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Agravis-Tochter New-Tec übernimmt insolvente Otema-Gruppe

von , am
18.09.2015

Die New-Tec GmbH – eine Tochtergesellschaft von Agravis – übernimmt zum 1. Oktober die Standorte in Grimma, Lichtenau und Schmölln der insolventen Otema-Gruppe.

Die Agravis-Tochtergesellschaft New-Tec übernimmt ab dem 1. Oktober die sächsische Otema-Gruppe. © Werkbild
Wie die Leipziger Volkszeitung (LVZ) berichtete, müsse jedoch vorab noch das Kartellamt der Übertragung zustimmen. Die Otema-Gruppe mit rund 200 Mitarbeitern meldete am 31. Juni Insolvenz an. 2014 erwirtschaftete das Unternehmen nach eigenen Angaben rund 94 Millionen Euro.
 
"Ein Engagement in Bayern stellte sich als nicht rentierlich heraus und war die wesentliche Ursache der wirtschaftlichen Talfahrt", zitiert die LVZ Stefan Weniger von der Unternehmensberatung HWW, der als Sanierungsgeschäftsführer bestellt worden war. "New-Tec war unser Wunschkandidat für den Bereich Landtechnik", sagte Insolvenzverwalter Joachim Voigt-Salus.
 
"Mit der Übernahme ergibt sich die Chance, das Vertriebsgebiet für New Holland-Landmaschinen auszubauen und neue Kunden anzusprechen. Otema ist in der Region fest etabliert und verfügt über gute Fachkräfte", sagte Tino Neumann, Prokurist der New-Tec Ost Vertriebsgesellschaft für Agrartechnik mbH.
 
Am 31. Juli konnte Voigt-Salus als Verwalter den zuvor mit dem Eigenverwalter eng abgestimmten Unternehmenskaufvertrag über den Standort der Gruppe bei Bad Dürrenberg unterzeichnen, so die LVZ weiter. Die Holfelder-Gruppe betreibe seit dem 1. August die dortige Nutzfahrzeug-Sparte, zu der eine Werkstatt in Grimma gehört. Alle 30 Arbeitsplätze dieses Standortes waren damit übergegangen.
 
Die anderen Standorte in Grimma, Schmölln und Lichtenau führte der Verwalter seitdem fort. Er dankte den Arbeitnehmern und Kunden. Ohne deren Mitwirkung, Unterstützung und Treue hätte er diesen Erfolg nicht erzielen können. "Die Mitarbeiter haben, obwohl das Damoklesschwert über ihnen schwebte, Überstunden während der Erntezeit absolviert und damit alle Aufträge erfüllt. Selbst die Lieferanten schickten trotz der Insolvenz notwendige Ersatzteile", erklärte er. Allerdings sei es nicht gelungen, einen Investor für die Bereiche Nutzfahrzeuge und Landtechnik zu gewinnen sowie Otema als eigenständiges Unternehmen zu erhalten. Ein weiterer Wermutstropfen wäre, dass nicht alle Arbeitnehmer in die neuen Firmen übernommen werden können. "Es gibt etwa zehn Prozent weniger Arbeitsplätze", sagte der Insolvenzverwalter. Das bedeute, dass 20 Personen aus der Verwaltung gehen müssten.
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