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AT-Fachbeiträge

"Entdecke die Möglichkeiten" aus der AGRARTECHNIK 05/2014

von , am
28.05.2014

Elektrische Linearantriebe von Linak |
Was haben ein Bett und ein Mähdrescher
gemeinsam? Ein Kornfeld, werden Schlagerfans
sagen. Technisch Versiertere wissen es besser:
Elektrische Linearantriebe von Linak! Lesen Sie,
was Krankenhaus- und Landtechnik verbindet.

Mit dem Linak Werbespruch „We only use oil for cooking – go electric“ ist eigentlich schon alles gesagt. Denn das dänische Unternehmen hat sich auf elektrische Antriebe spezialisiert. Allerdings erledigen diese ihre Arbeit nicht als rotierende Motoren, sondern auf linearem Weg, also wie ein Hydraulikzylinder, nur eben ohne Öl. Seit Bent Jensen, Geschäftsführer und Eigentümer, das Familienunternehmen ­Linak 1976 übernahm und die Idee des ersten Linearantriebs in die Tat umsetzte, hat Linak fortwährend weltweit expandiert. Der Hauptkonzern in Guderup, Dänemark, erstreckt sich über eine Fläche von 38 000 Quadratmeter mit Entwicklungs- und Produktionsstätten. Insgesamt hat das Unternehmen etwa 1 800 Mitarbeiter in 35 Ländern. Die Linak Gruppe ist in fünf Bereiche eingeteilt, die sich als individuelle Geschäftsbereiche organisieren. Mit über
7 000 verschiedenen Artikeln umfasst das Sortiment Antriebe, Hubsäulen, Controlboxen, Bedienelemente und umfangreiches Zubehör. Produktionstätten betreibt Linak in Dänemark, der Slowakei, den USA und China. Aus China werden allerdings keine Bauteile importiert, sondern die Fertigung dort ist nur für den asiatischen Markt bestimmt. Hinzu kommen Vertriebsniederlassungen in 35 Ländern. Seit 25 Jahren elektrifiziert Linak auch die Landtechnik. Außerdem kommen die Produkte zum Beispiel in Krankenhausbetten und Zahnarztstühlen, Fernsehsesseln und Schreibtischen sowie Schaltanlagen zum Einsatz.
 

Wachstumspotenzial nutzen

Elektrische Antriebe und deren Zuleitungen, wie hier die Siebverstellung eines Mähdreschers, lassen sich platzsparend einbauen.
Besonders in der Landtechnik sieht Werner Preuß, SBA Manager Techline ein hohes Wachstumspotenzial. „Vor allem die Entwicklungsingenieure in den Landtechnikunternehmen haben erkannt, welche großen Vorteile elektrische Antriebslösungen bieten.“ Denn diese sind wesentlich einfacher zu platzieren als Hydraulikzylinder, schon aus dem Grund, da das Verlegen von Kabeln mit weniger Aufwand verbunden ist. Bei Hydraulikleitungen müssen Querschnitte und Biegeradien eingehalten werden, die den Einsatz oft erschweren oder ganz unmöglich machen. Außerdem kommen elektrische Antriebe mit weniger Bauteilen aus, da die (elektro-) mechanische Ventilsteuerung wegfällt. Hinzu kommt, dass es bei elektrischen Systemen keine Leckagen geben kann. Dadurch sind sie für sensible Bereiche, die mit Lebens- oder Futtermitteln in Berührung kommen, bestens geeignet. Der Öffnungsmechanismus eines Mähdrescherkorntankes oder die Austragsklappe eines Futtermisch­wagens sind dafür Beispiele. Bedenken, dass die Hubkraft zu gering ist, zerstreut Christine Röder aus dem deutschen Marketing sofort: „Mit unseren elektrischen Linearantrieben lässt sich bis zu eine Tonne bewegen.“ Um den angehenden Ingenieuren die elektrischen Bauteile näher zu bringen, hat Linak einen speziellen Schulungskoffer mit Linearantrieben und Steuerungen zusammengestellt. Diesen verteilt das Unternehmen an Berufsschulen und Universitäten.
 

Stark in der Landtechnik

Die Linearantriebe von Linak sind robust und erreichen Hubkräfte bis zu einer Tonne. Elektronische Steuerungen sind zunehmend gefragt.
Der Deutschlandvertrieb geht vom hessischen Nidda aus. Dies ist mit 67 Mitarbeitern eine der größten Niederlassungen außerhalb Dänemarks. Hier ist außerdem das deutsche Service- und Logistikzentrum von Linak. Der Umsatz in Deutschland beträgt etwa 50 Millionen Euro. Einen hohen Stellenwert haben daran die Antriebe für Landmaschinen. „Unsere Produkte sind fast immer kundenindividuell“, sagt Werner Preuß. „Durch die positive Entwicklung auf dem Agrarmarkt und das Dazugewinnen neuer Kunden konnten wir auf diesem Gebiet stark wachsen, so dass wir unsere Marktführerschaft weiter ausbauen konnten.“ Da die Bauteile eine hohe Betriebssicherheit gewährleisten müssen, stehen bei den Erstausrüstern zahlreiche Tests an, die es zu bestehen gilt.

 

Vielseitiger dank Elektronik

Vom Prinzip her sind alle Linearantriebe gleich aufgebaut: Ein Elektromotor treibt eine Spindel an, die einen Kolben ein- oder ausfahren lässt.
Auch wenn die Funktion eines Linearantriebes auf den ersten Blick recht einfach erscheint, so steckt doch enormes Know-how in den Produkten. Vom Prinzip her sind diese Antriebe alle gleich aufgebaut. Ein Elektromotor treibt eine Spindel an, die wiederum eine Kolbenstange vor oder zurück bewegt. Je nach Einsatzzweck unterscheiden sich natürlich die Baugrößen. Außerdem können noch verschiedene Untersetzungsgetriebe und Überlastsicherungen eingebaut sein. „In der nächsten Generation wird die Elektronik noch präsenter sein“, sagt Werner Preuß. So können bereits jetzt Endlagen, Ströme und Kräfte in den Linearantrieben programmiert werden. Außerdem lässt sich die aktuelle Lage digital abrufen. So lässt sich zum Beispiel die Schieberstellung eines Düngerstreuers oder einer Sämaschine überwachen. Dies realisiert die iFlex-Technologie. „Sollte es trotz der robusten Technik einmal zu einem Schaden an einem der Antriebe kommen, so kann dieser normalerweise von unserer Servicewerkstatt repariert werden“, gibt Vertriebsmanager Michael Kus an. Er besucht die Kunden vor Ort und berät sie zur Wahl des jeweils optimalen Antriebes. So hat das Unternehmen immer ein Ohr am Markt und weiß, welche Produkte gefordert sind. „Wir suchen aber auch die Kommunikation auf Messen wie der Agritechnica. Unser Auftritt dort war ein großer Erfolg“, freut sich Christine Röder aus dem Marketing. (fm)
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