sorgen regelmäßige Treffen, sowohl in den Gebieten als auch zentral.
 

Enorme Investitionen

... und das Fütterungssystem Vector. Dazu kommen noch weitere Systeme, wie zum Beispiel eine Selektionsbox für die Weidehaltung.
„Unsere Entwicklung bei der Robotertechnik ist nur möglich, weil wir mit unserem Mutterhaus ein starkes Unternehmen im Hintergrund haben“, betont Fischhaber. „Wir können so Aktionen von Lely nutzen, was dann aber schon einmal dazu führen kann, dass wir 30  vorgeorderte Roboter bei uns stehen haben. Und auch die Investitionen für die Servicefahrzeuge – pro Techniker eins – sind nicht von Pappe.“ Fischhaber rechnet vor. „Allein das Auto kostet 35 000 Euro. Dazu kommen Werkzeug für rund 15 000 Euro und Ersatzteile im Wert von bis zu 70 000 Euro. Wir müssen also für jeweils mehr als 100 000 Euro in Vorleistung gehen.“Aufwändig ist auch der Verkauf der Roboter. Grundsätzlich arbeitet dabei der Verkäufer mit einem „Herdenmanager“ zusammen. Letzterer kümmert sich darum, dass die komplette Stallplanung zusammenpasst. Dafür verfügt Eder über einen eigenen Datenpool. So kann je nach Wunsch des Landwirts auf eines von über 4 000 Stall-Layouts zurückgegriffen werden. Die Bauhülle bietet Eder allerdings nicht an. Wohl aber eine Begleitung und Koordinierung in der Bauphase. Stehen Stall und Melkanlage, wechselt der Herdenmanager seine Tätigkeit und hilft bei der Eingabe der Tiere, beim Einlernen und der Schulung des Anwenders.
 

Perspektive

Das Lely Center ist am Eder Standort in Tuntenhausen angesiedelt. Die Servicetechniker arbeiten jedoch dezentral.
Eine letzte Zahlenfolge: 2020–1 200–60–4. Dies bedeutet: Für das Jahr 2020 möchte man bei Eder einen Bestand von mehr als 1 200 Roboter haben. Diese werden von 60 Technikern betreut. Ge-plant sind vier zusätzliche Standorte. (jh)
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