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AT-Fachbeiträge

"Messlatte hoch gesetzt" aus der AGRARTECHNIK 10/2014

von , am
29.10.2014

Pöttinger erreicht neuen Rekordumsatz | Pöttinger hat sich für die kommenden Jahre ehrgeizige Ziele gesetzt. Unter anderem ist ein enormes Umsatzwachstum im Fokus des Unternehmens. Weiter soll ein hauseigenes Rundballenpressen-Programm in den Markt gebracht werden.

Alle zwei Jahre – so ist es inzwischen Tradition – treffen sich im österreichischen Grieskirchen renommierte Pöttinger-Vertriebspartner zum „Pöttinger International Day“. Unter dem Motto „We Seed the Future“ nutzte das Unternehmen diese Plattform auch heuer, um seine strategischen Ziele zu kommunizieren sowie sein aktuelles und kommendes Maschinensortiment zu präsentieren. AGRARTECHNIK hat sich vor Ort zu den Details informiert.
 

Erneut Umsatzrekord gebrochen

Die beiden Geschäftsführer Klaus und Heinz Pöttinger wollen bis zum Geschäftsjahr 2019/2020 den Umsatz von Pöttinger auf 450 Millionen Euro steigern.
Die Geschäftsführer Heinz und Klaus Pöttinger sind mit dem Ergebnis im Geschäftsjahr 2013/2014 (geht vom 01.08. bis 31.07.) durchaus zufrieden. Vier Prozent Umsatzwachstum hat Pöttinger im Vergleich zum Vorjahr erreicht. Mit dem Umsatz von 314 Millionen Euro ist dem österreichischen Unternehmen nicht nur zum vierten Mal in Folge eine Steigerung, sondern erneut ein Rekord in der mehr als 140-jährigen Unternehmensgeschichte gelungen. Ausschlaggebend für das Wachstum waren demnach vor allem die Produktinnovationen im Bereich Heumaschinen und Bodenbearbeitung. Der Grünlandbereich sei mit 61 Prozent in der Sparte Landtechnik der Haupt-Umsatzträger, so Heinz Pöttinger, gefolgt von der Bodenbearbeitung mit rund 26 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahr konnte im Grünlandbereich ein Plus von rund drei Prozent erzielt werden, in der Bodenbearbeitung ein Plus von knapp fünf Prozent. „Das stärkste Wachstum haben wir aber im Original-Ersatzteile-Geschäft generieren können“, so Heinz Pöttinger. „Das Plus liegt hier bei rund sieben Prozent. Eine langjährige Ersatzteil-Verfügbarkeit ist schon seit jeher eine Priorität für uns. Aber dieses Wachstum beweist auch die Haltbarkeit unserer Produkte und die Qualität des vom Fachhandel angebotenen Service. Viele Pöttinger-Maschinen sind über Jahrzehnte im Einsatz und somit generieren wir rund zehn Prozent unserer Erträge aus den Ersatzteilen.“
 

Deutschland ist der stärkste Markt

Diese insgesamt positive Entwicklung trotz eines sich abschwächenden Markt­umfeldes sei, so der Geschäftsführer weiter, vor allem den Exportmärkten zu verdanken. Diese hätten sich sehr positiv entwickelt. Der Heimmarkt Österreich sei mit einem Gesamtumsatzanteil von rund 15 Prozent nach wie vor neben Deutschland (mit 22 Prozent) und Frankreich (mit zwölf Prozent) einer der stärks­ten Einzelmärkte. „Im Vergleich zum Vorjahr ging das Geschäft zwar leicht zurück, aber der hohe Umsatzanteil zeigt deutlich, dass Qualität aus Österreich bei den heimischen Landwirten nach wie vor Saison hat.“ Rund 66 Prozent des Landtechnik-Umsatzes erzielte Pöttinger in den sechs Ländern Deutschland, Österreich, Frankreich, Tschechien, Schweiz und Polen. In Westeuropa konnte Pöttinger somit trotz rückläufigem Markt noch ein Plus von knapp drei Prozent erzielen. Das stärkste Wachstum wurde in Irland (plus 96 Prozent), Nordamerika (plus 47 Prozent), Großbritannien (plus 19 Prozent) und der Ukraine (plus 23 Prozent) generiert. Zur politischen Situation in der Ukraine und in Russland äußerten sich die beiden Geschäftsführer zurückhaltend. Man beobachte die Entwicklung seit Beginn der Krise natürlich genau und handle sehr vorsichtig. Pöttinger stehe hilfsbereit an der Seite seiner Geschäftspartner in diesen Ländern. Diese würden aber auch ermahnt, keine Risiken einzugehen. Wichtig sei vor allem zu verhindern, dass die eigenen Mitarbeiter vor Ort in Gefahr geraten. Man hoffe, dass sich die Situation bald wieder vollständig beruhigt. Grundsätzlich böten die Ukraine, ebenso wie Russland, ein sehr großes Wachstums­potenzial für die Pöttinger-Produkte.
 

450 Millionen Euro bis 2020

Entgegen der aktuellen Entwicklung rechnet man bei Pöttinger für das Wirtschaftsjahr 2014/2015 mit einem weiteren Umsatzplus. Genauere Angaben wurden hinsichtlich der kurzfristigen Unwägbarkeiten nicht gemacht. Jedoch haben die beiden Geschäftsführer ein langfristiges Ziel vor Augen: Bis zum Geschäftsjahr 2019/2020 soll der Umsatz von Pöttinger die 450 Millionen Euro-Marke erreichen. Dafür müsste das Unternehmen jedes Jahr seinen Umsatz um etwas mehr als sechs Prozent steigern. Heinz Pöttinger hierzu: „Wir sind zuversichtlich, dass wir dieses Ziel erreichen werden. Rückgrat des Wachstums wird natürlich die Innovationskraft von Pöttinger sein. Die zahlreichen Auszeichnungen für unsere Maschinen, die internationale Vorreiterrolle im Bereich der Mähwerke und Mulchsaattechnik und nicht zuletzt unsere Weltmarktführerschaft im Ladewagensegment beweisen das Entwicklungsvermögen, dass wir in unseren Kernkompetenzen bieten.“
 

Hauseigenes
Rundballenpressen-Programm

Klaus Pöttinger (li., technischer Geschäftsführer) und Markus Baldinger (Entwicklungsleiter) präsentierten am Pöttinger International Day den Gästen zwei Prototypen der geplanten Rundballenpressen-Baureihe. Die Presswickel-Kombination Impress 185 VC PRO konnte bei einer anschließenden Feldvorführung im Einsatz beobachtet werden.
Diesen Worten ließen die Geschäftsführer sogleich Taten folgen. Sie präsentierten zwei Prototypen eines hauseigenen Rundballenpressen-Sortiments mit dem Namen Impress. Dieses soll zur Agritechnica 2015 vorgestellt werden. Die Markteinführung ist für 2016 angesetzt. Das Pöttinger Rundballenpressen-Programm solle Features und Ideen unter anderem zu den Bereichen Bodenanpassung und Schneidwerk, sowie Bedienung und Wartung beinhalten, so die Botschaft von Klaus Pöttinger und Markus Baldinger (Entwicklungsleiter). So werde unter anderem das Futter von der PickUp über den Rotor in die Presskammer gefördert (anstatt unter dem Rotor). Das Schneidwerk – vor und über dem Rotor positioniert – lasse sich einfach herausschieben. Der Fahrer könne dann die Wartung oder den Messerwechsel in aufrechter Körperhaltung vornehmen. Das Schneidwerk der Impress-Rundballenpressen solle zudem mit bis zu 32 Messern ausgestattet sein. Ob diese Neuentwicklung Auswirkungen auf die Kooperation von Pöttinger mit Kverneland – die Gallignani übernommen haben – haben wird, wurde nicht bekannt gegeben. Pöttinger vertreibt deren Rundballen-Pressen unter dem Markennamen Rollprofi in Österreich, Tschechien, Slowakei, Ungarn, China, Russland und andere GUS-Staaten. Für Deutschland hat Pöttinger gegenwärtig keine Rundballenpressen im Sortiment.
 

Potential erkennen und nutzen

Jetzt und in Zukunft sei es das Ziel von Pöttinger, Produkte zu entwerfen, die dem Landwirt die Arbeit erleichtern und diese sicherer machen, so Klaus Pöttinger. Das böte dem Fachhandel beste Chancen, erfolgreich Maschinen zu vertreiben. Hinsichtlich der Partnerschaft zum Fachhandel war die Botschaft, dass man weiterhin auf verlässliche Geschäftsbeziehungen, faire Partnerschaften auf Augenhöhe, und Handschlagqualität setzen werde. „Wir bieten dem servicegebenden Fachhändler alle Chancen, um mit dem Sortiment von Pöttinger ebenso glücklich zu werden, wie der Endkunde. Das erfordert aber auch ein Engagement von Seiten des Händlers. Uns ist durchaus klar, dass wir nicht für jeden Partner die wichtigste Marke sein können. Das gilt aber auch umgekehrt. Wer sich mit unseren Produkten ausein­ander setzt und erfolgreich in seiner Region bewirbt, kann jedoch sicher sein, dass er auch für die Zukunft auf dem richtigen Weg ist. (mm)
 

Der Frühbezug bei Pöttinger

AGRARTECHNIK hat sich mit Martin Steinbichler (Pöttinger-Verkaufsleiter für Deutschland und Österreich) zum Frühbezug bei Pöttinger unterhalten. Er erklärte, dass in Österreich und Deutschland rund 40 bis 50 Prozent der Pöttinger-Maschinen über den Frühbezug an den Händler gehen. Der Schwerpunkt für Frühkaufaktionen liege bei Heugeräten, da hier die Ausstattungsvielfalt nicht so enorm groß sei. Zu den Inhalten erklärte Martin Steinbichler: „In unseren Frühbezugs-Angeboten sind sowohl günstigere Preise, als auch günstige Finanzierungsmodelle enthalten. Wir haben Händlervereinbarungen mit gestaffelten Konditionen in dazu definierten Zeiträumen. So gibt es beispielsweise günstigere Konditionen von August bis Oktober als von Oktober bis Dezember.“ Für den kommenden Frühbezug rechnet der Verkaufsleiter mit einer vergleichbaren Inanspruchnahme, wie in der letzten Saison. Leichte Schwankungen gäbe es aber immer.
Auf unsere Frage, inwieweit Frühbezugskonditionen auch für Ersatzeile angeboten werden, antwortete Martin Steinbichler: „Als kompetenter Partner für den Fachhandel in punkto Service und Ersatzteile gibt es natürlich auch Frühbezugskonditionen für Ersatzeile. Die Konditionen gibt es auf Jahres- und Monatsebene. Gemeinsam mit unseren Partnern analysieren wir die Bestände und Abgänge zur Ermittlung der optimalen Einlagerungsmengen, damit wir die Bedürfnisse unserer Endkunden bestmöglich bedienen können.“ In Hinblick auf den Frühbezug fährt Pöttinger auch Werbeaktionen, die den Endkunden direkt ansprechen. Hierzu erklärte der Verkaufsleiter: „Bei der Endkundenansprache unterstützen wir einerseits die Händler. Wir machen aber auch selber direkte Bewerbung der Frühbezugs-Konditionen – in Absprache mit den Händlern. Die Endkunden nehmen den Frühbezug sehr stark in Anspruch. Unsere Angebote werden voll ausgenützt. Bei der Entwicklung und Umsetzung von Frühbezugs-Angeboten beziehen wir unsere Partner sehr stark mit ein. Denn wir stehen für langfristige und sichere Partnerschaften und für ein ebenso verlässliches Leistungsprogramm.“

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