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Claas: Umsatzsteigerung trotz rückläufigem Gesamtmarkt

la/AGRARTECHNIK
am
14.12.2015

Claas konnte seinen Umsatz mit 3,838 Milliarden Euro (Vorjahr 3,823 Milliarden Euro) in einem stark rückläufigem Gesamtmarkt auf einen neuen Höchstwert steigern. Mit einem Ergebnis vor Steuern von 158 Millionen Euro (Vorjahr 155 Millionen Euro) erreichte Claas erneut eine Umsatzrendite von 4,1 Prozent.

Die 2015er Zahlen der Claas Gruppe im Vergleich zu 2014. © Claas

„Wir sind sehr zufrieden, dass wir der aktuellen Marktschwäche mit unserer internationalen Aufstellung und dem breiten Produktprogramm erfolgreich trotzen konnten. Das zweistellige Umsatzwachstum außerhalb Europas hat dabei für positive Impulse gesorgt“, sagte Lothar Kriszun, Sprecher der Claas Konzernleitung. Der globale Markt für professionelle Landtechnik wird in diesem Jahr um rund 20 Prozent zurückgehen. Sinkende Erzeugerpreise und der vielerorts junge Maschinenpark verringern die Kaufbereitschaft spürbar. Die Umsätze in Nord- und Südamerika entwickelten sich hingegen positiv, in Osteuropa rückläufig. In Asien konnte Claas für Indien erneut Zuwächse verbuchen, dagegen beruhigte sich in China der Markt für Maispflücker.

Produktions- und Vertriebsstandorte ausgebaut und modernisiert

Die Schwerpunkte bei den Sachinvestitionen von Claas lagen in Russland, Frankreich und Deutschland. Im südrussischen Krasnodar wurde Anfang Oktober ein neues Werk in Betrieb genommen. Kurz darauf wurde mit der Russischen Föderation eine Absichtserklärung unterzeichnet, die darauf abzielt, Claas in den Rang eines „russischen Herstellers“ zu versetzen. Die Nachfrage nach effizienten Erntetechnologien ist groß und der Erneuerungsbedarf unvermindert hoch.

Im französischen Testzentrum Trangé wurden zwei neue Großprüfstände in Betrieb genommen. Damit lässt sich nun ein ganzes Traktorleben in vier Wochen simulieren. Am deutschen Standort Hamm wurde die Lagertechnik weiter modernisiert, um den Anforderungen an die weltweite Ersatzteilversorgung optimal gerecht zu werden. Ein weiterer Investitionsfokus lag auf dem weltweiten Ausbau des Vertriebs- und Händlernetzes sowie auf der weiteren Digitalisierung der Prozesse.

Weltweite Mitarbeiterzahl wächst

Die weltweite Mitarbeiterzahl stieg zum 30. September 2015 auf 11 535 (Vorjahr: 11 407) an. Gründe dafür sind vor allem der Personalaufbau in China und der Ausbau der weltweiten Vertriebsaktivitäten, so der Hersteller. Der Zuwachs in den letzten beiden Jahren beträgt damit fast 20 Prozent. In Deutschland beschäftigt Claas 5 250 Mitarbeiter und engagiert sich weiter stark bei der Qualifizierung des eigenen Nachwuchses. Die Ausbildungsquote lag 2015 bei hohen 7,8 Prozent (Vorjahr 7,3 Prozent).

Starker Fokus auf Forschung und Entwicklung

Die Investitionen in Forschung und Entwicklung blieben mit 203 Millionen Euro (Vorjahr: 212 Millionen Euro) weiter auf sehr hohem Niveau. Im Mittelpunkt stand die Entwicklung neuer Dienstleistungen sowie die Entwicklung von Erntemaschinen und Traktoren. Claas will mit dem neuen Lexion seine starke Position im Mähdrescher-Premiumsegment weiterfestigen. Relevante Entwicklungsausgaben ergaben sich erneut durch die Anpassung von Maschinen an die neuen gesetzlichen Abgasnormen. Jeder zehnte Claas Mitarbeiter arbeitet derzeit im Bereich Forschung und Entwicklung.

Ausblick

Die für Claas relevanten Markttreiber sind weiter intakt: Die Nachfrage nach Agrarrohstoffen, die sich aus dem Bevölkerungs- und dem Wohlstandswachstum ergibt, wird – abgesehen von kurzfristigen Schwankungen – stetig ansteigen. Für das aktuelle Geschäftsjahr 2016 rechnet Claas jedoch nochmals mit einem rückläufigen Weltmarkt. Die negative Entwicklung der landwirtschaftlichen Einkommen und die Auswirkungen der politischen und wirtschaftlichen Krisen in den Schwellenländern führen zu einer allgemeinen Kaufzurückhaltung in der Landtechnik. Trotzdem erwartet Claas aufgrund der guten Aufstellung bei Produkten und Dienstleistungen einen Umsatz auf Vorjahresniveau sowie ein stabiles Ergebnis vor Steuern.

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