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AT-Fachbeiträge

"Ohne Karusselleffekt" aus der MOTORGERÄTE 02/2015

von , am
26.02.2015

Heiß-Erdbohrgeräte | Das Pflanzen von Bäumen ist eine harte Arbeit. Dies wollte Josef Heiß erleichtern. Heute werden seine Erdbohrgeräte nicht nur dafür, sondern auch für das Anlegen von Punktfundamenten oder Löchern für die Urnenbestattung und vieles mehr verwendet. Das Produktprogramm umfasst inzwischen sieben verschiedene Modelle.

Josef Heiß aus Lenggries ist ein Praktiker durch und durch. Er stammt aus der Landwirtschaft, seinen Betrieb führt er immer noch im Nebenerwerb. Lange Jahre war er als Forstunternehmer tätig. Von der motormanuellen Holzernte, dem Rücken am Steilhang mit dem Seilkran – Josef Heiß war breit aufgestellt. Sogar Harvester und Forwarder gehörten zum eigenen Fuhrpark. Und die Wartung der Maschinen in der eigenen, bestens ausgestatteten Werkstatt, war für ihn schon immer mehr als eine pure Notwendigkeit. In den Jahren 1990 beziehungsweise 1999 sorgten die Orkane Wiebke und Lothar dafür, dass in der Forstwirtschaft nichts beim Alten blieb. Als die Flächen geräumt waren, ging es ans Wiederaufforsten. Um dies seinen Mitarbeitern zu erleichtern, konstruierte Josef Heiß seinen ersten Pflanzfuchs. Inzwischen führt ein Cousin den Forstbetrieb und Heiß widmet sich voll und ganz dem Maschinenbau.{BILD:629691:jpg}

Besondere Konstruktion
Im Gegensatz zu den konventionellen Bohrern setzt Heiß vor allem auf zwei besondere Konstruktionsprinzipien: Das Drehmoment des Bohrers wird vom Rahmen abgegriffen und auf den Boden abgelenkt. Dies ist besonders wichtig, wenn Hindernisse, wie Steine oder Wurzeln im Weg sind. Bei konventionellen Bohrgeräten ist die Verletzungsgefahr für den Benutzer dann groß. Nicht so beim Pflanzfuchs. Eine Arbeitserleichterung ist das Schubkarrenprinzip, weil so mit dem Hebel gearbeitet werden kann.
Das Portfolio umfasst inzwischen acht Modelle. Vom Pflanzfuchs gibt es drei Typen, den PF 360, PF 400 und den neuen PF 420. Letzterer hat ein Zwei-Gang-Getriebe. So können Bohrer mit Durchmessern von 60 bis 350 Millimeter verwendet werden. Heiß empfiehlt bis 170 Millimeter die schnelle Drehzahl, ab 200 die langsame.
Außerdem baut Heiß noch zwei Modelle des Bohrfuchses ohne Schubkarren, als Ein- oder Zwei-Mann-Ausführung. Sowie den Erdfuchs, ein fahrbares Fundament- und Brunnenbohrgerät, den es sogar mit Raupenlaufwerk gibt.

{BILD:629690:jpg}{BILD:629688:jpg}{BILD:629689:jpg}Montage in Lenggries
Bei den Pflanzfüchsen werden Zwei-Takt-Motoren verwendet, die Josef Heiß aus Italien bezieht. Mit der Qualität ist er sehr zufrieden, trotzdem sind für den speziellen Einsatzzweck Modifikationen nötig. So wird beispielsweise das Gehäuse verstärkt oder eine andere Kupplungsfeder verwendet. Bohrer und Spindeln kommen von Lieferanten aus der näheren Umgebung. Die Getriebe fertigt Heiß selbst. Dazu stehen ihm moderne CNC Dreh- und Fräsmaschinen zur Verfügung. Montiert wird je nach Bedarf beziehungsweise Auftrag. Die Baugruppen sind vorproduziert, so dass schnell geliefert werden kann. Auf Sonderwünsche oder Spezialanfertigungen reagiert Heiß flexibel. Nur ein Beispiel sind Widia-Zackenmesser, die in Namibia verwendet werden.

{BILD:629686:jpg}{BILD:629687:jpg}Verkauf international
Rund 40 Prozent seiner Produkte verkauft Heiß ins Ausland. So laufen Bohrgeräte aus Lenggries sogar in Malaysia oder im Iran. In Deutschland wird grundsätzlich nur über den örtlichen Fachhandel verkauft. Unterstützung kommt von freien Werksvertretern. Bayern betreut ein fest-angestellter Außendienstler. Während früher viele Maschinen in den Forst gingen, haben inzwischen andere Kundengruppen an Bedeutung gewonnen. Dies sind vor allem, Kommunen, aber auch Landwirte, GaLaBauer oder der Zaunbau.(jh)
 
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