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Deere & Company: Deutlich kleinerer Gewinn im ersten Quartal

von , am
24.02.2015

Die Umsätze der weltweiten Maschinensparten von John Deere sanken im ersten Quartal aufgrund der schwächeren Agrarkonjunktur. Die Bau- und Forstmaschinensparte sowie das Finanzierungsgeschäft können jedoch einen höheren Gewinn verzeichnen. Zudem macht die Deere & Company Fortschritte bei der Kontrolle der Kosten und des eingesetzten Kapitals.

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Im ersten Quartal des Geschäftsjahres (31. Januar) belief sich der auf Deere & Company entfallende Gewinn auf 386,8 Millionen US-Dollar (Vorjahr: 681,1 Millionen US-Dollar) beziehungsweise auf US-Dollar 1,12 (US-Dollar 1,81) je Aktie. Weltweit sanken die Umsatzerlöse und sonstigen Erträge im ersten Quartal um 17 Prozent auf 6,383 Milliarden US-Dollar (7,654 Milliarden US-Dollar). Dabei erreichten die Maschinenumsätze 5,605 Milliarden US-Dollar (6,949 Milliarden US-Dollar). "Die Ergebnisse des ersten Quartals spiegeln die schleppende Konjunktur in der weltweiten Landwirtschaft wider, die zu schwächerer Nachfrage nach Landtechnik, insbesondere nach leistungsstarken Maschinen, führte sowie zu geringeren Umsätzen und Erträgen", so der Verwaltungsratsvorsitzende und CEO von Deere & Company, Samuel R. Allen. "Gleichzeitig verzeichneten die Bau- und Forstmaschinensparte und der Finanzierungsbereich höhere Gewinne, was den Vorteil eines ausgewogenen Geschäftsmodells deutlich macht. Die Ergebnisse spiegeln auch unsere Fortschritte bei der Schaffung flexiblerer und rasch anpassungsfähiger Kostenstrukturen wider".
 
Geschäftsverlauf:
Die Umsätze der weltweiten Maschinensparten sanken im ersten Quartal um 19 Prozent. Dabei wurden Preiserhöhungen mit einem Prozentpunkt und ungünstige Wechselkurse mit zwei Prozentpunkten berücksichtigt. In den Vereinigten Staaten und Kanada gaben die Umsätze um 14 Prozent nach. Außerhalb der Vereinigten Staaten und Kanadas gingen die Umsätze um 28 Prozent zurück, wobei ungünstige Umrechnungskurse mit fünf Prozentpunkten zu Buche schlugen. Die Maschinensparten erzielten im ersten Quartal einen Betriebsgewinn von 414 Millionen US-Dollar (891 Millionen US-Dollar). Der Rückgang beruhte in erster Linie auf geringeren Liefermengen und einer weniger vorteilhaften Zusammensetzung des Lieferprogramms, was teilweise durch geringere Verwaltungs- und Gemeinkosten sowie durch bessere Preise aufgefangen werden konnte. Der Gewinn der Maschinensparten erreichte im ersten Quartal 241 Millionen US-Dollar (543 Millionen US-Dollar). Im Finanzierungsgeschäft erreichte der auf Deere & Company entfallene Gewinn im ersten Quartal 156,8 Millionen US-Dollar (142,2 Millionen US-Dollar). Der Gewinnanstieg beruhte in erster Linie auf einem Wachstum des Finanzierungsbestandes und höheren Gewinnspannen im Versicherungsgeschäft, wurde aber teilweise durch weniger vorteilhafte Zinsspannen geschmälert. Im Vorjahr hatte auch ein niedrigerer effektiver Steuersatz die Resultate begünstigt.
 
Erwartungen:
Im Geschäftsjahr 2015 werden die Maschinenumsätze voraussichtlich um etwa 17 Prozent unter denen des Vorjahres liegen beziehungsweise im zweiten Quartal um etwa 19 Prozent zurückgehen. Dabei sind ungünstige Umrechnungskurse mit drei Prozentpunkten im Geschäftsjahr beziehungsweise mit vier Prozentpunkten im zweiten Quartal berücksichtigt. Damit dürfte sich 2015 der auf Deere & Company entfallende Gewinn auf etwa 1,8 Milliarden US-Dollar belaufen. "Trotz der anhaltenden Schwäche des Agrarsektors erwartet John Deere auch 2015 deutlich profitabel zu bleiben", so Allen. "Unsere Prognose liegt erheblich über dem Ertragsniveau früherer Rezessionen. Das zeigt unseren Erfolg bei der Erschließung neuer Ertragsquellen und der Schaffung eines beständigeren Geschäftsmodells." Langfristig biete das Unternehmen seinen Kunden und Investoren auch weiterhin ausgezeichnete Perspektiven. "Das Wachstum der Weltbevölkerung und der steigende Lebensstandard sind mächtige Trends, die sich weitgehend unabhängig von Konjunkturschwankungen in der Landwirtschaft entwickeln", sagte Allen. "Gleichzeitig machen unsere weitreichenden Pläne neue Märkte und Kundengruppen zu erschließen Fortschritte. Deshalb bleiben wir zuversichtlich, dass das Unternehmen über den gesamten Konjunkturzyklus hinweg zuverlässige Erträge erwirtschaften und auch in Zukunft von der Nachfrage nach produktiven Maschinen profitieren kann."
 
Ergebnisse der Maschinensparte:
Vor allem aufgrund geringerer Liefermengen, des bereits bekannt gegebenen Verkaufs von John Deere Landscapes und von John Deere Water sowie wegen ungünstiger Wechselkurse sanken die Umsätze um 27 Prozent, obschon bessere Preise die Ergebnisse begünstigten. Der Betriebsgewinn erreichte im ersten Quartal 268 Millionen US-Dollar (797 Millionen US-Dollar). Dabei beruhte der Ergebnisrückgang in erster Linie auf geringeren Liefermengen und einem weniger vorteilhaft zusammengesetzten Lieferprogramm, wogegen niedrigere Verwaltungs- und Gemeinkosten sowie bessere Preise die Resultate verbesserten. Infolge gestiegener Lieferungen wuchsen die Umsätze mit Bau- und Forstmaschinen im ersten Quartal um 13 Prozent an. Im ersten Quartal erreichte der Betriebsgewinn 146 Millionen US-Dollar (94 Millionen US-Dollar). Der Gewinnanstieg war in erster Linie auf gestiegene Liefermengen zurückzuführen, wurde aber teilweise durch höhere Aufwendungen für Verkaufshilfen und ungünstige Wechselkurse aufgezehrt.
 
Marktlage und Ausblick:
 Im Geschäftsjahr 2015 werden die Umsätze mit Landmaschinen beziehungsweise mit Maschinen für die Rasen- und Grundstückspflege bei John Deere um etwa 23 Prozent niedriger ausfallen als im Vorjahr, wobei ungünstige Umrechnungskurse mit etwa vier Prozentpunkten zu Buche schlagen dürften. Niedrigere Erzeugerpreise für landwirtschaftliche Rohstoffe und sinkende Einkommen der Landwirte üben Druck auf die Nachfrage nach Landmaschinen aus, insbesondere bei großen Modellen. Etwas besser sind die Bedingungen auf dem U.S. Viehzuchtsektor, der die Nachfrage nach kleineren Maschinen stützt. Vor diesem Hintergrund werden die Umsätze der Branche in den Vereinigten Staaten und Kanada 2015 voraussichtlich um etwa 25 bis 30 Prozent unter denen des Vorjahres liegen.
In den EU-28-Märkten werden die Umsätze der Branche 2015 wegen niedrigerer Erzeugerpreise, geringerer Einkommen der Landwirte und gestiegenem Druck auf den Milchsektor voraussichtlich um zehn Prozent nachgeben. In Südamerika werden die Umsätze der Branche vor allem aufgrund wirtschaftlicher Unsicherheit in Brasilien voraussichtlich um zehn bis 15 Prozent niedriger ausfallen. Infolge der wirtschaftlich unsicheren Lage und knapper Finanzierungsangebote werden die Umsätze der Branche in den GUS-Märkten deutlich zurückgehen. Allen voran in China und Indien werden die Umsätze in Asien voraus-sichtlich leicht nachgeben. Die Umsätze der Branche mit Maschinen für die Rasen- und Grundstückspflege werden in den Vereinigten Staaten und Kanada 2015 etwa gleich hoch ausfallen wie im Vorjahr oder um bis zu fünf Prozent ansteigen.

Die weltweiten Umsätze mit Bau- und Forstmaschinen werden 2015 voraussichtlich um etwa fünf Prozent anwachsen. Dieser Zuwachs beruht in erster Linie auf Wirtschaftswachstum und steigender Neubautätigkeit in den Vereinigten Staaten, wobei sich die schwächeren Rahmenbedingungen im Energiesektor und in Regionen, die Energie produzieren, negativ auswirken. Das weltweite Geschäft mit Forstmaschinen dürfte auf dem attraktiven Niveau des Jahres 2014 verharren, wobei Zuwächse in den Vereinigten Staaten und Europa den Abschwung in anderen Märkten auffangen dürften.
Der auf Deere & Company entfallende Gewinn im Finanzierungsgeschäft wird sich 2015 voraussichtlich auf 630 Millionen US-Dollar belaufen. Dabei berücksichtigt sind die Auswirkungen des Verkaufs des Ernteversicherungsgeschäftes und Wachstum im durchschnittlichen Finanzierungsbestand. Teilweise werden diese Faktoren von niedrigeren Zinsspannen, dem erwarteten Anstieg bei Rückstellungen zur Absicherung von Kreditrisiken, die sich 2014 auf niedrigem Niveau bewegten, und einem weniger vorteilhaften effektiven Steuersatz aufgezehrt.
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