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AT-Fachbeiträge

"Für ein breites Aufgabenspektrum" aus der AGRARTECHNIK 12/2014

von , am
03.12.2014

Trendbericht Ladetechnik für Traktoren | Der Strukturwandel macht auch vor Frontladern nicht halt. Deshalb werden immer leistungsstärkere Traktoren mit den nötigen Konsolen bestellt. Technische Weiterentwicklungen betreffen verstärkt die Bereiche Ergonomie und Automatisierung.

Obwohl gerade im Bereich Biogas immer mehr Rad- oder Teleskoplader eingesetzt werden, hat der Frontlader auch weiterhin seine festen Platz und ist in vielen landwirtschaftlichen Betrieben nach wie vor ein unverzichtbares Gerät. Denn durch den geringen technischen Aufwand des An- und Abbaus lässt sich das Aufgabenspektrum des Schleppers – mit vergleichsweise geringen Zusatz­kosten – erheblich ausweiten. Die Hersteller bieten hierfür ein breites Spektrum an Arbeitsgeräten an, das weit über eine Schaufel oder Mist- und Palettengabel hinausgeht. AGRARTECHNIK hat sich für Sie mit einigen Herstellern unterhalten.
 

Ergonomie durch Automatisierung

Die Stoll FZ-Frontlader sind für Traktoren von 50 bis 300 PS erhältlich.
Zunächst stellten wir die Frage, welche Neuheiten in der jüngeren Vergangenheit präsentiert wurden und auf welche technischen Trends die Hersteller in diesem Zusammenhang hinweisen können. Hubert Fischer von der Firma AGCO Fendt erklärte, dass im Frontladerbereich die Entwicklung eindeutig zu leis­­­tungsstärkeren Schleppern gehe. Die Landwirte rüsten verstärkt auch die Baureihe „700 Vario“ mit Frontlader aus. Die Fendt CargoProfi Frontlader werden in den 500er und 700er Vario-Baureihen verbaut. Ab dem Jahr 2015 biete man diesen auch für den 300 Vario an.
Ronald Hauer (Geschäftsführer Hauer Frontlader) wies auf die neue Generation des Proportionalsteuergerätes ELC-ergo als besonderes Highlight hin. Das Steuergerät vereine feinfühliges Ansprechverhalten mit einfacher Handhabung und professioneller Ausstattung. Das ergonomische und kompakte Design des „ergo-Joysticks“ erfülle höchste Ansprüche, so der Geschäftsführer weiter. Hydraulische Zusatzventile und die Roll-Back-Funktion (Schaufelrückführung), sowie der Frontladerstoßdämpfer SMS lassen sich mit dem Joystick ansteuern. Serienmäßig ist die Rüttelfunktion zum vollständigen Entleeren des Arbeitsgeräts beim „ELC ergo“ enthalten. Auf die Frage nach den technischen Trends nannte Ronald Hauer die Stichworte „bessere Ergonomie“ und „Automatisierung“. Die Technik wird sich seiner Meinung nach in diese Richtung entwickeln, um die Arbeiten einfacher, schneller und effizienter zu bewältigen. Beispiele hierfür seien eine roll-back Funktion, eine Rüttelfunktion beim Auskippen, das ansteuern definierter Positionen, et cetera. Bei den optionalen Ausstattungen werden elektro-proportionale Steuerungen stärker nachgefragt (soweit nicht am Schlepper bereits vorhanden), ausgestattet mit einfach zu bedienenden Joysticks und zusätzlichen Komfortfunktionen. Des weiteren seien  Schlauchkuppler jetzt schon ein beliebtes Zubehör (oder bereits Serie), sowie Frontladerstoßdämpfer zur Steigerung des Komforts und Schonung der Maschinen. Matthias Drees (Firma MX Deutschland GmbH) wies darauf hin, dass der T414 die bestehende T-Serie ergänze. Der Frontlader eigne sich für größte Vier-Zylinder-Traktoren. Er wies in diesem Zusammenhang außerdem auf die hydraulische Parallelführung hin. Diese biete eine hervorragende Übersicht, ausreichend Platz, sowie besten An- und Auskippwinkel. Weiter betonte er den auch unter Druck kuppelbaren Multikuppler. Als großen Vorteil nennt Matthias Drees den An- und Abbauen des Frontladers, wozu lediglich einmal die Kabine verlassen werden muss. Als Besonderheit des Hauses MX nannte Matthias Drees auch die hydraulische Steuerung "FlexPilot". Der Bedienhebel gibt hydraulische Niederdrucksignale aus und betätigt so die Schieber des Steuergerätes. Der Benutzer kontrolliert den Öldurchfluss. Diese Steuerung solle jeglicher Ermüdung vorbeugen und bedürfe keiner Wartung. Ab dem kommenden Jahr biete man zusätzlich verschraubte Konsolen an, welche die Montage der selbigen am Traktor wesentlich vereinfachen werde. Simon Pammer (Vertriebsleiter bei der Firma Hydrac) erklärte, dass Komfort in der Bedienung immer wichtiger für den Bediener werde. In diesem Zusammenhang nannte Simon Pammer das bekannte, vollautomatische Kuppelsystem „Auto Lock“, bei dem der Frontlader von der Kabine aus an- und abgebaut wird ohne abzusteigen.Eine weitere Neuheit aus dem Hause Hydrac ist der Joystick „E-Profi-Controll“. Der kompakte Joystick kann mit zwei Fingern gesteuert werden. Durch drei Drucktaster wird ein direktes Ausführen von Zusatzfunktionen möglich (zum Beispiel dritter und vierter Ölkreis). Neu im Sortiment ist auch die Winterdienstschaufel WDS für Frontlader, bei der es sich um eine Kombination aus Schaufel und Schild handelt.  

Tendenz zu größeren Ladern

Dann fragten wir nach der Marktentwicklung für Frontlader und welche Stückzahlen im Jahr 2013 gebaut wurden. Laut Robert Eckert (Geschäftsführer von Alö Deutschland) werden die Frontlader verstärkt im Mittelklassebereich (Vier-Zylinder-Traktoren bis circa 130 PS) eingesetzt und nicht mehr vorwiegend im Kleintraktorenbereich in Leistungsklassen von circa 60 bis 90 PS. Die Frontladerschlepper auf den landwirtschaftlichen Höfen sind also leis­tungsstärker geworden. Auf die Frage nach den produzierten Stückzahlen in 2013, nannte Robert Eckert die stattliche Zahl von 32 000 Einheiten. Ronald Hauer erklärte, dass ein Strukturwandel insofern gegeben ist, dass kleinere Landwirte ihre Betriebe wegen Unrentabilität zusperren und größere Landwirte ihre Betriebe erweitern. Die Folge davon ist der allgemeine Stückzahl-Rückgang im Landmaschinenverkauf und der Trend zu größeren Maschinen. Seit dem Frühjahr 2014 ist eine Abschwächung bei den Traktorverkäufen spürbar. Dies sei, nach Meinung von Ronald Hauer, auf die schlechten wirtschaftlichen Voraussetzungen (zum Beispiel Abgasvorschriften verteuern die Maschinen enorm) und der mangelnden Reaktion der Politik zurückzuführen. Damit gehen die Verkaufsrückgänge bei den Frontladern einher. Bezüglich des Leistungssegments lasse sich feststellen, dass der Trend bei Frontlader-Traktoren in Richtung über 100 PS gehe. Im Jahre 2013 habe die Firma Hauer zirka
1 800 Frontlader produziert. Matthias Drees berichtete, dass man schwerpunktmäßig Frontlader für Vier-Zylinder-Traktoren produziere, welche durch die hohe Motorleistung  optimale Voraussetzungen für kraftintensive Hydraulikarbeiten schaffen. Zunehmend würden Frontlader auch in größeren Schleppern verbaut, da die Einsatzbereiche vielseitiger werden und zunehmend höhere PS-Leistungen erforderlich machen. Die Firma MX produzierte im Jahr 2013 circa 10 000 Frontlader.

Vielfältige Aufgaben für den Fachhandel

Der MX T414 ergänzt die bestehende T-Serie und eignet sich für Traktoren von 120 bis 180 PS.
Abschließend ging es darum, wie die Fachhändler im Bereich Service und Vertrieb unterstützt werden und ob die Frontlader im Werk, bei den Traktorenherstellern oder bei den Fachhändlern angebaut werden. Robert Eckert erklärte, dass die Auslieferung der Frontlader ab dem Alö-Werk auf zwei unterschiedlichen Wegen erfolgen könne: Zum einen würden die Schlepper von den Traktorenherstellern mit den wichtigsten Bauteilen, wie zum Beispiel der Konsole, ausgestattet. Alö seinerseits liefert seine gefertigten Schwingen und Arbeitsgeräte zum jeweiligen Fachhändler. Dort werden dann die beiden Komponenten zusammengebaut.
Eine zweite Möglichkeit der Vermarktung liegt darin, dass alle Bauteile  (auch die Konsole) zum Fachhändler geliefert werden und dieser macht schließlich den Schlepper für den Frontlader kompatibel, das heißt, der Händler baut alle Komponenten zusammen und liefert dann den Frontladertraktor komplett an den Kunden aus.
Alö unterhält in Deutschland ein Händlernetz mit neun Verkaufsgebieten. Die jeweiligen Gebietsleiter betreuen die Händler und beraten diese in Bereichen der Verkaufsentwicklung und des Lagerplans, sowie Ausstellungen und Internet­auftritten. Zusätzlich werden die Kunden von drei Servicemitarbeitern am Telefon bei allen technischen Fragen unterstützt. Hubert Fischer antwortete, dass es von Vorteil sei, wenn der Frontlader und der Traktor aus einem Hause komme. Dies biete die Möglichkeit, dass der Kunde, in diesem Falle der Händler (Vertriebspartner), einen zentralen Ansprechpartner im Werk habe. Was nicht zuletzt die Betreuung und die Kommunikation erleichtere. Ronald Hauer berichtete, dass sein Unternehmen im Bereich Service die Händler durch einen online-Ersatzteilkatalog sowie mit Informationen zu den Produkten auf einem eigenen Händlerzugang unterstützt. Weiter sei der technische Kundendienst jederzeit telefonisch erreichbar. In Österreich selbst stehen auch Servicefahrzeuge für Händler beziehungsweise Kunden bereit. Im Verkauf werden die Händler in Österreich, der Schweiz und Südtirol durch Werksreisende direkt vom Unternehmen aus unterstützt. In anderen Ländern erfolgt dieser Support durch Generalvertretungen beziehungsweise Werksvertretungen. Auf die Frage, wo die Frontlader an die Traktoren angebaut werden, gab Ronald Hauer die Auskunft, dass der Anteil der Anbauten im Werk selbst sehr gering sei. Der Großteil der Frontlader werde von den Landmaschinenhändlern angebaut. „Bei Lindner Traktoren aus Kundl in Tirol liefern wir direkt ans Band.“ Anpassungen von neuen Konsolen für Neutraktoren erfolgen größtenteils im Hauer-Werk selbst. Durch neue 3D-Vermessungsmethoden sei man auch in der Lage, Traktoren direkt bei Kunden oder Händlern zu vermessen und mit diesen Daten die Aufbauten dann im Werk zu konstruieren. Matthias Drees erklärte, dass man mit dem Landtechnikhersteller Claas zusammenarbeite und für deren Traktoren die Frontlader liefere. Hierfür würden die Geräte im typischen Claas-Grün lackiert und ausgeliefert. Den Service und den Kundendienst führe dann Claas in eigener Regie durch. Die Lader würden sowohl an das Claas-Fertigungswerk, als auch direkt an die Händler ausgeliefert und dementsprechend angebaut. MX Deutschland verfüge über eigene Service- und Kundendienstleute, sowie eigene Gebietsleiter. Des weiteren sei man OEM-Partner für CNH in Lateinamerika.
Die Fachhändler von Hydrac werden, laut Simon Pammer über den Kundendienst und Hausmonteure unterstützt. Der Vertrieb wird dabei von  Gebietsverkaufsleitern sowie Verkaufsinnendienstmitarbeitern betreut. Angebaut werden die Lader zu 15 Prozent im Hydrac-Werk selbst, weitere zehn Prozent beim Traktorenhersteller und der Rest bei den Fachhändlern (weitere Informationen zu Hydrac finden Sie auf den Seiten 26 bis 28).  (la)
 

Alö

Quicke-Frontlader von Alö im Steyr-Design
Erweiterung des
Versa X-Programms

Der neue X16 Frontlader von Alö wurde für Traktoren von 30 bis 60 PS entwickelt und stellt das kleinste Familienmitglied der Baureihe Versa-X dar. Es handelt sich um einen kleinen Lader, mit dem auch Hobbylandwirte, Holzwerber, Pferde-, GaLaBau- und kommunale Betriebe, ein modernes und übersichtliches Gerät erwerben können. Der Frontlader bietet eine maximale Hubhöhe von ­2,9 Meter im Werkzeugdrehpunkt und  eine Hubkraft von 870 Kilogramm in dieser Arbeitshöhe. Die Losreißkraft beträgt ­
1 ­400 Kilogramm und der An- und Auskippwinkel soll mit 47 beziehungsweise 46 Grad für den Fahrer gute Bedingungen schaffen, auch wenn er mit klebrigen, tonigen Ladegütern arbeitet. Ebenso wie die großen Modelle kann der X16 mit dem Alö LCS-Hydraulikventilsystem gesteuert sowie mit einer dritten Funktion, SoftDrive und MC4 ausgestattet werden. Die Ladergröße ist in Quicke- und Trima-Ausführung verfügbar. Der Frontlader wird ab dem ersten Quartal 2015 lieferbar sein.  W
 

AGCO Fendt

Der Frontlader Cargo ist auch als CargoProfi-Version erhältlich und bietet weitere technische Features.
Zusätzliche Sensorik
für vielfältige Aufgaben

Für die Baureihen 500 und 700 Vario bietet Fendt den Frontlader CargoProfi an. Dieser wird ab dem kommenden Jahr auch für die Serie 300 Vario auf dem Markt erhältlich sein. Durch die in der Schwinge verbaute Sensorik werden neue Funktionen realisiert, beispielsweise eine Wiege- und Memo-Funktion. Derzeit ist der Fendt CargoProfi  für die Frontladermodelle 4X/80, 5X/85 und 5X/90 erhältlich, verfügt dabei über eine Mess- und Neigungssensorik sowie einen Job-Rechner zur Aufzeichnung und Verarbeitung verschiedener Daten und Einstellungen. Diese werden über das Varioterminal vorgenommen und eingesehen. Der Fahrer kann Hubhöhe und Kippwinkel begrenzen. Mit der Memo-Funktion können die abgespeicherten Positionen für Schwinge und Werkzeug für wiederkehrende Arbeitsabläufe immer wieder aufgerufen werden. Um festes Material vollständig aus der Schaufel zu entleeren, bietet der CargoProfi eine schnelle und effektive Rüttelfunktion. Bei lockerem Ladegut hingegen werden Rieselverluste dank der Endlagendämpfung minimiert. Die Durchflussmenge der Hydraulik wird dabei automatisch vor der höchsten und niedrigsten Position reduziert und der Frontlader erreicht sie gedämpft ohne Rucken. Die Wiegefunktion des CargoProfi ermöglicht, Ladungen als Einzel- und Gesamtgewicht aufzuzeichnen. So hat der Fahrer unter anderem die volle Kontrolle über Ladung und Gesamtgewicht des Abfuhrfahrzeugs und
kann beispielsweise sehr exakt Getreide laden. Ebenfalls voll in das Bedienkonzept des Fendt Vario integriert startet die Wiegefunktion per Knopfdruck. Die Informationen sind stets über das Varioterminal einzusehen. Für die Cargo Frontlader ist ein breites Angebot an Original Fendt-Werkzeugen erhältlich. W

Hauer

Die Frontladerbaureihe POM-R für Kompakttraktoren bis 55 PS.
Für den
Langzeiteinsatz

Die Frontladergeneration POM-R von Hauer wurde vorzugsweise für Kunden im semiprofessionellen Bereich entwickelt. Ungeachtet der leichteren Ausführung lässt die Frontladerserie in Sachen Rationalität, Leistung und universeller Einsetzbarkeit keine Wünsche offen. Das, nach Werksangaben, robust gestaltete Ladeschwingenprofil aus Feinkornstahl, die durchdachte Gestaltung bei der Unterbringung der
Hydraulikleitungen, das modulare Hydraulik-Ventilsystem und ansprechendes Design soll den „POM-R“ zum zuverlässigen Partner für viele Jahre machen. Neu für Kompakttraktoren bis 55 PS hat Hauer die Frontladerserie POM-R um die Baugröße 40 erweitert. W
 

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