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AT-Fachbeiträge

"Gold Edition der Spritzenprüftechnik" aus der AGRARTECHNIK 02/2014

von , am
19.02.2014

Ernst Herbst Prüftechnik feierte Jubiläum | Auf der Agritechnica 2013 in Hannover hatte die Ernst Herbst Prüftechnik e.K. allen Grund zu feiern. Seit 40 Jahren wird bei der Firma aus dem oberpfälzischen Hirschbach (bei Nürnberg) die Kontrolle und Einstellung von Pflanzenschutzgeräten durchgeführt. Und seit rund 20 Jahren steht sie für die Produktion von professioneller Prüftechnik von Pflanzenschutzgeräten.

{BILD:602324:jpg}Geschäftsführer Ernst Herbst nahm das Jubiläum zum Anlass, auf der Agritechnica 2013 eine Gold Edition des Sprayer-Test 1000 zu enthüllen. Mit der Maschine wird die Querverteilung einer Pflanzenschutzspritze mittels eines Prüfwagens gemessen. Die Goldmodelle sind mit einem auf zwei Meter verlängerten Messtisch (eine Ausrüstungsoption, Standard sind 1,5 Meter) ausgestattet für die einfachere Überprüfung von Doppelflachstrahldüsen.
 

Gold-Modell in Husum

Bei einem Messvorgang des Spayertest 1000 fährt der Prüfwagen auf einer 30 Meter langen Schiene die gesamte Breite des laufenden Gestänges ab und misst in Dezimeterschritten die Menge der anfallenden Spritzbrühe. Gesteuert wird der Messvorgang über ein einfaches Terminal. Die Daten werden dann auf einen Rechner mit der entsprechenden Software übertragen und ausgewertet.
Die fünf Sondermodelle haben großes Interesse auf sich gezogen und wurden innerhalb kurzer Zeit verkauft. Ernst Herbst berichtet: „Das begann schon direkt nach der Enthüllung. Bernd-Uwe Johns, Geschäftsführer der HaGe Technik GmbH Husum hat geduldig gewartet, bis mein Gespräch mit den anwesenden Reportern beendet war. Er hat dann sofort zugegriffen und die Nummer 1 der Gold­ Edition bestellt. Das Gerät wird 2014 in den Werkstätten der HaGe in Husum, Heide, Westerhorn, Gnutz und Kisdorf seinen Dienst in der Geräteprüfung verrichten. Mit diesem Gerät stehen dann in Schleswig-Holstein flächendeckend Prüfgeräte von Herbst zur Gerätekontrolle zur Verfügung.“
Die Firma Herbst Prüftechnik hat sich in den vergangenen zwei Jahrzehnten zum europäischen Marktführer von Prüf- und Messgeräten für Pflanzenschutzgeräte entwickelt. 1993 wurde in Deutschland eine regelmäßige Prüfung der Spritzgeräte gesetzliche Pflicht. Seitdem wurden viele 100 Herbst-Prüfstände ausgeliefert – von denen die allermeisten immer noch in Funktion sind, berichtet der Geschäftsführer stolz. Dabei umfasst sein Team nur zwölf Leute. Seine drei Söhne Wolfgang, Manfred und Florian zählen ebenso dazu, wie seine Frau Karin – ein echtes Familienunternehmen.{BILD:602320:jpg}
 

Nachfrage unabhängig von Prüfintervallen

Für die Messe und die aktuelle Marktlage zieht Ernst Herbst eine positive Bilanz: „Für uns war es die 9. Agritechnica und wir hatten noch nie so viele Abschlüsse direkt auf der Messe wie dieses Jahr. Es herrscht eine sehr gute Stimmung, auch bei den Werkstätten. Dies, obwohl für Deutschland der Pflichtkontroll-Rhythmus von zwei auf drei Jahre verlängert wurde und in 2014 dadurch weniger Pflanzenschutzgeräte zur Kontrolle erscheinen werden. Aber nicht nur das Inland, sondern auch das Ausland war bei uns sehr stark mit Aufträgen vertreten. Auffallend war, dass Länder, die noch sehr weit von irgendwelchen Prüfvorschriften entfernt sind, unsere Messgeräte nachgefragt haben. So waren zum Beispiel Kunden aus Südafrika, Brasilien und Argentinien an unseren Geräten interessiert. Die Landwirte und Werkstätten erkennen – unabhängig von den amtlichen Prüfintervallen – immer mehr das Potential einer guten Maschineneinstellung durch unsere Messgeräte. Gerade im Obstbau haben wir mit unserer Neuentwicklung des Windprüfstandes vor zwei Jahren einen richtigen Nachfrageboom bei den Landwirten in vielen Ländern ausgelöst.“ (Siehe hierzu auch AGRAR­TECHNIK 06.2012, Seiten 34 und 35.)  

Vorteile erkennen

Die Firma Herbst Prüftechnik vertreibt auch Komponenten der Firma Imovilli Pompe. Exportleiter Vittore Baldi gratulierte auf der Agritechnica zum Jubiläum und bedankte sich für die gute Zusammenarbeit. Die neue Pumpenserie DB mit der modularen Anordnung von Zylindern habe bei Konstrukteuren sehr viel Interesse geweckt, so Ernst Herbst.
Leider sei jedoch die Harmonisierung der EU-Richtlinien noch weit von der Ideallinie entfernt, berichtet Ernst Herbst. „Schade ist hier, dass in weiten Strecken nicht auf den Erfahrungsschatz von Ländern wie Deutschland, Holland oder Österreich mit mehr als 20 Jahren Prüferfahrung zurückgegriffen wird. Es steht zwar fest, dass in allen Mitgliedsstaaten die Pflichtprüfung angewendet wird und künftig auch zur gegenseitigen Anerkennung führen soll. Aber in Ländern wie Frankreich oder Italien wird zurzeit das Rad neu erfunden und an Regelungen gebastelt, von denen der Praktiker keinen echten Nutzen hat. Hier sind die professionellen Landwirte häufig den behördlichen Stellen weit voraus. Sie lassen ihre Geräte in einer Weise überprüfen und einstellen, die weit mehr Prüfumfang hat, als die amtlichen Merkmale vorsehen. Und das geschieht rein aus der Erkenntnis der Praktiker, dass sie davon einen betriebswirtschaftlichen Vorteil haben und gleichzeitig einen hohen Umweltschutzzweck erfüllen. Ein Fachhändler, der mit diesen Argumenten agiert, kann mit seiner Prüftechnik viel Erfolg haben.“(mm)
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