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Firmenjubiläum

Annaburger Nutzfahrzeuge: Neuheiten zum Jubiläum

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Markus Messerer, Agrartechnik
am
13.09.2016

Zum 25jährigen Firmenjubiläum des Zunhammer-Tochterunternehmens Annaburger Nutzfahrzeug GmbH wurden in der vergangenen Woche zwei Produktneuheiten vorgestellt.

Annaburger Nutzfahrzeuge Logo

Ein Haupt-Kompetenzfeld der Zunhammer-Tochter Annaburger Nutzfahrzeuge aus Sachsen-Anhalt liegt in der Technik für das Transportieren und dem organischen Düngen.

Dabei sind in den letzten 25 Jahren die Transportmengen und -entfernungen in der Landwirtschaft deutlich angestiegen. Dies ist teilweise dem Strukturwandel geschuldet. Auch Biogasanlagen und Gülletransporte von veredelungsintensiven Regionen in Ackerbaugebieten ließen die Agrarlogistik nach wirtschaftlichen Verfahrensketten suchen. Immer öfter bekommt dabei ab bestimmten Transportentfernungen der Lkw den Vorzug gegenüber dem Traktor. Schließlich braucht dieser rund 25 Prozent weniger Kraftstoff je Tonnen-Kilometer.

Kombi-Sattelauflieger zum Streuen und Transportieren

Sattelauflieger, Annabuerger Nutzfahrzeuge

Folglich hat die Annaburger Nutzfahrzeug GmbH einen neuen Kombi-Sattelauflieger TS 28.03/.04 entwickelt. Das Fahrzeug kann sowohl als Universalstreuer in der Düngung, als auch als Transporter für Häcksel, Hackschnitzel und so weiter eingesetzt werden. Als Streuer umfasst das Fahrzeug einen Aufbau mit 19 Kubikmeter, Stauschieber, zwei Dosierwalzen und das Zwei-Tellerstreuwerk. Nach dem Umbau zum Häckseltransportwagen beträgt das Transportvolumen 42 Kubikmeter. Entsprechend ist das Gesamtgewicht des Anhängers auf maximal 28 Tonnen ausgelegt. Dabei beträgt die Nutzlast 17,2 bis 17,5 Tonnen, je nach Ausstattung.

Im Gegensatz zu traktorgezogenen Anhängern sind alle Antriebe hydraulisch ausgeführt. Die Leistungshydraulik am Nebenabtrieb des Lkw versorgt deshalb den neuen Kombi-Sattelauflieger mit zwei Kreisläufen. „Dadurch schafft der hydraulisch angetriebene zweireihige Kratzboden beim Häckseltransport eine Entleerungszeit von zirka 2,5 Minuten“, erklärte Dietmar Hinz vom Annaburger Verkaufsteam. Zwei Hydraulikmotoren treiben diesen Kratzboden über ein Zentralgetriebe an. Die Bruchkraft der Antriebsketten liegt bei 264 kN. Diese sollen folglich auch den Belastungen beim Kalkstreuen sicher standhalten. Dosierwalzen und Streuteller versorgen eine Hochleistungshydraulik mit maximal 330 bar Betriebsdruck.

Beim Fahrwerk setzt der Transportspezialist aus Sachsen-Anhalt auf ein hydraulisch gefedertes Tandem-Fahrwerk. Das sorgt für hohen Fahrkomfort auf der Straße und gute Standsicherheit bei großem Pendelweg im Gelände.

Optional können ISO-Bus-Ausstattung, Laderaumabdeckung mit einem Schwenkverdeck und verschiedene Bereifungsvarianten geordert werden.

Muldenkipper mit niedrigem Leergewicht

Muldenkipper, Annaburger

Die zweite Neuheit, welche die Annaburger Nutzfahrzeuge zum Jubiläum vorstellte, war ein robuster Muldenkipper für Baustellen. Schließlich werden traktorgezogene Halfpipe-Kipper in schwierigem Gelände – unter anderem auch von Lohnunternehmern zur besseren Maschinen-Auslastung – immer häufiger eingesetzt. Gerade bei morastigem oder unwegsamen Untergrund zeigen diese Gespanne durchaus Vorteile.

Diesem Trend folgend hat die Annaburger Nutzfahrzeug GmbH den neuen „Hardliner“ 22.15 entwickelt. Der Halbrundmuldenkipper (=Halfpipe) aus Hardox-Stahl verfügt über ein zulässiges Gesamtgewicht (ZGG) von 22 Tonnen. Dabei hat er – trotz der Gelände-Bereifung (600/55 R 26.5) – eine Breite von 2,55 Meter und kann somit ohne Sondergenehmigung am öffentlichen Straßenverkehr teilnehmen.

Bei der Konstruktion haben die Ingenieure des Transportspezialisten besonderes Augenmerk auf einen äußerst robusten Rahmen mit ungefedertem Tandemachs-Pendelfahrwerk gelegt. „Denn im harten Baustellenbetrieb unterliegt der Anhänger hohen Belastungen. Gerade beim Abkippen erreichen wir so eine  gute  Standsicherheit ohne Verwindung des Fahrzeugs“, schildert Dietmar Hinz die Merkmale der Technik.

Für Komfort während der Transportfahrten sorgt die hydraulisch gefederte Deichsel. Das Leergewicht des „Hardliner“ beträgt fünf Tonnen. Der Abkippwinkel liegt bei 54 Grad. Selbst nasser, klebriger Lehmboden rutscht damit, nach Werksangaben, von der Halbrundmulde. Dabei benötigt der vierstufige Kippzylinder rund 38 Liter Hydrauliköl.

Beim internen Baustellenbetrieb, wenn also keine öffentlichen Straßen befahren werden, hat der Muldenkipper noch Tragkraft-Reserven. Deine technische Achslast liegt bei zwei mal zwölf Tonnen und damit 30 Prozent über dem Wert der Zulassungsdaten.

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