Login
AT-Fachbeiträge

"Mit Service punkten" aus der AGRARTECHNIK 10/2014

von , am
01.10.2014

Siloking Servicepartner-Konzept | Ein Futtermischwagen muss in den Betrieben 365 Tage im Jahr laufen. Um den täglichen Einsatz sicher zu stellen, ist ein kompetenter Service vor Ort unbedingt notwendig. Als Beispiel, wie es funktionieren kann, haben wir uns den Familienbetrieb Meyer Landmaschinen aus Gnarrenburg-Kuhstedt angesehen.

Geschäftsführer Holger Meyer (rechts) und Servicetechniker Arne Hagenah.
Ein Markenzeichen des Futtermisch­wagenspezialisten Siloking aus dem bayerischen Tittmoning ist der ausgeprägte Servicegedanke. Dabei dreht sich nach Aussagen von Firmengründer und Geschäftsführer Georg Mayer alles um zwei dezidierte Zielgruppen: Kuh und Landwirt. Derzeit gibt es in Deutschland und Österreich rund 120 nach einheitlichem Standard auditierte, Servicepartner-Standorte. Das bedeutet eine flächendeckende Präsenz in allen relevanten Milcherzeugungs-Regionen. Ein sehr engagierter Partnerbetrieb ist die Meyer Landmaschinen GmbH & Co. KG aus Gnarrenburg-Kuhstedt im Elbe-Weser-Dreieck. Die Zusammenarbeit mit Siloking besteht seit 2005. „Den ersten Wagen haben wir zusammen mit Sascha Berendt, dem heutigen Vertriebsleiter von Siloking, verkauft. Er war damals hier in der Region Gebietsleiter, hat einen Kunden zu uns in den Betrieb gebracht und gefragt, ob wir nicht Futtermischwagen verkaufen wollten“, berichtet Holger Meyer, der seit 2005 Geschäftsführer des Familienbetriebes ist. „Das Mietwagenprogramm, das Mayer Siloking zu dieser Zeit aufgelegt hatte, hat uns und den Kunden den Einstieg in die Futtermischtechnik erleichtert. Damit haben wir bei vielen Kunden einen Fuß in die Tür bekommen. Teilweise hatten wir in den ersten drei bis vier Jahren 70 bis 80 Prozent der Wagen vermietet. Die Kunden konnten und können die Wagen für sechs Monate mieten. Die Futtermischwagen werden nach den Kundenanforderungen bestellt und gefertigt. Nach sechs Monaten kann sich der Kunde entscheiden, ob er den Wagen behalten oder zurückgeben will. Rückläufer gab es kaum. Heute werden über 90 Prozent der angebotenen Maschinen direkt verkauft. Unser Vorteil heute ist, dass die Technik kein Neuland mehr ist. Die Kunden können sich überall Referenzmaschinen anschauen.“
In Kürze kann Holger Meyer den 200sten Futtermischwagen übergeben. Im März 2011 hatte der Familienbetrieb den 100sten Wagen ausliefern können.
 

Mehr Selbstfahrer

Landmaschinenfachbetrieb Meyer Landmaschinen in Kuhstedt: „Es lohnt sich, sich zu spezialisieren. Wir bieten erstklassigen Service, den die Kunden honorieren“, betont Holger Meyer.
„Der Anteil der verkauften Selbstfahrer steigt jetzt. Es gibt auch schon Kunden, die auf einen größeren Selbstfahrer umsteigen“, erläutert Holger Meyer. „Sie wissen die Genauigkeit der produzierten Futtermischungen zu schätzen. Werden die letzten 100 Kilogramm einer Mischung geladen, fängt es im Display an zu piepen, und der Fahrer kann schon die Fräse zurückziehen. Die genauen Mischungen helfen den Milchviehhaltern, die Futterkosten pro Kuh und pro Kilogramm Milch zu senken. Außerdem ist ein genaue Mischung wichtig in Bezug auf die Tiergesundheit.“ Ein weiterer Vorteil der Selbstfahrer ist laut Holger Meyer der geringere Wartungsaufwand, denn schließlich muss nur eine Maschine durchgesehen werden. Zur Zertifizierung im Servicepartner-Konzept gehört ein Selbstaudit. „Als Fachbetrieb müssen wir bestimmte von Mayer Siloking vorgegebene Ersatzteilpakete am Lager haben“, erläutert Holger Meyer. „Wir haben beispielsweise alle Pakete gekauft: für die angehängten Futtermischwagen, für Selbstfahrer und für die Silokämme. Außerdem haben unsere Kundendiensttechniker ein Diagnosetool für die Funkfernbedienungen der Futtermischwagen auf ihren Notebooks.“ Seit 2006 führt Heiner Meyer, der Vater des jetzigen Geschäftsführers, eine umfangreiche Kartei der Futtermischwagenkunden. „Nach den Aufzeichnungen in dieser Kartei rufen wir unsere Kunden spätestens alle zwölf bis 15 Monate an und fahren für eine Inspektion der Wagen zu den Kunden auf den Hof“, beschreibt Holger Meyer die Vorgehensweise.
„Als Faustformel gilt: Macht der Kunde eine Mischung pro Tag mit dem Wagen kommen wir spätestens nach 15 Monaten. Macht er mehrere Mischungen pro Tag kommen wir mindestens einmal pro Jahr. Das System kommt bei unseren Kunden sehr gut an. Landwirte, die davon gehört haben und nicht in unserer Kartei sind, kommen auf uns zu und fragen nach den Inspektionen. Wenn wir zu den Kunden fahren, sind alle Verschleißteile an Bord. Der komplette Wagen wird durchgecheckt, die Austragebänder kontrolliert. Am Schneckengetriebe und am Schaltgetriebe führen wir einen Ölwechsel durch.“
 

Gutes Fachpersonal

Holger Meyer hat in den Famlienbetrieb seit 2005 einiges investiert. Der Eingangsbereich, der Verkaufsraum und der Werkstattbereich wurden modernisiert und erweitert.
Meyers Kunden bewirtschaften ihre Betriebe in einem Radius von rund 45 Kilometer um Kuhstedt. „Da müssen wir unsere Inspektionsrouten recht gut planen, um die Fahrzeiten so gering wie möglich zu halten“, betont der Geschäftsführer. „Dabei berücksichtigen wir natürlich auch die Kundenwünsche nach einem Termin am Vor- oder Nachmittag.“ Alle Gesellen sind auf den Siloking-­Maschinen geschult. Federführend für die Selbstfahrer und angehängten Futtermisch­wagen ist Servicetechniker Arne Hagenah. „Der Notdienst im Bereich Futter-mischwagen wird aufgrund der hohen Stückzahl und des Ganzjahreseinsatzes zur immer größeren Aufgabe“, erklärt Holger Meyer. „Die Wagen sind meistens morgens und abends im Einsatz, aber natürlich auch am Wochenende. Wir teilen die Rufbereitschaft auf, so dass alle Gesellen abwechselnd an der Reihe sind. Fällt mal eine Maschinen aus und wir können sie nicht am selben Tag wieder zum Laufen bringen, stellen wir ein Ersatzfahrzeug zur Verfügung.“ 2011 haben die Burdewick GmbH aus Lamstedt, C.-P. Evers Landtechnik GmbH aus Fredenbeck-Wedel, Meyer-Landmaschinen aus Gnarrenburg-Kuhstedt und Friedhelm Müller Landmaschinen GmbH aus Taaken den Serviceverbund Nord gegründet. „Wir sind alle Valtra- und Siloking-Händler. Wir kaufen unterschiedliche Vorführmaschinen gemeinsam ein und helfen uns gegenseitig aus. So kann jeder auf einen großen Bestand zurückgreifen bei einem überschaubaren Kapitalaufwand“, beschreibt Holger Meyer die Vorteile der Zusammenarbeit.
 

Vielseitiges Angebot

Auf dem großzügigen Außengelände präsentiert Meyer Landmaschinen seine Neu- und Gebrauchtmaschinen. Futtermischwagen werden auch zugekauft und aufbereitet.
Der Landmaschinen-Fachbetrieb Meyer besteht seit 1958. Von Beginn an werden Traktoren von Deutz-Fahr verkauft. Seit 2004 führt Familie Meyer zusätzlich Traktoren der Firma Valtra. Dazu kommt Ladetechnik von JCB, Futtererntetechnik von Kverneland Vicon, Gülletechnik von BSA und die komplette Motorgerätepalette von Husqvarna.
2005 haben Vater Heiner und Sohn Holger Meyer eine GmbH & Co. KG gegründet, als ersten Schritt zur Betriebsübergabe. Seit diesem Zeitpunkt ist Holger Meyer Geschäftsführer und hat viele Veränderungen angeschoben: „Ziel war es, den Betrieb – wenn ich 40 bin – für künftige Herausforderungen optimal aufgestellt zu haben. Alle Betriebsteile wie Ersatzteillager, Verkaufsraum, Büro und Außenanlagen wurden renoviert. 2012 kamen eine neue Werkstatt mit 300 Quadratmeter Fläche und ein große Waschhalle hinzu. Auch sämtliche Versorgungsleitungen wurden erneuert.“Aber nicht nur in die Gebäude hat das Familienunternehmen investiert, auch das Personal hat Holger Meyer aufgestockt. Mittlerweile sind 25 Mitarbeiter im Betrieb beschäftigt, darunter drei Meister, ein Valtra-Servicetechniker, zwei Lageristen und fünf Auszubildende. Rund 700 Quadratmeter Werkstatt, ein Ersatzteillager mit rund 13 000 verschiedenen Artikeln und ein großer Verkaufsraum für Garten-, Kommunal- und Forstgeräte befinden sich auf dem gut 10 000 Quadratmeter großen Betriebsgrundstück. Für den überbetrieblichen Einsatz stehen vier Firmenwagen und ein Tieflader zur Verfügung.  „Für unsere Lehrstellen haben wir immer noch genügend Bewerber“, berichtet Holger Meyer. Auch in die Fortbildung investiert der Familienbetrieb kräftig. „Arne Hagenah kommt beispielsweise aus der eigenen Werkstatt und hat sich für die Qualifizierung zum Servicetechniker entschieden. Dafür haben wir die kompletten Kosten übernommen“, betont der Geschäftsführer. „Ein anderes Beispiel ist unser neuer Meister, Christopher Warnken, der im August die Meisterschule beendet hat. Da er sich im Vorfeld entschieden hatte, weiterhin in unserem Betrieb zu arbeiten, haben wir ihm während des Meisterkurses ein Grundgehalt gezahlt.“
„Guter Service spricht sich schnell herum“, so Holger Meyer. „Als Familienbetrieb gelingt es uns, immer neue Kunden zu gewinnen.“ (rk)
 

Auf den Notfall vorbereitet

Unsere Servicepartner fungieren als durchgängige Ansprechpartner für den Landwirt“, erklärt Martin Leicht, Produktmanager Service bei Siloking. „Sie beherrschen die Technik unserer Futtermischwagen im Hinblick auf Reparaturen und deren Anwendung. Um im Schadensfall unmittelbar reagieren zu können, halten sie ausfallkritische Ersatzteile vor Ort bereit und stehen auch außerhalb der regulären Geschäftszeiten für Notfälle zur Verfügung.“ Als Backup für seine Servicepartner ist außerdem der Werkskundendienst zur technischen Hilfestellung rund um die Uhr erreichbar. Im Siloking Service und Training Cener  kann der Futermischwagenspezialist auf einer Fläche von rund 1 700 Quadratmeter gebündeltes Fachwissen und detaillierte Informationen über alle Produkte effektiv vermitteln. Die Veranstaltungen reichen von Verkaufs- und Serviceschulungen, deren Angebot sich mit der Entwicklung des Unternehmens stetig erweitert, über Werksbesichtigungen für Landwirte bis hin zu internen Weiterbildungsmaßnahmen. Dabei setzt die jeweilige Schulung auf maximale Praxisnähe: Serviceschulungen können beispielsweise in der integrierten Werkstatt direkt an der Maschine durchgeführt werden.{BILD:618361:jpg}
 
Verwandte Inhalte
Auch interessant