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AT-Fachbeiträge

"Massen transportieren" aus der AGRARTECHNIK 07/2014

von , am
16.07.2014

Trendbericht Lade- und Silierwagen – Teil 1 | Lade- und Silierwagen werden insbesondere von Profi-Kunden verstärkt nachgefragt. Diese haben auch sehr hohe Anforderungen an die Technik. ­AGRARTECHNIK hat die aktuellen Entwicklungen unter die Lupe genommen.

{BILD:613295:jpg}Zum Ende der Grünfuttererntetechnik-Saison 2013 vermeldete der VDMA: „Ohne zusätzliche Dynamik zum Saisonende zeigte sich das ­Lade- und Erntewagengeschäft. Die ­Verkaufszahlen gingen hier erwartungsgemäß um 14 Prozent auf 767 Einheiten zurück. Nach einer Steigerung in den letzten zwei Jahren wurde damit auch der langjährige Durchschnittswert im deutschen Markt wieder unterschritten.“
Insgesamt ist zu sagen, dass die Bedeutung des Ladewagens im eigenmechanisierten Betrieb abgenommen hat. Statt dessen ist das Interesse bei Lohnunternehmern gewachsen, mit sehr hohen Ansprüchen an die Technik.
 
AGRARTECHNIK hat sich mit einigen namhaften Herstellern über die Situation auf dem Markt, die Partnerschaft zum Fachhandel und die aktuellen Trends in der Technik unterhalten.
Leichter Marktrückgang
Zunächst wollten wir von den Firmenvertretern wissen, wie sich der Markt von Lade- und Silierwagen aus deren Sicht entwickelt hat und mit welcher Tendenz für die kommenden Monate und mittelfristig gerechnet wird.
Anne Ehnts (Leiterin Fachpresse & stellvertretende Leiterin Unternehmenskommunikation bei der Claas KGaA mbH) antwortete: „Der Ladewagenmarkt entwickelt sich im eigenmechanisierten Bereich weiter zurück. Das Profi-Segment wird jedoch weiter wachsen, da der Kombiwagen als Bestandteil der Gras-Häckselkette noch Leistungssteigerung verspricht und der Substrat-Transport zusätzliche Auslas­tung bietet – was gegen Groß-Ladewagen und für Kombiwagen spricht. Wir rechnen in Deutschland mit einem relativ stabilen Kombiwagenmarkt um die 300 Stück.“
Heinrich Wingels (Marketingleiter bei der Maschinenfabrik Bernard Krone GmbH) erklärte: „Der Ladewagenmarkt bewegt sich nach einem Tief in den neunziger Jahren heute wieder auf einem relativ stabilen Niveau. Mit gravierenden Veränderungen rechnen wir in diesem Segment nicht.“
Markus Schneider (Marketingleiter bei der Lely Deutschland GmbH) meinte, der Gesamtmarkt in Deutschland sei leicht rückgängig gewesen. Aktuell sei er stabil, aber immer noch mit leichtem Marktrückgang. „Der Einbruch im Bereich Biogas frequentiert den Ladewagen nicht sehr stark. Das betrifft eher die Bereiche Häcksler und Transporttechnik.“
Dolf Versteege (Produktmanager Kaweco bei Kamps de Wild) erwartet, dass der Markt von Silagewagen stabil bleiben wird. Es würden ältere Wagen ersetzt für neue und kleinere Wagen für größere. Wenn andere Produkte – neben der Silage – als Brennstoff für Biogasanlagen benützt werden, käme auch ein Rollbandwagen in Frage. Eine Wiegeeinrichtung solle dann zur Standardausstattung gehören.
Manuel Zweimüller (Produktmanager bei Pöttinger) berichtet: „In den vergangenen Jahren war der Absatz leicht schwankend, derzeit aber relativ stabil. Wir rechnen mit einer Seitwärtsbewegung bei den Absatzzahlen von Ladewagen.“
 

Kompetenz und Schnelligkeit

Dann befragten wir die Hersteller nach deren Unterstützung ihrer Fachhändler im Vertrieb und im Service der Lade- und Silierwagen. Hierzu erläuterte Christian Göttke (Produktmanager bei der Ludwig Bergmann GmbH Maschinenfabrik): „Unsere Fachhändler und Partner werden durch Werkstatt-Personalschulungen, aber auch durch den Einsatz unserer Werksmonteure unterstützt. Dabei werden sowohl Ersteinsätze begleitet, Maschinen je nach Einsatzbedingungen optimiert, als auch die örtlichen Servicekräfte geschult. Darüber hinaus zeichnet die Firma Bergmann eine hohe und vor allem schnelle Ersatzteilverfügbarkeit aus. Das Serviceteam ist rund um die Uhr, ganzjährig erreichbar und kann mit Rat und Tat zur Hilfe herangezogen werden.“
Anne Ehnts (Claas) berichtet: „Mit unserem existierenden Ersatzteil-Regionallagerkonzept bieten wir dem Händler, Lohnunternehmer und Landwirt sicherlich die beste Ersatzteil-Verfügbarkeit und damit auch die höchste Einsatzsicherheit in der Branche. Die Claas Academy bietet im Winterhalbjahr umfangreiche Vertriebs- und Service-Trainings an. Unsere Abteilung Verkaufsförderung organsiert regionale Fahrerschulungen, um das Potenzial der Maschinen optimal ausnutzen zu können. Nacherntechecks und Wartungsverträge sind bei uns selbstverständlich im Angebot – wir würden uns hier eine größere Nachfrage wünschen.“
Heinrich Wingels (Krone) erklärt: „Wir unterstützen natürlich unsere Fachhändler durch Schulungen, Workshops und so weiter.“ Als Stichworte nennt er das neue Schulungszentrum und die Erweiterung des Ersatzteilzentrums. „Darüber hinaus nutzen Traktorenhersteller – zum Beispiel JCB – gerne unsere Ladewagen für eigene Demotouren. Das hilft natürlich auch unseren Händlern.“
Markus Schneider (Marketingleiter bei der Lely Deutschland GmbH) meint zum Thema: „Den Bereich Service betrachten wir als äußerst wichtig. Technikschulungen für Händler wurden in den Wintermonaten flächendeckend in Deutschland an verschiedenen Standorten und/oder landwirtschaftlichen Lehranstalten durchgeführt. Die schnelle Ersatzteilverfügbarkeit sehen wir als äußerst wichtig an. Daher wurde auch der Ausbau unserer Ersatzteilstützpunkte forciert. Durchsichten beziehungsweise Winterchecks werden angeboten, aber eher im Pressenbereich angenommen.“
Manuel Zweimüller (Pöttinger) berichtet: „Unsere Vertriebspartner und Servicefachkräfte werden permanent in ihrer Produkt- und Reparaturkompetenz geschult. Ein hoher Servicegrad steht bei uns an erster Stelle. Unsere Händler können sich über das Online-PartnerPortal jederzeit über unser aktuelles Schulungsprogramm informieren und anmelden. Ebenso erhalten sie im Portal laufend Informationen über technische Updates zu unseren Maschinen.“
In dem zentralen Ersatzteillager und den Stützpunkten würden rund 50 000 verschiedene Ersatzteile lagern – vom kleinsten Dichtungsring bis zum kompletten Geräterahmen. Manuel Zweimüller weiter: „Benötigte Teile werden einfach über unser Online-PartnerPortal bestellt. Alle Händler haben die Möglichkeit dort Verfügbarkeiten und Preise abzufragen und Bestellungen 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche online aufzugeben. Vorrätige Teile, die während der Saison bis 16.30 Uhr geordert werden, verlassen noch am selben Tag unser Werk.“
 

Fahrwerk und Reifen passen sich an

Um den steigenden Ladevolumen gerecht werden zu können, werden verschiedene Transport-Lösungen angeboten. Nun stellte sich die Frage, ob es einen Trend weg vom Tandem- hin zum Tridem-Fahrwerk gibt. Zudem wollten wir wissen, wie sich die Nachfrage nach Lenkachsen entwickelt und in welche Richtung sich die typischen Reifengrößen und -drücke bewegen.
Hierzu meinte Christian Göttke (Bergmann): „In den vergangenen Jahren ist der Trend zu größeren Ladewagen nicht von der Hand zu weisen. Jedoch ist der Anteil an Tridem-Fahrzeugen nicht im gleichen Maße gestiegen. Der Grund dafür sind die noch vielfach kleinen Strukturen auf Milchviehbetrieben, so dass es schlichtweg häufig an Rangierflächen mangelt. Jedoch steigt die Nachfrage nach Lenkachsen auch bei Tandem-Fahrgestellen stetig an. Diese Technik schont sowohl die Grasnarbe als auch den Reifenverschleiß der mitunter kostspieligen Bereifungen.“
Anne Ehnts (Claas) erklärte: „Im Bereich ab 24 Tonnen oder ab rund 38 Kubikmeter sind bei uns 26.5 Zoll-Fahrwerke zum Standard geworden. Bei größeren Fahrzeugen und ausreichender Auslastung wird das Tridem-Fahrwerk verstärkt nachgefragt. Alternativ zum Tridem können wir derzeit als einziger Hersteller eine 1 480 Millimeter hohe 30.5 Zoll-Bereifung auf Tandem-Fahrzeuge montieren. Beim Tandem ist die über ISOBUS gesteuerte automatische Nachlauf-Lenkachse der Standard. 
Dr. Dietmar Franke (aus der Öffentlichkeitsarbeit von Joskin) sieht eine verstärkte Nachfrage nach elektronisch gesteuerten Lenkachsen. „Alle unsere Fahrzeuge sind serienmäßig mit Lenkachsen ausgestattet. Grundsätzlich gilt die Regel: Je größer das Volumen, desto häufiger kommen elektronische oder mechanische Zwangslenkung zum Einsatz.“ Die Reifengrößen würden fast ausschließlich 26,5 Zoll betragen. Einige Pioniere nutzen allerdings 30,5 Zoll. Die Reifenbreite bewege sich zwischen 600 und 700 Millimeter. Es handele sich stets um Niederdruckreifen, wobei die Definition des Niederdruckes durch den Reifenhersteller erfolge.
Manuel Zweimüller (Pöttinger) bemerkt bei den Pöttinger-Produkten einen Trend hin zum Tridem-Fahrwerk, weil das Gesamtgewicht bis zu 31 Tonnen zulässig sei.
Die Nachfrage nach Lenkachsen sei aus der Sicht von Pöttinger auch steigend. Diese würden vor allem mit grasnarbenschonender Bereifung nachgefragt. Bei allen Modellen gehe der Trend zu maximal möglicher Bereifung, denn Bodenschonung sei ein wesentliches Element.
Für Markus Schneider (Lely) ist es wichtig, das maximal mögliche zulässige Gesamtgewicht anbieten zu können. „Wir können im Lohnunternehmerbereich Tandemfahrzeuge bis 24 Tonnen und Tridem-Fahrzeuge bis 31 Tonnen zulässiges Gesamtgewicht anbieten.“ Allerdings kann er keinen gesteigerten Trend zum Tridem feststellen. Es gäbe zwar bestimmte Stückzahlen beziehungsweise einen gewissen Marktanteil, aber der Hauptmarkt sei nach wie vor bei den Tandem-Fahrzeugen.
„Der Trend zu hydropneumatischen Fahrwerken ist vor allem beim Kombiwagen deutlich zu erkennen. Lenkachsen gehören heute im Profibereich zum Standard, hier kann man einen deutlichen Trend zur Zwangslenkung erkennen.“
Weiter werde in jeder Klasse die maximale Bereifungsgröße gefordert. In der Landwirtsklasse seien 22,5 Zoll-Bereifungen Standard. Im Lohnunternehmerbereich würden sehr stark 26,5 Zoll, vereinzelt auch 30 Zoll verlangt. In dieser Klasse bestelle der Kunde vielfach auch Reifendruckregelanlagen.(mm)

Bergmann

Der Kombiwagen Repex stellt bei Bergmann den Einstieg in das Segment der Ladewagen dar.
Das aktuelle Lade- und Silierwagenprogramm der Firma Bergmann umfasst insgesamt drei Modellreihen. Der auf der Agritechnica 2013 vorgestellte Kombiwagen Repex stellt mit seinen Volumina von 29 bis 32 Kubikmeter (nach DIN) den Einstieg in das Segment der Ladewagen dar. Neben der Optik lehnen sich auch diverse Techniken der Lade- und Schneidaggregate sowie Merkmale des abgesenkten Transportbodens an das nächst größere Modell Carex. Diese Modellgruppe hingegen umfasst Fahrzeuge mit 38 und 39 Kubikmeter und bietet eine, nach Werksangaben, einzigartige Technik im Bereich des Rotorantriebs. „So wird dieser durch ein Planentengetriebe in Bewegung versetzt, dessen Merkmal es ist, hohe Antriebsdrehzahlen in hohe Drehmomente zu wandeln und zwar erst dort, wo sie benötigt werden“, beschreibt Christian Göttke, Produktmanager bei Bergmann, die firmeninterne Entwicklung. Sowohl die Repex-, als auch die Carex-Fahrzeuge verfügen über eine theoretische Schnittlänge von 35 Millimeter. „Lediglich die größten Fahrzeuge vom Typ Shuttle können diesen Wert mit 34 Millimeter Schnittlänge übertrumpfen und setzen sich somit an die Spitze aller auf dem Markt angebotenen Silierwagen“, erläutert Viktor Ripke, Prokurist bei Bergmann. Auch mit ihren Volumina von 42 bis 48 Kubikmeter spielen sie in der oberen Liga der Kombiwagen mit. Um diese großen Lademengen auch sicher auf der Straße transportieren zu können, stehen hier auch Tridem-Achsaggregate mit einem zulässigen Gesamtgewicht von 34 Tonnen zur Verfügung. „Mit einer Aufnahmebreite von 2 260 Millimeter verbauen wir die breiteste Pick-Up bei Silierwagen, so dass der Shuttle auch größte Schwade verlustfrei aufnehmen kann“, fügt Viktor Ripke an. Mit den kleineren Fahrzeugen spricht Bergmann Landwirte, Milchviehbetriebe oder auch Maschinenringe an. Der Carex als mittlere Modellreihe wird hingegen bereits teilweise von Lohnunternehmen eingesetzt, aber auch von größeren Milchviehbetrieben beziehungsweise Siliergemeinschaften. Die Fahrzeuge der Shuttle-Reihe werden allerdings ausschließlich bei Lohn­unternehmen eingesetzt.
Der Vertrieb ist über ein gut aufgebautes Händlernetz organisiert. Zum Absatz weiß  Ripke zu erklären: „Dieser ist in den letzten Jahren stabil geblieben und wir hoffen, dieses Niveau halten beziehungsweise ausbauen zu können. Der Ausverkauf der Serien Repex und Carex im Jahr 2014 deuten auf eine positive Marktentwicklung.“

 

Joskin

Von den Silo-Space-Silierwagen von Joskin werden sowohl zwei- und dreiachsige Modelle angeboten.
Joskin hat zwei Modelle von Silierwagen im Sortiment. Das ist erstens der Silo-Space. Dahinter verbirgt sich ein klassischer Silierwagen mit Kratzboden, bestehend aus vier Laschenketten. Das Ladevolumen der einzelnen Modelle reicht von 40 bis 55 Kubikmeter (plus Aufsätze). Die technisch zulässige Höchstlast geht von 20 bis 26 Tonnen Zuladung. Die Längen der Silo-Space-Silierwagen liegen zwischen 7,5 und 9,5 Meter. Die Höhe beträgt 2,1 Meter (inneres Kastenmass). Es werden sowohl zwei- und dreiachsige Modelle angeboten, mit konischem Kasten und verzinkten Bodenblechen. Seitliche Bordwanderhöhungen mit einem Plus von 200 oder 500 Millimeter sind möglich.
Die zweite Baureihe ist der Drakkar, ein vielseitiger Rollbandabziehwagen mit beweglichem Transportboden und geneigter beweglicher Vorderwand. Diese ist korndicht und somit für Raps und auch für andere Schüttgüter geeignet. Die Ladevolumina der einzelnen Modelle reicht von 24 bis 46 Kubikmeter (plus Aufsätze) und die technisch zulässige Höchstlast reicht von 18 bis 26 Tonnen Zuladung. Die Modelle sind zwischen 6,3 und 9,3 Meter lang und zwischen 1,5 und 1,8 Meter hoch (inneres Kastenmaß). Auch hier gibt es zwei- und dreiachsige Modelle. Der Kasten ist aus Stahl gefertigt mit Polyethylen-Wänden. Seitliche Bordwanderhöhungen sind möglich (plus 500 Millimeter). Weiter befinden sich im Sortiment von Joskin sowohl Mulden-, als auch Dreiseitenkipper mit Silageaufsätzen. Ladewagen werden aber nicht angeboten. Nachgefragte Optionen betreffen verstärkt Planen, Abdecknetze und Isobus-Bedienelemente. Als Neuheit wird auch eine Wiegetechnik angeboten. Der Silierwagen sowohl als Zwei- wie als Dreiachser ist heute aus dem Joskin-Programm nicht mehr wegzudenken, so Dr. Dietmar Franke, aus der Public Relation von Joskin. „Unsere Kunden sind in vielen Themengebieten aktiv und selten nur in einer Kategorie zu Hause.“
Das Joskin-Händlernetz in Deutschland sei sehr dicht gespannt, erklärt Dietmar Franke abschließend.
 

Kaweco /
Kamps de Wild

Ein Kaweco PullBox Rollbandwagen beim Entladen von CCM (Corn-Cob-Mix).
Kaweco ist eine Marke von dem niederländischen Unternehmen Kamps de Wild, das auch den Vertrieb der Kaweco-Wagen in Deutschland inne hat. Hergestellt werden sie aber von der niederländischen Firma Staja. Das Sortiment umfasst die Radium-Silagewagen. Vier Modelle werden angeboten: Der Kaweco Radium 45 P/S (Tandem mit 39 Kubikmeter), der Kaweco Radium 50 P/S (Tandem – 42 Kubikmeter), der Kaweco Radium 55 P/S (Tandem – 47 Kubikmeter) und der Kaweco Radium 60 S/P (Tridem mit 52 Kubikmeter). Neu ist der Kaweco PullBox Rollbandwagen als 8000 L/H Tandem und als 9800 L/H Tridem. Bei der PullBox bewegt sich die Vorwand mit dem Kunststoff-Rollboden nach hinten. Er ist neben Silage, zum Beispiel auch für Getreide (Rapsdicht), Kompost, Kartoffeln und Zuckerrüben einsetzbar. Für Kartoffeln und Zuckerrüben gibt es die niedrigere L-Ausstattung. Alle Kaweco PullBoxen verfügen – wie die Radium-Wagen – über eine konische Mulde. Alle Wagen sind ausgestattet mit einer Twist-Lock-Wechselbrücke. Damit kann man den Fahrrahmen auch für andere Zwecke benutzen. Die hydraulisch klappbare Ladeabdeckung gehört oft schon zur Standard-Lieferung. Ein großes Thema seien derzeit angetriebene Achsen, so Dolf Versteege (Produktmanager für Kaweco). Kaweco komme deshalb in Kürze mit einem neuen angetriebenen Achsensystem auf den Markt. Auch die Nachfrage nach einer Reifendruckwechselanlage werde immer größer. Weiter können die Wagen jetzt auch mit einer, nach Werksangaben, relativ einfachen und preiswerten Wiegeeinrichtung ausgestattet werden. Die Kaweco Radium-Silagewagen werden, so der Produktmanager, in den meisten Fällen an Lohnunternehmer und wurden während des „Biogasbooms“ auch viel an Biogaskunden geliefert. „Kaweco vertreibt die Radium Silagewagen wie auch die weiteren Produkte über Händler. Zur Unterstützung und Beratung der Händler und der Endkunden in Deutschland sind zwei Werksbauftragte für Kaweco tätig.“ Die meisten Gebiete seinen bereits abgedeckt mit Kaweco-Händlern. Aber es gäbe Regionen, wo man noch Händler suche.

 

Krone

Für die ZX Ladewagen von Krone wird nun auch die automatische Messer-Schnell- Schärfeinrichtung SpeedSharp angeboten.
{BILD:613301:jpg}Die Maschinenfabrik Bernard Krone GmbH bietet Rotorladewagen im Bereich von 25 bis 53 Kubikmeter. Das Sortiment sei für alle landwirtschaftlichen Anwendungen ausgelegt, so Marketingleiter Heinrich Wingels. Als Kunden kommen sowohl die typischen Landwirte, als auch Lohunternehmer und Maschinenringe in Frage.
Als Neuheit sei die automatische Messer-Schnell-Schärfeinrichtung SpeedSharp zu erwähnen. Damit wird, nach Werksangaben, der komplette Messersatz des Ladewagens im eingebauten Zustand innerhalb von nur zwei Minuten automatisch geschärft. Die Speed-Sharp-Schärf­einrichtung besteht aus einer rotierenden Welle, bestückt mit 23 federbelasteten Fächer-Schleifscheiben. Zum Schleifen der Messer wird der Messerbalken mit der Speed-Sharp-Welle seitlich ausgeklappt. Danach wird die Messerschleifeinrichtung über die Messer geschwenkt. So ist stets eine Sichtkontrolle des Schleifvorgangs, eine Prüfung der Messer oder auch ein Messerausbau komfortabel möglich. Laderaumabdeckungen spielen, so Heinrich Wingels, bei der Nachfrage eine größere Rolle. Weiter werden verschiedenste Systeme und Möglichkeiten für die Anhängung (Oben- und Untenanhängung, Zugöse, Kugelkopf und so weiter), die Achsen, Bereifungen, Arbeitsscheinwerfer und Bedieneinheiten angeboten. Der Marketingleiter erklärt: „Lade- und Silierwagen gehören einfach zum abgerundeten Programm eines Spezialisten für Futterernte, wobei der Anteil am Inlandsumsatz etwa zwölf Prozent beträgt. Die Stückzahlen verteilen sich dabei relativ gleichmäßig auf Milchviehbetriebe und Lohnunternehmer. Im deutschen Markt sind wir mit etwa 450 Händlern und deren Filialen präsent. Auf dem österreichischen Markt agieren wir mit etwa 50 Vertriebspartnern.“
 

Lely

Lely verfügt über ein Sortiment von insgesamt 37 Ladewagenmodellen.
Das Unternehmen Lely bietet im Bereich Ladewagen mit Förderschwingenaggregat ein Komplettprogramm für den Alpinbereich, Klein-Mittelbetrieb sowie Großvolumenwagen zum Heutransport. Weiter gehört eine komplette Produktpalette im Bereich Rotorwagen für den landwirtschaftlichen Großbetrieb zum Programm. Neu im Sortiment sind die Baureihen Tigo PR, Silier- und Kombiwagen in der Lohnunternehmerklasse, sowie die neue Kombiwagengeneration Tigo XR mit einem maximalen Ladevolumen bis 54 Kubikmeter (DIN). Neu bei diesen beiden Baureihen ist, nach Werksangaben, die kompakte Bauweise mit verstellbarer Stirnwand. Im Lohnunternehmerbereich kann Lely ein hydropneumatisch gefedertes Fahrwerk mit automatischer Niveauregulierung anbieten. ISOBUS-Steuerung ist serienmäßig dabei. Markus Schneider (Marketingleiter bei Lely) erklärt: „Im Lohnunternehmerbereich zählt die Gesamtleistung. Die Basis ist hier immer die breiteste Pick-Up. Das Schneidwerk ist mit voller Messeranzahl ausgestattet, um ein präzises und genaues Schnittbild zu erzielen. Förderleistung und gute Futterqualität sind Voraussetzung, der Trend zur Doppelnutzung – Kombiwagen – ist sicher unverkennbar. Aber auch im Bereich Rotorwagen für den landwirtschaftlichen Großbetrieb spielt die Futterqualität eine überaus große Rolle. Ebenso geht hier der Trend auch zu größeren volumigeren Fahrzeugen mit höheren zulässigen Gesamtgewichten und größtmöglichen Bereifungen.“ Der Ladewagen sei am Lely-Standort Waldstetten (ehemals Mengele) das wichtigste Produkt am Standort, so Markus Schneider weiter. „Wir besitzen ein gutes Händlernetz in Deutschland und Österreich. Basis hierfür sind sicher unter anderem auch die vorherigen Vertriebsstrukturen von Lely, Welger und Mengele“, erklärt der Marketingleiter abschließend.
 

Pöttinger

Pöttinger bietet auch den Europrofi 4510, 5010 und 5510 als Kombiwagen an. Er ist mit 39 Millimeter Kurzschnitt ausgestattet.
Pöttinger bietet ein sehr breites Sortiment an Ladewagen mit 60 verschiedenen Modellen. Das Ladevolumen reicht von 17 bis 100 Kubikmeter und die Leistungsklasse von 20 bis 450 PS. Pöttinger bietet speziell für den alpinen Bereich und das Alpenvorland die bewährten Schwingenwagen und auch Rotorwagen. Die Auswahl bei Zusatzausstattungen ist sehr umfangreich. Die automatische Messerschleifeinrichtung Autocut ermöglicht eine automatische Schärfung der Messer direkt am Ladewagen. Produktmanager Manuel Zweimüller berichtet: „In der Saison 2014 haben wir eine Fülle an Neuheiten beim Ladewagen herausgebracht: Dazu gehöret die Tastradrolle bei der Pick-up für alle Rotorwagenmodelle Faro, Europrofi, Torro und Jumbo sowie die Combiline-Ausführungen. Die Tastradrolle ermöglicht eine verbesserte Bodenkonturführung.“
Für die Ladewageserien Primo, Faro, Europrofi und Torro gibt es neu ein 890 Millimeter breites Querförderband, anstatt wie bisher 500 Millimeter. Die um 34 Prozent größere, seitliche Durchgangsöffnung soll für eine hohe Abladeleistung und mehr Futterdurchsatz bei gleichzeitig geringerer Verstopfungsanfälligkeit sorgen. Weiter gibt es die optional für den Betrieb mit Querförderband erhältliche Power Control Wireless. Über Bluetooth erfolgt die Bedienung über eine Reichweite von bis zu 100 Meter. Die Power Control Wireless verfügt über eine innen liegende, geschützte Antenne, eine Anzeige des Akku-Ladezustandes, ein intelligentes Akku-Lademanagement-System sowie einen tauschbaren Akku. Um Fahrkomfort und Fahrsicherheit zu steigern, hat Pöttinger eine elektronische Zwangslenkung entwickelt. Sie ist optional für alle Hydrofahrwerke Tandem oder Tridem der Jumbo Ladewagen-Modelle erhältlich. Pöttinger sei, so Manuel Zweimüller, weltweit die Nr. 1 bei Lade- und Silierwagen. „Mit unserem breit gefächerten Sortiment decken wir alle Kundensegmente gleich gut ab: Für Biogas ist Jumbo combiline im Einsatz, in der Milchviehhaltung die Modelle von Faro bis Jumbo und bei Lohnunternehmern sind Torro, Jumbo und Jumbo combiline stark im Einsatz. Das Händlernetz ist in Österreich und Süd-Deutschland sehr dicht. Im Norden Deutschlands gibt es noch ein paar Lücken, die wir aber konsequent schließen.“
 
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