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AT-Fachbeiträge

"Neues Finanzierungsmodell" aus der AGRARTECHNIK 04/2014

von , am
02.04.2014

Landtechnik finanzieren | Gebrauchte Landtechnik wird immer jünger – und damit teurer. Mit der akf bank hat die Technikboerse einen Partner gefunden, der interessante Finanzierungsmöglichkeiten bietet. Für neue und gebrauchte Landmaschinen ohne Einschränkung.

Hunderttausend Euro für einen gebrauchten Traktor, Mähdrescher oder Feldhäcksler sind heute keine Seltenheit mehr. Aber nicht jeder Landwirt hat so viel Geld zur sofortigen Verfügung. Die Lösung ist eine Finanzierung. Natürlich ist es mühsam, sich für jede Maschine, die einen interessiert, ein Angebot bei der Bank machen zu lassen, um einen Überblick der anfallenden monatlichen Kosten zu bekommen. Deshalb gibt es seit Mitte Februar 2014 auf technikboerse.com eine neue Funktion: den Finanzierungsrechner. Dieser wird von der akf bank betreut, die auch die Finanzierung der Maschine übernimmt. AGRARTECHNIK hat sich mit Ralph Heinemann, dem Vertriebsdirektor akf agrarfinanz unterhalten und erfahren, welche Vorteile diese Bank den Kunden bietet.
 
Der neue Finanzierungsrechner steht für alle Maschinen auf technikboerse.com zur Verfügung. Er ist in der rechten Spalte zu finden.
AGRARTECHNIK: Herr Heinemann, wer und was ist die akf bank?
Ralph Heinemann: Die akf bank gehört zu den großen Leasing- und Finanzierungsgesellschaften Deutschlands. Wir betreuen seit über 40 Jahren mittelständische Unternehmen, Hersteller und Händler aus den unterschiedlichsten Branchen ebenso wie Privatkunden. Unser Kerngeschäft teilt sich in vier Sparten: Pkw, Agrar, Industrie und Sonstige. Die Landtechnik, in diesem Bereich sind wir seit 2005 tätig, trägt mit 25 Mitarbeitern etwa 15 Prozent zu unserem Umsatz bei. Einfach ausgedrückt finanzieren wir alles, was sich bewegt. Durch die Zusammenarbeit mit dem dlv Deutscher Landwirtschaftsverlag, insbesondere der Technikboerse, gehen wir neue Wege und runden damit unser Angebot ab.

AGRARTECHNIK: Wie ist der Ablauf, wenn sich jemand zum Beispiel für die Finanzierung eines Mähdreschers interessiert, der auf technikboerse.com eingestellt ist?
Ralph Heinemann: Ein Angebot können wir natürlich nur erstellen, wenn bei der Maschine ein Verkaufspreis angegeben ist. Das ist aber zum Glück bei über ­
76 000 Maschinen der Fall. Bei diesen Angeboten befindet sich auf der rechten Seite etwa auf Höhe des Kaufpreises unser Finanzierungsrechner für den Kunden. Hier sind es lediglich drei Parameter, die eingegeben werden müssen. Das sind die geplante Anzahlung, eine eventuelle Schlussrate und die Laufzeit. Diese wenigen Angaben dienen bereits als Grundlage, um sofort die monatliche Rate anzuzeigen. Übrigens ist die Höhe der Rate alleine von den genannten Parametern abhängig und nicht von der Art und dem Zustand der Maschine. Das bedeutet, dass es zum Beispiel egal ist, ob es sich bei der Finanzierung um einen Traktor oder ein Güllefass handelt. Bei gleichen Eingabeparametern ist auch die monatliche Rate gleich. Mit den eingegebenen Vorgaben errechnet sich der Kunde dann sein eigenes Angebot.

AGRARTECHNIK: Wie nimmt der Interessent dann Kontakt zu Ihnen auf?
Ralph Heinemann: Das ist der nächste Schritt. Wenn sich der Landwirt wirklich für die ausgewählte Maschine interessiert, erhält er nach dem Einpflegen seiner Kontaktdaten von uns ein für ihn unverbindliches Finanzierungsangebot. Dieses schickt er dann innerhalb des Kalkulators zu uns. Zur Erstellung einer individuellen Finanzierungslösung setzt sich dann einer unserer Mitarbeiter mit dem Interessenten in Verbindung. Wichtig ist uns, dass wir selbst mit dem Interessenten in Kontakt treten und dieser Schritt nicht an ein Callcenter ausgelagert wird. Denn so können wir individuell und gezielt beraten.

AGRARTECHNIK: Wie stellen Sie sicher, dass der Kunde auch wirklich kreditwürdig ist?
Ralph Heinemann: Bei uns wird grundsätzlich jedes Geschäft genau geprüft. Dazu können wir uns als Bank natürlich verschiedene Auskünfte einholen. Viel wichtiger ist uns aber, dass wir Neukunden ab einer bestimmten Finanzierungshöhe selbst besuchen, um uns so vor Ort ein Bild des Betriebes zu machen. 

AGRARTECHNIK: Warum sollte man zur akf bank gehen und nicht die Hausbank für eine Finanzierung nutzen?
Ralph Heinemann: Zum einen sind wir natürlich Spezialisten bei der Finanzierung von Landtechnik. Zum anderen sind wir Objektfinanzierer und brauchen lediglich die Maschine als Sicherheit. Das heißt, ein Eintrag einer Grundschuld auf Gebäude und Boden benötigen wir nicht. Das Thema Grundschuldeintrag steht damit für andere Vorhaben zur Verfügung. Ohnehin ist es für den Landwirt sinnvoll, seine Finanzierungen auf mehrere Säulen aufzubauen. Ein weiterer Vorteil von uns ist, dass wir keine Ausnahme bei der Finanzierung von Gebrauchtmaschinen machen. Das ist bei vielen Banken anders, die zum Beispiel Einschränkungen beim Alter oder der Betriebsstundenzahl haben. Natürlich muss auch für uns eine Finanzierung sinnvoll sein. Es macht zum Beispiel keinen Sinn, eine Maschine für 1 000 Euro über sechs Jahre zu finanzieren.

AGRARTECHNIK: Wenn Sie sich mit dem Kunden geeinigt haben, wie läuft dann der Geldtransfer?
Ralph Heinemann: Im Prinzip ist es eine Dreiecksbeziehung zwischen Verkäufer, Käufer und uns. Nach Genehmigung und Vertragsabschluss mit uns garantieren wir dem Verkäufer, dass er das Geld von uns bekommt. Das Geld fließt, sobald der Käufer, also unser Kunde, bestätigt, dass er die Maschine übernommen hat.

AGRARTECHNIK: Sie bieten nicht nur Landwirten, Lohnunternehmen und Garten- / Landschaftsbauern Ihre Dienste an, sondern auch Landtechnikhändlern. Was hat es damit auf sich?
Ralph Heinemann: Als Landtechnikspezia­list müssen wir unseren Landtechnikhändlern eine ganzheitliche Lösung anbieten. Dazu gehört eine praktikable Einkaufsfinanzierung zur Liquiditätssteuerung und als flexible Lagerfinanzierung. In Zusammenarbeit mit unseren Partnerherstellen bieten wir dem Landtechnikhändler auch längere Zah­­­­­- l­ungsziele an. Hinzu kommt, dass viele Händler einen umfangreichen, kapitalintensiven Maschinenpark mit Vorführern oder Mietmaschinen finanzieren müssen. Speziell hierfür haben wir einen Nutzungsbetrag im Portfolie und/oder betreiben mit besonderen Partner drei eigene Mietgesellschaften für Neu- und Gebrauchtmaschinen. Dass die Händler dann auch zum Multiplikator werden und wir so die Zusammenarbeit mit den Endkunden erreichen, ist ein positiver Nebeneffekt für uns.

AGRARTECHNIK: Die Technikboerse ist ja international aufgestellt. Bieten Sie auch Finanzierungen außerhalb Deutschlands an?
Ralph Heinemann: In erster Linie sind wir natürlich hierzulande tätig. Aber wir haben auch Partner in Österreich, Spanien und Polen, so dass wir auch für Landwirte und Lohnunternehmer aus diesen Ländern Angebote erstellen können.

AGRARTECHNIK: Wie schätzen Sie den Finanzierungsbedarf für die Zukunft ein?
Ralph Heinemann: Im Prinzip gibt es Finanzierungen in der Landwirtschaft schon ewig. Was aber in den letzten Jahren verstärkt auftritt ist, dass die Gebrauchtmaschinen immer neuer und teurer werden. Hinzu kommt, dass die Betriebe stark gewachsen sind und die Zeitfenster für die Erledigung der Arbeiten knapper werden. Deshalb müssen die Landwirte in größere und modernere Technik investieren. Da sie aber eine hohe Liquidität für das Umlaufvermögen brauchen, haben Finanzierungen in den letzten Jahren stark zugenommen. Dieser Trend wird sicher auch in Zukunft anhalten.     (fm) {BILD:605205:png}{BILD:605203:png}{BILD:605202:png}
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