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AT-Fachbeiträge

"Brennholz bleibt attraktiv" aus der MOTORGERÄTE 12/2014

von , am
10.12.2014

Heizen mit Holz | Nachdem Brennholz in den vergangenen Jahren eine Renaissance erfahren hat, konnte sich der Markt für Brennholztechnik gut entwickeln. MOTORGERÄTE hat dies zum Anlass genommen, sich in der Branche umzuhören und mit Firmen über die Entwicklung des Marktes sowie über neue Produkte und Trends zu sprechen.

Aufgrund der steigenden Energiepreise in den vergangenen Jahren, gewann Holz als Heizmittel wieder deutlich an Bedeutung. Das sorgte für einen Boom in der Brennholzbranche, von dem die Hersteller von Brennholztechnik deutlich profitieren konnten. Bei den aktuell fallenden Energiepreisen, haben wir mit den Firmen über das Marktgeschehen und dessen Entwicklung gesprochen. Auch die sich veränderden Kundenanforderungen standen im Fokus unserer Recherche. Das die großen Boom-Jahre der Branche vorbei sind, bestätigten uns alle befragten Hersteller. Trotzdem blickt man sehr positiv in die Zukunft und rechnet mit einem konstanten, beziehungsweise leicht wachsenden Markt. Das große Augenmerk liegt nicht mehr auf der Erstausrüstung der Kunden, sondern eher auf der Ersatzbeschaffung mit steigender Maschinenkapazität und Automatisierung. Dies bestätigt auch Henning Vielitz, Sohn des Firmeninhabers Ben Vielitz mit seiner Aussage: „Innerhalb der letzten zehn Jahre ist der Markt extrem schnell gewachsen und hat sich in den letzten drei Jahren langsam beruhigt und auf einem gleichbleibenden Niveau eingependelt. Wir rechnen mit einem konstanten Umsatz in den nächsten Jahren und einer leichten Tendenz zu größeren Maschinen.“ Im unteren Leis-tungssegment sieht Henning Vielitz einen deutlichen Trend zu Geräten aus asiatischer Produktion. Diese gewinnen  durch ihren sehr günstigen Preis immer mehr Kunden. Unterstützung bekommt er in diesem Punkt von Wolfgang Feige, Geschäftsführer der Feige Forsttechnik GmbH: „Der Markt für kleine und kleinste Holzspalter ist vom Fachhandel weg zum Baumarkt gedriftet. Der Preis entscheidet hier weit vor der Qualität. Auch im Markt der stehenden Meterholzspalter von 10-20 Tonnen Spaltkraft beginnen Billigprodukte aus Fernost Marktanteile zu übernehmen. Beim Fachmarkt werden weniger Spalter gekauft, allerdings werden diese erheblich technisch aufgewertet.“ Henning Vielitz sieht die Marktverschiebung nach Fernost jedoch nicht als bedrohlich an: „Für uns ist die Entwicklung natürlich auf der einen Seite nicht so schön. Allerdings lehrt uns die Erfahrung, dass ein Kunde mit einer extrem günstig eingekauften Maschine, in einiger Zeit den nächsten Schritt machen wird. In dieser Stufe rückt der Qualitätsgedanke mehr in den Vordergrund, da der Anwender gemerkt hat, worauf es bei der Arbeit ankommt. In der Regel werden dann Geräte aus höheren Preisregionen erworben.“Auch bei der Firma BGU blickt man positiv in die Zukunft, wie Jürgen Richter, Vertriebsleiter der Südharzer Maschinenbau GmbH (BGU Maschinen) erklärt: {BILD:624173:jpg}„Die energetische Nutzung von Holz hat in den letzten Jahren immer weiter zugenommen. Damit einhergehend stiegt auch die Nachfrage nach entsprechender Forst- und Rücketechnologie. Nichtsdestotrotz unterliegt die Nachfrage nach Brennholz auch Witterungseinflüssen. Beispielsweise geht die Nachfrage nach Brennholz nach einem „ausgefallenen“ Winter (wie 2013/2014) leicht zurück. Seit September 2014 zieht die Nachfrage saisonbedingt wieder an, so dass mit einem normalen Geschäftsverlauf in der Hauptsaison für Brennholzmaschinen (September bis April) zu rechnen ist.“
{BILD:624179:jpg}Darüber, dass ein höherer Anwenderkomfort und die Automatisierung in Zukunft wichtiger werden, sind sich alle befragten Firmen einig. Dies unterstreicht Jürgen Richter mit den Worten: „Die Abnehmer von Maschinen zur Aufarbeitung von Brennholz und von Forsttechnik investieren heute gerne in moderne Technik, um sich die Arbeit zu erleichtern oder auch die Arbeit schneller und damit wirtschaftlicher zu verrichten.“ Dabei sind unter anderem die Joystick-Steuerung und die vollständige Automatisierung der Spaltvorgänge an Säge-Spaltautomaten zu nennen, wie Wolfgang Feige erläutert. Aber auch der Sicherheitsaspekt nimmt eine immer wichtigere Rolle ein, wie man an den zahlreichen Entwicklungen der Firmen sieht. Besonders beim Sägen von Meterholzscheiten war die Entwicklung in den letzten Jahren rasant. Trommel, Kapp- und automatische Brennholzsägen liegen im Trend und schützen den Anwender vor Kontakt mit dem Sägeblatt. „Komfort und Bedienersicherheit stehen immer im Fokus der Konstrukteure. Darüber hinaus unterziehen wir den größten Teil unserer Maschinen einer externen Prüfung der Prüf- und Zertifizierungsstelle PZ.LSV zur Erlangung der {BILD:624177:jpg}GS-Kennzeichnung „geprüfte Sicherheit“, unterstreicht Eva Maria Schneider aus der Marketingabteilung der Firma Posch GmbH die Bemühungen, einen hohen Sicherheitsstandard sicher zu stellen. Das es nicht einfach ist, praxistaugliche Sicherheitsvorrichtungen zu konstruieren, erklärt Wolfgang Feige: „Obgleich Bedienfreundlichkeit und Anwendersicherheit oftmals extrem gegensätzliche Positionen einnehmen und nur schwer miteinander zu vereinbaren sind, entwickeln wir ständig unsere Produkte speziell in diese Richtung weiter. Entscheidend ist dabei allerdings die Akzeptanz des Anwenders. Nicht akzeptierte, behindernde und deshalb womöglich demontierte Sicherheitseinrichtungen helfen Keinem!“

Bei der Reinigung verfolgen die Hersteller unterschiedliche Ansätze. BGU verzichtet auf externe Reinigungsgeräte und sondert Kleinteile durch Öffnungen im Kettenförderer seiner Säge-/Spaltautomaten ab.
Wenn es um das Reinigen des gespaltenen Holzes geht, so verfolgen die Hersteller unterschiedliche Ansätze. Während Unterreiner und Feige auf eine Reinigungstrommel setzen, bietet Posch einen Reinigungstisch mit rotierenden Walzen an. Dieser transportiert das Holz und scheidet dabei Kleinteile und Rinde ab. Eine einfache Variante bietet Unterreiner mit dem Seperator SP 10 an. Das Holz fällt dabei vom Förderband auf einen Gitterrost, wodurch Rinde und Dreck vom Holz separiert werden. Gert Unterreiner beschreibt das System wie folgt: „Der Vorteil des Seperators SP10 ist, dass er ohne jegliche Probleme am Ende des Förderbands angebracht werden kann und dadurch wesentlich güns-tiger ist als ein Trommelsieb.“
Bei BGU verfolgt man einen ähnlichen Ansatz. Neben den Gitterrosten in den Abfuhrkanälen der Säge-/Spaltautomaten, wird bei einigen Modellen eine weitere Absonderung von Rinde und Kleinteilen während des Transports über den Kettenförderer erzielt. „Unser Kettenförderer besitzt diverse Öffnungen, die hier sehr gute Ergebnisse erzielen. Eine nur für den echten Brennholzprofi erschwingliche Reinigungstrommel ist deshalb, aus unserer Sicht, nicht erforderlich“, erklärt Jürgen Richter das System.  
 
Als Alternative zu Netzsäcken in verschiedenen Größen ist es auch möglich, das Scheitholz in gut 1,6 Schüttraummeter fassende, runde Bündel zu verpacken.
Im Bereich der Brennholzverpackung haben sich vor allem zwei Systeme etabliert. Zum einen sind dies Netzsäcke in verschiedenen Größen, zum anderen die mit Netz umwickelten, runden Scheitholzbündel. Wolfgang Feige beschreibt das Programm an Netzsäcken und deren Vorteile wie folgt: „Zur Verpackung bieten wir 100x100x165 Zentimeter große Woodbags an, welche stabil stehen und kaum Regen durchlassen. Das Holz trocknet hier sehr schnell und das Handling der Säcke ist für viele Betriebe vorteilhaft. Weiterhin verkaufen wir Netz-lagersäcke für verschiedene Palettengrößen, neuerdings auch die Jumbosäcke mit 165 Zentimeter Höhe. Diese Einwegverpackungen sind die günstigste Möglichkeit, Brennholz in fest vorgegebenen Verpackungsgrößen zu lagern und zu verkaufen.“ Neben den Netzsäcken bieten Posch und BGU Maschinen zur Bündelung von Scheitholz an. „Zur Verpackung von Brennholz bieten wir unter anderem unsere Scheitholzverpackungs-Maschine WrapTime an, in deren Trommel jeweils zirka 1,6 Schüttraummeter Scheitholz mit einem Netz so verpackt werden können, dass es sich auf einer Palette, eigenständig stehend, transportieren und lagern lässt“. Die besten Maschinen nützen dem Hersteller nichts, wenn sie nicht von einem qualifizierten Fachhandel vertrieben werden. Vor allem für kleinere Hersteller ist es enorm wichtig, dass der Handel die Vertriebsaktivitäten des Herstellers unterstützt. Wie eine solche Unterstützung aussehen kann, beschreibt Henning Vielitz: „Der Handel kann uns durch passende Vorführungen, Hausmessen oder ähnliche Veranstaltungen unterstützen. Oft ist es vom Vorteil, wenn Maschinen vor Ort auf Lager sind, um diese dem Kunden zeigen zu können.“ Wolfgang Feige sieht es ähnlich: „Der Landmaschinenhandel sollte ein Grundsortiment an Brennholztechnik vorhalten. Das ist die beste Unterstützung für den Vertrieb. Nur so kann er dem zunehmenden Internethandel erfolgreich begegnen. Hilfreich ist auch die Pflege von Referenzkunden, die auch ihre Technik gerne einmal zeigen.“ Des Weiteren könne der Handel auch durch die Aufklärung über den Rohstoff Holz unterstützend tätig werden, wie Gert Unterreiner erklärt. Dazu habe man selbst im aktuellen Katalog drei Seiten mit Wissenswertem rund um den Rohstoff Holz angelegt. Themen seien die Holzarten, Brenneigenschaften, Feuchtigkeit, Lagerung, Abmessung und vieles mehr. Neben Rabatten und anderen, attraktiven Aktionen, haben die Hersteller weitere Instrumente zur Verfügung, um den Fachhandel zu unterstützen. „Für Tage der offenen Tür, Brennholztage und ähnliche Veranstaltungen stellen wir als Hersteller entsprechende Vorführmaschinen oder Ausstellungsmaschinen zur Verfügung“, erklärt Eva Maria Schneider. Weiter führt sie aus, dass ebenfalls ein Werksbeauftragter vor Ort sein kann, um die Maschinen im praktischen Einsatz zu präsentieren. Aber auch aussagekräftige Produktkataloge und die Nutzung von neuen Medien können den Handel unterstützen, wie  Wolfgang Feige erklärt. Weiter führt er aus: „Der Produktkatalog ist ein gutes Instrument, um auch die Maschinen und Geräte zu zeigen, welche man selbst nicht auf Lager hat. Wir unterstützen den Handel weiterhin durch Produktvideos, die in Youtube oder auf unserer Internetseite gezeigt werden.“
{BILD:624176:jpg}Die Deutsche Landwirtschaftsgesellschaft will Ende Mai des kommenden Jahres mit einer eigenen Forstausstellung, den DLG-Waldtagen, verstärkt in dieser Branche aktiv werden. Die Meinungen über diese zusätzliche Messe gehen bei den Herstellern sehr weit auseinander. Auf jeden Fall wird sie für eine verstärkte Konkurrenz zwischen den verschiedenen Forstmessen sorgen, wie in den Aussagen von Wolfgang Feige deutlich wird: „Wir hoffen, dass die DLG Waldtage ein großer Erfolg werden und sehen darin eine willkommene Alternative zu der, durch ständig wechselnde Standorte für uns zunehmend unattraktiver werdenden KWF Tagung. Für uns heißt das nicht eine weitere, zusätzliche Messe, sondern statt dessen eine alternative Messe. Deshalb werden wir dort ausstellen.“ Ebenfalls positiv äußert sich die Firma Posch. Eva Maria Schneider erklärt weshalb: „Die DLG-Waldtage sind in einer Region geplant, in der es bisher noch nicht wirklich eine vernünftige Ausstellung für unsere Branche gab. Daher stehen wir der Veranstaltung positiv gegenüber und werden dort unsere Produkte präsentieren.“ Die Firmen BGU und Unterreiner sehen keinen Bedarf für eine zusätzliche Messe. Zur Begründung sagt Jürgen Richter: „Es gibt bereits ähnliche und vor allem etablierte Messen in diesem Bereich (z.B. KWF-Tagung, Forst Live, Agritechnica), auf denen wir regelmäßig vertreten sind. Deshalb werden wir wahrscheinlich nicht teilnehmen. Die Messebudgets der Hersteller sind außerdem nicht unendlich strapazierbar.“ Unterstützung erhält er dabei von Gert Unterreiner: „Wir als Unterreiner Forstgeräte werden an den DLG-Waldtagen nicht teilnehmen! Ich bin der Meinung, dass wir in Deutschland und Österreich genügend Messen und Ausstellungen haben und keine zusätzlichen benötigen.“ (Florian Hofmann)
 
Bei der neuen Wippkreissäge von Unterreiner soll sich der Anwender die Positionierung, den Vorschub, das Halten und das Ausbringen des Holzes sparen können. Dadurch werde die Arbeit deutlich schneller und sicherer, so Unterreiner.
Unterreiner Forstmaschinen
Neue Wippkreissäge
Die neue Wippkreissäge Solomat von Unterreiner zeichnet sich durch die schräge Anordnung des Sägeblatts und der Wippe aus. Dadurch soll sich das Holzstück selbstständig positionieren. Dies bietet den Vorteil, dass der Bediener nicht mehr in den Gefahrenbereich greifen muss. Ein stabiler, auf einer Zahnstange montierter, Anschlag soll eine zentimetergenaue Schnitteinteilung von 20-52 Zentimeter ermöglichen. Während des Sägevorgangs wird das Holz durch einen beweglichen Arm fixiert. Nach dem Schnitt fällt es auf ein Förderband und wird abtransportiert. W

BGU
Ergänzung des Kappsägen-Sortiments
{BILD:624183:jpg}Mit der KS 700 Z ergänzt BGU sein Sortiment an Kappsägen um ein Modell mit Zapfwellenantrieb. Der Antrieb des Sägeblatts erfolgt hydraulisch. Die benötigte Hydraulikleistung soll eine Zapfwellen-Aufsteckpumpe sicherstellen. Ihre Leistung ist nach Firmenangaben so ausgelegt, dass bereits 350 Zapfwellenumdrehungen genügen, um die Sägeblattdrehzahl von 1 500 Umdrehungen pro Minute sicher zu stellen. Ein weiterer Vorteil der KS 700 Z sei die Zweihandbedienung. Eine Hand fixiert mit der Holzhaltekralle das Schnittgut, die andere bedient die Kappsäge. Als Zusatzausstattung ist eine Rollenbahn lieferbar, welche das Verarbeiten von bis zu 3,5 Meter langen Stämmen ermöglichen soll. W
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