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AT-Fachbeiträge

"Lösungen bieten" aus der AGRARTECHNIK 02/2014

von , am
04.02.2014

Welger bleibt als Markenname | Die Welger Maschinenfabrik in Wolfenbüttel heißt seit dem 1. Januar 2014 Lely Vermeer Maschinenfabrik, nach den Eigentümern Lely und Vermeer. Was sich sonst noch verändert hat, haben wir in Wolfenbüttel erfahren.

Mit Unterbrechung durch ein Management-Buy-Out gehört die Welger Maschinenfabrik in Wolfenbüttel seit 1995 und schlussendlich seit 2008 zur Lely-Gruppe. Sie ist einer von drei Produktionsstandorten in Deutschland. Die zwei weiteren sind Leer mit Windkraftanlagen unter dem Namen Aircon und Waldstetten, der ehemalige Mengele-Standort, wo heute auch die Lely Deutschland als Vertriebsniederlassung angesiedelt ist. Die vierte Produktionsstätte der Lely-Gruppe ist der Hauptstandort des niederländischen Unternehmens in Maassluis. In Wolfenbüttel sind rund 330 Mitarbeiter beschäftigt, darunter 25 gewerbliche Auszubildende. Die Maschinenfabrik bedeckt eine Fläche von 95 000 Quadratmeter, davon 54 000 Quadratmeter unter Dach. Etwa 2 840 Maschinen haben 2013 die Fertigungsstraßen verlassen. Seit dem 1. Januar 2014 heißt der Wolfenbütteler Standort Lely Vermeer Maschinenfabrik, denn Lely hält seit 2008 75 Prozent der Anteile an der Maschinenfabrik und der US-amerikanische Hersteller Vermeer 25 Prozent. „Diese Besitzverhältnisse werden mit dem neuen Namen zum Ausdruck gebracht“, erläutert Markus Kube, Vertriebsdirektor NCEE, Lely International N.V.. Seit dem 11. November 2013 ist Martin Stolpmann neuer Geschäftsführer der Maschinenfabrik in Ostniedersachsen. In Wolfenbüttel laufen die Rundballenpressen mit fester und variabler Kammer in Rot und Gelb vom Band, unter Lely Welger oder Vermeer, je nachdem, für  welchen Markt sie bestimmmt sind. Die Produktion in den Hallen wird ständig optimiert, ob im Bereich der Lackierung oder der Vorfertigung, um die Zwischenlagerung zu reduzieren. Ziel ist es, näher am Kunden zu bauen und eine kontinuierliche Auslastung zu erreichen. Momentan werden täglich sieben bis acht Rundballenpressen mit variabler und drei bis vier mit fester Kammer gebaut.{BILD:601490:jpg}{BILD:601484:jpg}

Kontinuierliches Wachstum

In das Verantwortungsgebiet von Markus Kube von der Beringsee bis zum Mittelmeer fallen rund 36 Prozent des Gruppenumsatzes. Dieser lag 2013 bei gut 580 Millionen Euro nach 565 Millionen Euro im Vorjahr. Die Lely-Gruppe beschäftigt weltweit rund 2 200 Mitarbeiter. Sechs Prozent des Umsatzes werden in Forschung und Entwicklung investiert. 61 Prozent des Umsatzes entfallen auf die Melktechnik einschließlich Stall- und Fütterungstechnik, 29 Prozent auf die Landtechnik und zehn Prozent auf die Tätigkeit als Importeur für Toro in vier Ländern Europas. Mittlerweile vertreibt die Lely Gruppe ihre Produkte in mehr als 60 Ländern, davon haben über 30 eigene Vertriebsniederlassungen. Dazu zählen beispielsweise Länder wie Brasilien, China, Skandinavien, Kanada und Australien. „Wir arbeiten nur mit wenigen unabhängigen Importeuern zusammen“, so Markus Kube. „Wir bei Lely verfolgen eine langfristige Strategie“, betont Markus Kube. „Das ist wichtig für die Belegschaft, wichtig für die Nachhaltigkeit und wichtig für die Innovationskraft in der Landwirtschaft. Einen hohen Stellenwert in der Unternehmensphilosophie nimmt auch der gegenseitige Respekt ein, auch vor allem gegenüber der Umwelt. „Mit unserer Technik für die Innen- und Außenwirtschaft bearbeiten wir ein komplexes Thema, das wir künftig noch durch die Energieerzeugung ergänzen werden“, beschreibt Markus Kube die Situation. Das von Lely angebotene Dienstleistungs- und Produktportfolio von Maschinen für die Futterernte über automatische Fütterungssysteme und Stallreiniger bis hin zu Melkrobotern verleiht dem Unternehmen im Agrarsektor eine Alleinstellung. Aktuell entwickelt Lely darüber hinaus Betriebskonzepte für energieneutrale Abläufe in der Landwirtschaft. Seit vielen Jahren ist Lely Marktführer im Bereich Robotermelksysteme und hat eine starke Marktposition bei Futterernteprodukten. „Das Rindvieh steht im Mittelpunkt unserer Bestrebungen“, ergänzt Markus Kube. „Neben der Technik können wir unseren Kunden auch Softwarelösungen anbieten und sie beraten, wie sie ihre Betriebe optimal führen können. Dazu haben wir in Deutschland sechs Farm-Managementberater für Milchviehbetriebe im Einsatz. So konnte nachweislich auf Beispielbetrieben die Milchleitung von 9 600 Liter pro Kuh und Jahr auf rund 11 500 Liter gesteigert werden.Der größte Kostenfaktor in der Milcherzeugung ist die Fütterung und kein Wettbewerber hat ein derartiges Know-how in diesem Bereich zu bieten wie wir“, unterstreicht der Vertriebsdirektor. „Mit unserer Software kann der Landwirt jederzeit den Status seiner einzelnen Kühe abfragen. Das Management macht den erfolgreichen Betrieb.“ {BILD:601487:jpg}{BILD:601489:jpg}

Produktneuheiten

Lely T4C InHerd ist eine Verwaltungsplattform für landwirtschaftliche Betriebe, die mit mobilen Geräten arbeitet. Mit der Echtzeit-Überwachung der Leistungsmerkmale und der Gesundheit der Kühe sollen sich die Betriebsergebnisse verbessern.
Auf der Agritechnica in Hannover hat Lely eine Neuheit aus Wolfenbüttel vorgestellt: die neue Lely Welger RP 205, eine Rundballenpresse mit Festkammer für die Ballengröße 1,23 mal 1,25 Meter. Mit dieser Neuheit stattet Lely nun das vollständige Sortiment Rundballenpressen mit kurvenbahnlosem Pick-up, erneuerter Zugdeichsel und charakteristischen Abdeckungen aus. Die Lely Welger RP 205 ist mit der bewährten Presskammer mit 18 Presswalzen und mit mechanischer Verriegelung ausgerüstet. Die RP 205 ist serienmäßig mit einem großen Förderrotor ausgestattet,  ein Schneidwerk gibt es nicht. Die 2,25 Meter breite mit fünf Zinkenträgern ausgeführte Pick-up ist mit neuartigen Zinken mit einer sehr robusten Befestigung ausgestattet. Eine Ergänzung hat das Lade- und Silierwagensegment mit dem Lely Tigo PR erfahren. Er ersetzt den Lely Tigo R Profi mit drei Modellen im Volumenbereich von 31 bis 41 Kubikmeter DIN. Die Modelle Tigo PR verbinden die neuen Technologien des Tigo XR wie beispielsweise die schwenkbare Stirnwand mit der bewährten Ladekapazität des Tigo R Profi. Die Ladewagen Tigo XR und Tigo PR bieten durch ihre kompakte Bauweise, hohe Aufnahmekapazität und schonende Behandlung des Ernteguts eine gelungene Produktlinie für große Viehwirtschaftsbetriebe und Lohnunternehmer.
 

E-Link Pro

Ein Steuersystem, das mehr Übersicht bietet und schnell und einfach zu bedienen ist, vertreibt Lely unter dem Namen E-Link Pro. Im Startbildschirm sind alle wichtigen Funktionen übersichtlich angezeigt. Über einen USB-Anschluss können Daten in einfacher Weise ausgelesen werden. Dadurch ist es beispielsweise möglich, Ergebnisse, Flächen und Kundendaten zu speichern und auszutauschen. Seit diesem Jahr ist das Terminal allgemein verfügbar und kann nun auch für die
Lely Welger RP 445 und als zusätzliches virtuelles Terminal für den Lely Tigo XR und den neuen Lely Tigo PR eingesetzt werden.
 

Im Stall

Im Bild zu sehen sind die Verwaltungsgebäude der geschichtsträchtigen Welger Maschinenfabrik in Wolfenbüttel. Seit dem 1. Januar 2014 fimeirt das Unternehmen unter Lely Vermeeer Maschinenfabrik, was die Besitzverhältnisse widerspiegelt. Der Name Welger bleibt als Marke für die Presstechnik erhalten.
Lely T4C InHerd  ist eine Verwaltungsplattform für landwirtschaftliche
Betriebe, die mit mobilen Geräten arbeitet. Mit diesem modernen Hofverwaltungssystem kann der Landwirt ständig prüfen, wo seine Aufmerksamkeit gerade am dringendsten benötigt wird. Mit der Echtzeit-Überwachung der Leistungsmerkmale und der Gesundheit der Kühe verbessern sich die Ergebnisse eines landwirtschaftlichen Betriebs. So arbeitet der Landwirt gezielter, wirksamer und auch gelassener.
T4C InHerd ist ein mobiles System zur Organisation der Arbeitsflüsse und Tätigkeiten des Personals und zur Überwachung der Arbeitsfortschritte. T4C InHerd nutzt die besten Verfahrensweisen von Lely zur Leitung eines robotergesteuerten Betriebes.
Ein wichtiger Teil des Lely Vector Fütterungssystems ist der Futtervorratsbereich, der dem Viehhalter wesentlich mehr Flexibilität bietet als andere automatische Fütterungssysteme. Basierend auf Erfahrungen der letzten Jahre wurde der Futtergreifer weiter optimiert. So wurde eine 3D-Kamera auf dem Greifer montiert, die Blöcke und Ballen in Breite, Tiefe und Höhe scannt. Die Aufhängung des neuen Greifers ist flexibler als die des Vorgängertyps. Dadurch kann der Greifer die Blöcke oder Ballen besser und präziser fassen. (rk)
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