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AT-Fachbeiträge

"Hohes Gras, hoher Markt" aus der MOTORGERÄTE 10/2014

von , am
07.10.2014

Marktübersicht Hochgrasmäher, Teil 2 | Der Markt von Hochgrasmähern bewegt sich auf einem hohen Niveau. Starke Schwankungen nach oben oder unten werden derzeit nicht erwartet. Um die eigenen Marktanteile zu halten beziehungsweise zu steigern, setzen die Hersteller nun auf Automatisierung und ein Plus an Ergonomie.

Der Markt für Hochgrasmäher hat sich zum Vorjahr leicht positiv verändert. Die Nachfrage ist in diesem Bereich stark wetterabhängig. © Werkbild
{BILD:618613:jpg}{BILD:618614:jpg}{BILD:618615:jpg}Das Kundenspektrum, das in einen Hochgrasmäher investiert, ist sehr breit gestaffelt. Kommunen und Landschaftspfleger gehören ebenso dazu, wie Obst- und Weinbauern, Landwirte mit Weidehaltung, Autobahn- und Straßenmeistereien sowie Privatpersonen mit entsprechenden Grundstücken. Der Markt ist in diesem Bereich stark wetterabhängig. Trockene Sommer mit hohen Temperaturen bedeuten eine Kaufzurückhaltung. Regelmäßige Niederschläge bei moderaten Sommertemperaturen steigern die Nachfrage.
Nachfragesteigernd ist auch, dass immer mehr Anwender ihre Wiesen nicht mehr zur Futterernte nutzen. Und auch Profis müssen, wegen der Kosten für die Entsorgung des Grünguts, in immer längeren Abständen mähen. Der Markt für Hochgrasmäher hat sich folglich in den vergangenen Jahren nach oben entwickelt und bewegt sich nun – wie wir in der vergangenen Ausgabe (MOTORGERÄTE 08-2014, Seiten 15 bis 17) festgestellt haben – seitwärts auf einem hohen Niveau. Nun wollten wir von den Herstellern wissen, welche technischen Trends sich in den kommenden Jahren durchsetzen werden.
So erwartet Wilfried Wurst von der Echo Motorgeräte Vertrieb Deutschland GmbH im Profi-/Kommunalbereich vor allem einen Zuwachs an ferngesteuerten Mähraupen.
Die Antwort von Viking-Produktmanager Andreas Müller geht ebenfalls in diese Richtung: „Die Automatisierung wird auch in diesem Segment weiter zunehmen, wie zum Beispiel die ferngesteuerten Hochgrasmäher-Modelle beweisen. In Zukunft werden wir vielleicht auch Hochgrasrobotermäher sehen.“ Auch Gralf-Edzard Michalsky (Produkt Manager der Agria-Werke GmbH) erwartet im Segment Hochgrasmäher eine gesteigerte Nachfrage nach ferngesteuerter Mähtechnik. Außerdem werde eine rotierende Mähtechnik – im speziellen Trommel- und Kreiselmähtechnik – die oszillierende Mähtechnik, wie Mähbalken, nach und nach ersetzen. Nach Sicht von Stéphanie Schmitt aus dem Marketing von Etesia habe vor allem der Allradantrieb stark an Nachfrage gewonnen. Dieser Trend werde sich fortsetzen. Zudem würden ab 400 Kilogramm Überrollbügel zur Pflicht werden. Irus-Verkaufsleiter Ralph Bahle erwartet, neben einem Plus an Leistung, vor allem auch mehr elektronische und hydraulische Komponenten in Hochgrasmähern. Helena Kessler aus dem Marketing der telsnig Forst- & Gartentechnik erklärte: „Wir sehen eine starke Tendenz in Richtung Spezialmaschinen, um den Anwender zu entlasten.“ Ein Beispiel dafür sei die Einführung des SP 1000 Böschungsmähers. Dieser würde das Arbeiten am Hang erheblich erleichtern, da der Anwender nicht mehr mit einer Motorsense im Steilhang stehen und arbeiten müsse. „Des Weiteren“, so Helena Kessler, „nimmt der Markt der 4-WD Aufsitzgestrüppmäher stark zu. Hydrostatische Fahrantriebe werden nach und nach immer mehr in handgeführten Geräten verbaut und werden langfristig das Schaltgetriebe ablösen.“ Henning Vielitz von der Vielitz GmbH berichtet abschließend: „Der Bereich der Spezialmaschinen – zum Beispiel Unterzaunmäher – wird künftig sicherlich mehr bedient werden, da die Grundmaschinen seit vielen Jahren erfolgreich laufen. Ebenfalls gehe ich davon aus, dass Kreiselmäher mit mehreren Tellern – also mehr als drei Teller – in Zukunft auf dem Markt erhältlich sein werden. Hier wird sicher die Palette der möglichen Arbeitsbreite etwas größer werden und so die ‚Lücke’ zum Balkenmäher schließen.“              (mm)
 

Husqvarna

Der Husqvarna Elite SPH 2 ist ein Wiesenmäher für hohes Gras, niedrige Sträucher und mittelgröße Flächen.
Derzeit hat Husqvarna (neben verschiedenen Produktgruppen wie auch Frontmäher und Gartentraktoren) sechs Produkte im Sortiment, die in die Kategorie Hochgrasmäher fallen. Diese Balken- und Wiesenmäher stellen dabei eine Abrundung des Gesamtsortiments dar. Der zu den Wiesenmähern gehörende DB51 ist für hohes Gras entwickelt. Eine zentral am Griff positionierte Schnitthöhenverstellung zeichnet die Maschine aus. Er ist selbstfahrend und mit großen Hinterrädern sowie schwenkbaren Vorderrädern ausgestattet. Der Motor leistet 2,6 kW bei 3 200 Umdrehungen in der Minute. Sein größerer Bruder, der DBH51, verfügt über 3,3 kW bei 3 600 Umdrehungen. Der Elite SPH 2 ist ein Wiesenmäher für hohes Gras, niedrige Sträucher und mittelgröße Flächen. Er verfügt über einen automatischen Antrieb mit großen Rädern, eine variable Geschwindigkeitsregelung mit zwei Gängen sowie ein flexibel gelagertes Vorderrad. Seine Motorleistung liegt bei 3,8 kW bei 3 600 Umdrehungen. Weiter enthält das Sortiment von Hus­qvarna noch drei Balkenmäher – den SKL 72 H, den H472 und den H 592-4. Ihre Schnittbreite liegt bei 72, 82 und 92 Zentimeter. Die Honda GCV-Motoren verfügen über 135 Kubikzentimeter.
Die Marke Husqvarna wird ausschließlich über den serviceleistenden Fachhandel vertrieben.
 

Herkules-Telsnig

Neu im Sortiment von Telsnig-Herkules ist der Herkules Allesmäher SH 72 H Hydro. © Werkbild
Die Firma Telsnig Forst- & Gartentechnik - Herkules Motorgeräte bietet im Bereich Hochgrasmäher drei Profi-Rasenmäher mit Kardanantrieb und Hydros­tat, sechs Alles- & Wiesenmäher, vier Aufsitzgestrüppmäher, fünf Schlegelmäher und zwei Böschungsmäher vom Hersteller OREC. Das Sortiment sei, so Helena Kessler (Marketing bei Telsnig), für die schweren Aufgaben von Landschaftsgärtnern und Winzern, der Kommunen und Autobahnmeistereien sowie in Weihnachtsbaum- und Obstbaumplantagen gedacht. Aber auch Forstbetriebe, landwirtschaftliche Betriebe, Golfplätze und private Anwender gehören zu den Kunden.
Die Maschinen besitzen ein Profigetriebe, eine Differentialsperre (außer SH 50), einen verwindungssteifen Rohrrahmen-Aufbau, ein 2,5 Millimeter Stahlblechgehäuse, eine 3D Holmverstellung sowie eine zentrale Schnitthöhenverstellung, doppelt gelagerte Messerwellen und das Herkules-Sicherheits-System (HSS mit zehn Jahren Garantie auf Kurbelwellenschäden). Es können Gestrüppwendemesser und Mulchmesser eingesetzt werden. Angetrieben werden die Maschinen von Profi-4-Takt-Motoren. Der Mäh- und der Fahrantrieb können getrennt geschaltet werden. Das Sortiment der Hochgrasmäher sei für das Unternehmen sehr wichtig, so Helena Kessler, „da wir eine der breitesten und tiefsten Sortimente am Markt bieten und jährlich unsere Marktanteile ausbauen.“ Das Sortiment werde ausschließlich über den servicegebenden Fachhandel vertrieben.

 

Vielitz

Bei den Kreiselmähern von Vielitz kommen bis zu sechs Klingen pro Mähteller zum Einsatz.
Die Vielitz GmbH aus Bremen unterscheidet bei Hochgrasmähern zwischen Kreiselmähern, Hochgrassichelmulchern und Hochgrasschlegelmulchern. Kreiselmäher stellen rein von der Anzahl der verkauften Maschinen die größte Position. Bei den Kreiselmähern kommen bis zu sechs Klingen pro Mähteller zum Einsatz. Durch die hohe Zahl an Klingen soll ein besserer Schnitt und ein besserer Abtransport des Materials erreicht werden. Weiter besitzen die Maschinen einen variablen Radantrieb per Variator, der von einem Bowdenzug am Lenkholm verstellt wird. Durch die variable Geschwindigkeit kann die Arbeitsgeschwindigkeit besser an den Bestand angepasst werden. Diese beiden Elemente (die Erhöhung der Mähklingen und der variable Antrieb) ist eine Neuheit seit Ende 2013 / Anfang 2014. Bei den Hochgrassichelmulchern ist im kleineren Bereich (55 Zentimeter Schnittbreite, 6,5 PS Honda Motor) ebenfalls ein Variator verbaut. Das Sortiment sei, nach Werksangaben, sehr umfangreich. Es werden hydrostatische Antriebe, Gangschaltungen, Scheibenbremsen und mehr angeboten. Für die Saison 2015 ist der Ausbau des Sortiments von Schlegelmulchern geplant, um preislich interessanter zu sein, so Henning Vielitz auf Anfrage. Hier werde es sicherlich für den gelegentlichen Einsatz eine etwas schlankere Maschine geben. Ebenfalls sind besondere Maschinen zum Mähen unter Zäunen geplant, die handgeführt sind. Hochgrasmäher stellen für das Unternehmen eine extrem wichtige Produktgruppe dar, so Henning Vielitz. „Hier sind noch Wachstumsmöglichkeiten durch den Ausbau der Produktpalette vorhanden.“ Die Produkte würden in der Regel über den Fachhandel verkauft. Wenn aber zum Beispiel noch kein Händler mit Gebietsschutz vor Ort ist, seien Ausnahmen möglich. Als wichtige Kunden gelten Pferdehalter/-züchter und Schafhalter/-züchter. Ebenfalls gibt es viele Garten- und Landschaftsbauer im Kundenkreis. Auffallend sei, so Henning Vielitz: „Sobald die ersten Maschinen vor Ort umgesetzt wurden, folgen weitere Aufträge.“
 
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