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Deutscher Raiffeisenverband

Bilanzjahr von einschneidenden Preisrückgängen gekennzeichnet

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Lukas Arnold, Agrartechnik
am
21.02.2017

Der Deutschen Raiffeisenverband (DRV) zieht Bilanz und bezeichnet das vergangene Jahr als schwierig.

Deutscher Raiffeisenverband

"Das Bilanzjahr war von einschneidenden Preisrückgängen bei pflanzlichen und tierischen Agrarrohstoffen, bei landwirtschaftlichen Betriebsmitteln sowie Mineralölprodukten gekennzeichnet. Die 2.186 genossenschaftlichen Mitgliedsunternehmen des Deutschen Raiffeisenverbandes (DRV) melden in der Summe einen Umsatzrückgang um 4,8 Prozent auf 58,8 Milliarden Euro", erläutert DRV-Hauptgeschäftsführer Dr. Henning Ehlers. Gravierend waren die Veränderungen in der Warenwirtschaft (minus 6,4 Prozent), Milchwirtschaft (minus 4,8 Prozent) und bei den Agrargenossenschaften (minus zehn Prozent). Ein leichtes, exportbedingtes Plus um 2,5 Prozent meldet die genossenschaftliche Vieh- und Fleischwirtschaft.

Das Geschäftsergebnis bestätigt die Abhängigkeit des deutschen Agribusiness von internationalen wirtschaftlichen und politischen Entwicklungen. Insbesondere die Lage der Betriebe in der Tierischen Veredelung war 2016 angespannt. Als eine Folge stellen die Landwirte unter anderem ihre Investitionen in kostenintensive Agrar- und Stalltechnik zurück.

"Die Milchpreiskrise stellte Erzeuger und Vermarkter gleichermaßen vor große Herausforderungen. Die seit Ende 2016 anziehenden Rohstoff- und Milcherzeugerpreise bestätigen unsere klare marktwirtschaftliche Position. Wir setzen weiterhin in enger Abstimmung mit unseren Mitgliedern auf das Erfolgsmodell der Selbsthilfe und Selbstverantwortung", so Dr. Henning Ehlers.

Die Perspektiven für das Agribusiness bleiben insgesamt getrübt. Geopolitische Unsicherheiten, eine geschwächte Europäischen Gemeinschaft, fortwährende Handelsblockaden und gesellschaftspolitische Diskussionen stellen die Zukunft der Branche in Frage. "Unsere Genossenschaften und ihre Mitglieder sehen die notwendige Planungssicherheit gefährdet und den Rückhalt in der Gesellschaft schwinden", so Dr. Ehlers.

"Für eine erfolgversprechende Wachstumsstrategie müssen wir weitere zahlungskräftige Drittlandmärkte für unsere hochgradig veredelten und Know-how-intensiven Produkte erschließen", fordert der Hauptgeschäftsführer. Damit werden Abhängigkeiten, Preisschwankungen und Risiken abgefedert. Die größten Probleme bei der Marktöffnung sind knappe Ressourcen in den Unternehmen, volatile Märkte und vor allem nicht-tarifäre Handelshemmnisse. Die Genossenschaften fordern verlässliche politische Rahmenbedingungen, eine branchengerechte Exportförderung und den Abbau von Handelsblockaden. Der DRV drängt auf die enge Zusammenarbeit von Politik, Administration und Wirtschaft. Sie muss ergebnisorientiert weiter ausgebaut werden.

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