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VDMA Fachgruppen-Tagung

Deutsche Baumaschinenindustrie für stabile Rahmenbedingungen in Europa

Kettenbagger
Nathalie Zapf
Nathalie Zapf, Agrartechnik
am
14.02.2019

Die Hersteller von Baumaschinen sorgen sich bei wirtschaftlich positiven Aussichten um einen ungeregelten Brexit und eine beginnende Auflösung Europas. Das teilte der VDMA nach der Tagung der Fachgruppe Baumaschinen in Frankfurt mit. Die weltweiten wirtschaftlichen Herausforderungen lassen sich nach Auffassung der Experten nur "mit einem starken, solidarischen Europa" meistern.

Einmal jährlich tagt die Fachgruppe, um operative Themen und Projekte für das laufende Jahr zu besprechen. Laut Mitteilung des Verbandes befindet sich die Branche wirtschaftlich gesehen insgesamt auf Rekordniveau. Der Branchenumsatz sei 2018 um zwölf Prozent gestiegen. Für die Hersteller am Produktionsstandort Deutschland liege er bei 12,1 Milliarden Euro – vier Milliarden Euro im Inland, 8,1 Milliarden Euro aus dem Ausland. Der Absatz auf dem deutschen Markt sei um neun Prozent gegenüber dem Vorjahr gewachsen und liege sogar acht Prozent über dem bisherigen Rekordjahr 2007. Die meisten Märkte Nord- und Westeuropas lägen auf ähnlich hohem Niveau, Süd- und Mittelosteuropa setzten 2018 ihre Erholung fort. Der Verband rechnet damit, dass sich das Wachstum bis zum „Branchenhöhepunkt“ bauma, die vom 8. bis 14. April stattfindet, fortsetzt. Danach vermuteten die Experten einen leichten Abschwung. Der deutsche Markt werde mit moderaten Rückgängen immer noch auf einem sehr hohen Niveau bleiben. Für Europa sei eine Trendwende mit +/- 0 Prozent bis hin zu leichten Rückgängen realistisch. Der Weltmarkt wachse langsamer als 2018, ein Plus von bis zu zehn Prozent sei aber möglich.

Die Vertreter der Baumaschinenhersteller rechnen bei der Entwicklung des Branchenumsatzes am Produktionsstandort Deutschland mit einem Wachstumspotenzial von insgesamt drei bis fünf Prozent für dieses Jahr. Franz-Josef Paus, Vorsitzender des Fachverbands Baumaschinen und Baustoffanlagen, erklärt: „Wir sind auf einem Allzeithoch, nur war der Weg dorthin dieses Mal stabiler und nachhaltiger als 2007. Das macht Hoffnung, dass die Branche das gute Niveau auch länger halten kann.“ Bremsend wirke allenfalls der Mangel an qualifiziertem Personal auf Kundenseite. Insgesamt bleibe die Bauindustrie in Deutschland und Europa stark und stabil.

Wunsch an Politik in Europa

Laut VDMA-Mitteilung gelte es, diese positiven Aussichten nicht durch politisches Chaos zu gefährden. Weltweit seien Herausforderungen zu meistern. „Handelspolitische Hemmnisse durch die Trump-Regierung oder die gut kalkulierte Eroberung der Weltmärkte durch die Chinesen erfordern eine bessere Zusammenarbeit in Europa“, schreibt der Verband. Er wünscht sich zudem, dass sich die Europapolitiker kurz vor der Wahl am 26. Mai bewusst seien, dass „hauptsächlich die Industrie die Lebensgrundlage von über 500 Millionen Menschen bildet und daher entsprechende Unterstützung auf politischer Ebene benötigt.“ Joachim Strobel, Vorsitzender der Fachgruppe Baumaschinen im VDMA, stellt fest: „Europa ist momentan dabei, seine eigene Wettbewerbsfähigkeit aufs Spiel zu setzen. Diese Entwicklung müssen wir stoppen.“

Eine Zukunftsaufgabe sahen die Tagungsteilnehmer in der Digitalisierung der Baustelle. Zurzeit in aller Munde, sei sie bislang kaum in der realen Welt angekommen. Um die anstehenden Probleme lösen und den Prozess zu einer volldigitalisierten, hochautomatisierten und individualisierbaren gestalten zu können, plant der VDMA, eine Arbeitsgemeinschaft „Machines in Construction 4.0“ ins Leben zu rufen. Die offizielle Gründung soll am 8. April auf der bauma stattfinden. Die Messe zeige in diesem Jahr erneut, welche Bedeutung die Bau- und Baumaschinenbranche habe: Die Hallenflächen und das Freigelände der Messe München sind ausgebucht. Highlights sind laut Verband die Veranstaltungen „think big!“, das Karriere-Event für Schüler, das bauma Forum mit internationalen Vorträgen und Diskussionen, das Partnerland Kanada mit seinen über 40 Ausstellern sowie die zwölfte Verleihung des bauma Innovationspreises 2019.

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