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Deutz Erdgasmotor für Traktoren auf ersten bundesweiten Öko-Feldtagen

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Lukas Arnold, Agrartechnik
am
29.06.2017

Im Rahmen eines Forschungsprojekts mit der Universität Rostock und dem Thünen-Institut hat Deutz einen Erdgasmotor für einen Traktor entwickelt, der kürzlich auf den ersten bundesweiten Öko-Feldtagen ausgestellt wurde.

Deutz Erdgasmotor

Die Veranstaltung fand vom 21. bis 22. Juni 2017 auf der Hessischen Staatsdomäne Frankenhausen, dem Lehr- und Versuchsgut der Universität Kassel, in Nordhessen statt. Der Erdgastraktor wurde vom Thünen-Institut ausgestellt, welches sich als Bundesforschungsinstitut der Sicherung natürlicher Ressourcen und deren nachhaltiger Nutzung verschrieben hat.

Die Deutz Ingenieure haben im Rahmen des Projektes einen Dieselmotor für den Betrieb mit Erdgas umgerüstet und erfolgreich in einen Traktor der Firma Same-Deutz-Fahr integriert, die ebenfalls zu den Projektpartnern zählte. Ziel war es, bei gleicher Leistung, die Schadstoffemissionen und den CO2-Ausstoß zu reduzieren. Der Vorteil von Erdgas: Es verbrennt, gegenüber Benzin oder Diesel, deutlich sauberer. Es entsteht weniger CO2 und auch der Ausstoß von Stickoxiden und Partikeln ist erheblich geringer. Während die beiden letzteren mit modernen Abgasnachbehandlungssystemen gut einzudämmen sind, ist der Ausstoß von CO2 in erster Linie von der Menge und Art des verbrauchten Kraftstoffs abhängig. Durch den Einsatz von Erdgas kann eine Einsparung der CO2-Emissionen von bis zu 24 Prozent erzielt werden.

Als Basis für den Motor kam ein Deutz TCD 3.6 zum Einsatz. Der Reihenvierzylinder verfügt über eine Leistung von 50 bis 90 kW und über ein Drehmoment von maximal 480 Nm. Um den Motor für den Erdgasbetrieb umzurüsten, bedurfte es einiger wesentlicher Umbaumaßnahmen. Da Dieselmotoren bekanntlich nach dem Prinzip der Selbstzündung funktionieren, musste zunächst eine Fremdzündung integriert werden. Auch Kolben und Zylinderkopf mussten durch mechanische Anpassungen auf den Betrieb mit Erdgas angepasst werden. Der entscheidende Teil war allerdings die Analyse und das Beherrschen des Verbrennungsprozesses im Gasmotor. Das Ergebnis ist ein lauffähiger Versuchstraktor, der auf dem Gelände einer Zweigstelle des Thünen-Instituts in Trenthorst schon weit über 500 Betriebsstunden erfolgreich im Praxiseinsatz absolviert hat.

Das Projekt startete im Jahr 2012, im Jahr 2015 erfolgte eine Präsentation auf der Agritechnica in Hannover. Im Rahmen der Öko-Feldtage wurde der Traktor jetzt direkt einem spezialisierten Fachpublikum im Bereich des ökologischen Landbaus gezeigt.

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