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Traktoren

Case IH stellt neues Traktorkonzept vor

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Markus Messerer, Agrartechnik
am
30.08.2016

Case IH präsentierte auf der diesjährigen Farm Progress Show in Boone (Iowa, USA) erstmals sein autonomes Traktorkonzept, einen kabinenlosen Traktor, der mit einer Vielzahl von Anbaugeräten eingesetzt werden kann.

Case

"In vielen Teilen der Welt sind qualifizierte Arbeitskräfte für unsere Kunden in der Hochsaison nur schwer zu finden", so Andreas Klauser (Case IH Brand President). "Bereits heute bieten wir Lenkautomatik- und Telematiksysteme für die Fernsteuerung von Landmaschinen und die Verwaltung von Ressourcen an. Mit unserem autonomen Traktorkonzept zeigen wir, wie unsere Kunden und deren Mitarbeiter in Zukunft Landmaschinen direkt fernsteuern und überwachen können. Diese Technologie erschließt unseren Kunden mehr operative Effizienz bei Aufgaben wie Bodenbearbeitung, Saat, Pflanzenschutz und Ernte."

Andreas Klauser zufolge dient das Traktorkonzept dazu, die Technologie zu testen und Kunden-Feedback zu erfassen, um noch besser zu verstehen, welchen Bedarf Landwirte in Bezug auf autonome Landmaschinen derzeit beziehungsweise in Zukunft haben.

"Uns liegt viel daran, zu erkennen, welche Möglichkeiten diese Technologie unseren Kunden erschließt. Wir hoffen auf positive Rückmeldungen zu unserem Traktorkonzept und seinem Potenzial, die Effizienz und Produktivität der Landwirtschaft und unserer Kunden zu steigern und zu optimieren", so Klauser.

Magnum autonom

Case IH und das Innovationsteam von CNH Industrial stützten sich bei der Entwicklung des autonomen Traktorkonzepts auf das bestehende Case IH Magnum Modell und erarbeiteten ein neues Design. Das Fahrzeug wird mithilfe einer komplett interaktiven Benutzeroberfläche gesteuert, über die vorprogrammierte Arbeitsgänge überwacht werden können. Das Bordsystem berücksichtigt, nach Werksangaben, automatisch die Breite der Anbaugeräte und errechnet die effizienteste Wegführung je nach Gelände, Hindernissen und anderen Landmaschinen auf dem gleichen Feld. Für die Überwachung und Korrektur der Wegführung hat der Bediener die Wahl zwischen einem Desktop-Computer und einem tragbaren Tablet.

Mehrere Landmaschinen per Tablet steuern

Case Autonom

Mithilfe von Radar, LiDAR (Light Detection And Ranging), einer Laser-Technologie, und Videokameras an Bord erkennt der Traktor stationäre und bewegliche Hindernisse auf seinem Weg und stoppt automatisch. Der Bediener wird optisch und akustisch benachrichtigt und kann dem Traktor einen neuen Weg zuweisen. Wenn kein GPS-Signal eingeht, keine Positionsdaten verfügbar sind oder die manuelle Stopptaste gedrückt wird, hält der Traktor unverzüglich an. Vorprogrammierte Aufgaben lassen sich über die Bedienoberfläche der Fernsteuerung oder auf der Grundlage automatisierter Wetterwarnungen in Echtzeit modifizieren.

Laut Rob Zemenchik (AFS Global Product Marketing Manager) kommen bei dem autonomen Traktorkonzept die neuesten Technologien in Spurführung, Telemetrie, Datenaustausch und landwirtschaftlichem Datenmanagement zum Einsatz und verhelfen dem Betrieb zu mehr Kontrolle, besserer Überwachung, effektivem Bodenschutz und Kosteneinsparungen.

"Ein Mitarbeiter kann auf seinem mobilen Tablet mehrere Landmaschinen überwachen und gleichzeitig andere Arbeiten erledigen oder weitere Fahrzeuge steuern", so Zemenchik. "Mehrere autonome Traktoren können als Flotte oder in Form von mehreren Teilflotten auf unterschiedlichen Feldern zusammenarbeiten und dabei vorprogrammierte Karten und Mengensteuerungsdaten nutzen. So kann ein Traktor einen Pflug ziehen, dicht gefolgt von einem zweiten mit einer Sämaschine. Das Effizienzpotenzial ist enorm."

Auch für Standardtraktoren nutzbar

Rob Zemenchik fügt hinzu, dass das autonome Traktorkonzept zwar keine Kabine hat, die Technologie aber genauso gut auf Standardtraktoren mit Kabine eingesetzt werden kann. Diese Technologie ermöglicht es dem Landwirt anhand von Echtzeitwetter- und Satellitendaten, Betriebsmittel optimal zu dosieren.

"Diese Funktionen sind für unsere Kunden vor allem im Zusammenhang mit dem Wetter interessant", erläutert Zemenchik. "Wenn es auf einem Feld zu regnen beginnt, stoppt der Traktor automatisch und fährt zu einem anderen Feld, das noch trocken ist, sofern er dieses Feld über private Wege erreichen kann."

CNH Industrial hat seine autonomen Technologiekonzepte in langjähriger Zusammenarbeit mit dem Technologieunternehmen Autonomous Solutions Incorporated (ASI), einem Marktführer für autonome off-road Lösungen mit Sitz in Utah, stetig weiterentwickelt und verfeinert.

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