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Geschäftsbericht

AGCO: Umsatz geht in 2015 um 23,2 Prozent zurück

mm/Agrartechnik
am
03.02.2016

Duluth - Die Krise in der Landtechnikbranche machte 2015 auch vor AGCO nicht Halt. So musste der US-Landmaschinenkonzern im letzten Jahr einen Umsatzrückgang von 23,2 Prozent auf 7,5 Milliarden US-Dollar hinnehmen.

Der US-amerikanische Landtechnikriese AGCO legte Anfang der Woche seine Geschäftszahlen für das vierte Quartal 2015 und das gesamte Geschäftsjahr 2015 vor. Daraus geht hervor, dass der Umsatz mit 2,0 Milliarden US-Dollar im vierten Quartal 2015 gegenüber dem Vorjahresquartal um 21,2 Prozent zurückgegangen ist.

Im gesamten Geschäftsjahr 2015 lag der Umsatz bei insgesamt 7,5 Milliarden US-Dollar, was einem Rückgang von 23,2 Prozent entspricht. Bereinigt um negative Währungseinflüsse von etwa 13,0 Prozent sank der Umsatzerlös für das Gesamtjahr 2015 um etwa 10,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Für das Gesamtjahr 2015 wies das Unternehmen einen Nettogewinn von 3,06 US-Dollar je Aktie aus und verzeichnete einen bereinigten Nettogewinn von 3,24 US-Dollar je Aktie ohne Restrukturierungs- und sonstige unregelmäßige Aufwendungen. Im Vergleich hierzu betrug im Gesamtjahr 2014 der ausgewiesene Nettogewinn 4,36 US-Dollar und der um Restrukturierungs- und sonstige unregelmäßige Aufwendungen bereinigte Nettoumsatz 4,70 US-Dollar.

In Westeuropa sanken 2015 die Absatzzahlen bei Traktoren um 4,0 Prozent, bei den Mähdreschern um 10,0 Prozent. In Nordamerika betrug der Rückgang bei Traktoren 13,0 Prozent (ohne Kompakttraktoren) und bei Mähdreschern 28,0 Prozent.

Schwierige Bedingungen auch für 2016 erwartet

„Inmitten der herausfordernden Marktbedingungen haben wir im Jahr 2015 hart an der besseren Anpassung unserer Kosten und unseres Umlaufkapitals an die schwächere Nachfrage gearbeitet“, so Martin Richenhagen, Chairman, President und Chief Executive Officer von AGCO. „Fokussierte Bemühungen zur Bestandssenkung haben zur Generierung von freiem Cashflow von mehr als 300 Millionen US-Dollar geführt. Darüber hinaus wurden unsere Maßnahmen zur Kostensenkung implementiert und gleichzeitig wurden wichtige Investitionen in neue Produkte aufrechterhalten. Die hervorragenden Ergebnisse unserer Produktentwicklung sind an der umfangreichen Liste an Auszeichnungen zu erkennen, die AGCO im Laufe des Jahres 2015 erhalten hat. Erst jüngst wurden unser Fendt 1000 Vario, unsere Valtra N-Serie und unsere Massey Ferguson 5713-Traktoren bei der Agritechnica im niedersächsischen Hannover als ‚Maschine des Jahres’ prämiert. Auch für das Jahr 2016 werden herausfordernde Bedingungen auf den Schlüsselmärkten erwartet. Neben sorgfältigem Kostenmanagement werden wir uns auf Initiativen konzentrieren, die langfristige Vorteile versprechen und die Effizienz unserer Fabriken steigern, unsere Servicelevel verbessern und unser Produktangebot stärken.“

„Die Pflanzenproduktion erreichte das dritte Jahr in Folge nahezu Rekordwerte und trug zu höheren Getreidebeständen im Jahr 2015 bei. Dies setzte die weltweiten Agrarmärkte zusätzlich unter Druck“, so Richenhagen weiter. „Das geringere Einkommen der Landwirte schwächte die Nachfrage nach Landmaschinen auf den wichtigen Märkten. In Nordamerika ist der Landtechnikmarkt im Laufe des Jahres kontinuierlich zurückgegangen. Der Umsatzeinbruch war im Row-Crop-Sektor am stärksten. Auch die Absatzzahlen bei Großtraktoren, Mähdreschern und Feldspritzen waren wesentlich niedriger. In Westeuropa war der Rückgang der Nachfrage im Vergleich zu 2014 weniger stark ausgeprägt. Während die schlechte Marktlage bei Milchbetrieben die Nachfrage beeinträchtigte, blieben auch die Verkäufe im Ackerbaubereich aufgrund der niedrigeren Rohstoffpreise im unteren Bereich. Die Rückgänge waren im Vereinigten Königreich, in Finnland und in Deutschland am stärksten. Der Landtechnikmarkt in Südamerika ging im Laufe des ganzen Jahres erheblich zurück. Im vierten Quartal waren die Absatzzahlen bei Traktoren im Vergleich zum Vorjahr um 40 Prozent geringer. In Brasilien war die Nachfrage aufgrund der allgemein schwachen Wirtschaftslage, der ausgesetzten Finanzierungsprogramme der Regierung und des schwachen Zuckersektors extrem gering. Wir erwarten, dass die schwierigen Branchenbedingungen im Jahr 2016 weltweit fortbestehen und dass Landwirte Anschaffungen aufschieben und die Bestände innerhalb der Branche reduziert werden. Trotz der aktuellen Schwierigkeiten auf dem Markt halten wir unsere positive langfristige Prognose aufrecht, da anzunehmen ist, dass die wachsende Weltbevölkerung, die wegen der Verwendung von Biokraftstoffen weltweit steigende Nachfrage nach pflanzlichen Rohstoffen und der zunehmende Verbrauch an Eiweiß in den Schwellenländern zu steigenden Betriebseinkommen in der Landwirtschaft und somit stabilen Bedingungen für unsere Branche führen werden.“

AGCO in Europa/Afrika/Nahost

Bereinigt um negative Währungseinflüsse ging der Nettoumsatz von AGCO in der Region EAME im Gesamtjahr 2015 im Vergleich zum Vorjahr um 4,0 Prozent zurück – hauptsächlich aufgrund einer schwächeren Nachfrage auf den Märkten. Die Rückgänge in Deutschland, Afrika und Skandinavien wurden, nach Unternehmensangaben, teils durch das Wachstum in Frankreich und in der Türkei aufgefangen. Aufgrund niedrigerer Umsätze und Produktionsvolumen sowie negativer Währungseinflüsse sank das Betriebsergebnis im Gesamtjahr 2015 um zirka 83,5 Millionen US-Dollar gegenüber dem Vergleichszeitraum 2014.

AGCO in Nordamerika

Der Nettoumsatz in Nordamerika sank im Gesamtjahr 2015 nach Bereinigung um negative Währungseinflüsse um 16,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die zurückgehende Marktnachfrage und Bemühungen zur Bestandssenkung bei den Händlern trugen, nach Unternehmensangaben, zum Rückgang der Verkäufe bei. Der Umsatzeinbruch bei Feldspritzen, Anbaugeräten and Mähdreschern wurde teils durch den Anstieg der Verkäufe von Produkten zur Eiweißproduktion kompensiert. Aufgrund geringerer Umsatz- und Produktionsvolumen sowie eines umsatzschwächeren Absatzmix sank das Betriebsergebnis im Gesamtjahr 2015 auf zirka 95,8 Millionen US-Dollar gegenüber dem Vorjahr.

AGCO in Südamerika

Bereinigt um negative Währungseinflüsse ging der Nettoumsatz von AGCO in Südamerika im Gesamtjahr 2015 im Vergleich zum Vorjahr um 21,8 Prozent zurück. Die geringeren Verkäufe in Brasilien aufgrund der schwachen Branchenbedingungen wurden, nach Unternehmensangaben, teils durch den Umsatzanstieg in Argentinien und auf anderen südamerikanischen Märkten kompensiert. Aufgrund niedrigerer Umsätze und Produktionsvolumen sowie negativer Währungseinflüsse und eines schwächeren Absatzmix sank das Betriebsergebnis im Gesamtjahr 2015 um zirka 99,6 Millionen US-Dollar gegenüber dem Vergleichszeitraum 2014.

AGCO in Asien/Pazifik

Bereinigt um negative Währungseinflüsse ging der APAC-Nettoumsatz von AGCO im Gesamtjahr 2015 im Vergleich zum Vorjahr um 5,5 Prozent zurück. Aufgrund niedrigerer Umsätze und höherer Marktentwicklungskosten in China sank das Betriebsergebnis im Gesamtjahr 2015 im Vergleich zum Vorjahr um rund 16,1 Millionen US-Dollar.

Für 2016 weiterer Umsatzrückgang erwartet

Abschließend hieß es in der Pressemeldung von AGCO: "Die zurückhaltende Marktnachfrage nach Landmaschinen in allen Regionen und die nachteiligen Fremdwährungseinflüsse dürften negative Auswirkungen auf die Umsätze und Gewinne von AGCO im Jahr 2016 haben. Für 2016 werden AGCO Umsatzerlöse von zirka 7,0 Milliarden US-Dollar prognostiziert. Geringere Umsätze und Produktionsvolumen, ein schwächerer Absatzmix sowie mehr Investitionen in Produktentwicklungen werden vermutlich dazu führen, dass die Brutto- und operativen Margen niedriger ausfallen als 2015. Es wird jedoch damit gerechnet, dass die Vorteile, die sich aus Restrukturierungs- und anderen Kostensenkungsmaßnahmen ergeben, die volumenbedingten Auswirkungen teilweise aufwiegen. Vor diesem Hintergrund wird für das Jahr 2016 ein Gewinn von zirka 2,30 US-Dollar je Aktie angestrebt."

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