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Baumaschinen-Industrie

Digitaler Wandel als Erfolgsgarant für die Baumaschinenindustrie

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Lukas Arnold, Agrartechnik
am
11.10.2016

Die Baumaschinenindustrie hat sich vor kurzem in Prag getroffen, um – im Rahmen des CECE Kongresses 2016 – Tendenzen und Herausforderungen am Markt zu analysieren. Dabei wird in Europa für 2016 ein Baumaschinen-Marktwachstum von fünf bis zehn Prozent erwartet.

CECE Kongress

“Wir können nur langfristig nachhaltig konkurrenzfähig sein, wenn wir sicherstellen, dass wir die Besten sind. Die europäische Baumaschinenindustrie ist ein Beispiel von Technologieführerschaft. Zunehmend werden unsere Maschinen 'digitalisiert', und man kann sich dieser Entwicklung nicht verschließen. Wir müssen und wir werden das annehmen. Tatsächlich muss sich Europa als Einheit anstrengen, gleichermaßen ein Technik- und Digitaltreiber zu sein. Es ist für unsere Gesellschaft und unsere Wirtschaft der richtige Ansatz um voranzukommen,” so Bernd Holz, CECE Präsident. Und dies war auch die Kernbotschaft des CECE Präsidenten, der beim Kongress in Prag vor zweihundert Führungskräften der Baumaschinenindustrie in Europa sowie technischen Experten, Verkaufsleitern, der Fachpresse und den internationalen Handelsorganisationen referierte.

Verändertes Geschäft

Das Kernthema des diesjährigen Kongresses war "Industrie im Wandel – Treiber des Erfolgs". Das zweitägige Programm mit Dutzenden von Referenten beleuchtete eine Vielzahl von aktuellen Trends, wie die Welle der Digitalisierung, die wirtschaftlichen Zukunftsaussichten und die neuesten technischen Entwicklungen im Bereich der Elektrifizierung sowie die Organisation der Baustelle der Zukunft. Der CECE Kongress wurde 2016 vom tschechischen Landesverband SVSS veranstaltet und wurde insbesondere durch die Unterstützung von Doosan Bobcat und Ammann ermöglicht, die beide Produktionsstätten im Land unterhalten.

Bernd Holz, der das Werk von Ammann im deutschen Hennef führt sowie das Nordeuropäische Verkaufsgebiet für den Straßenbaumaschinenhersteller verantwortet, ist auf die täglichen Produktions-Herausforderungen in Europa eingegangen: “Als Hersteller sind wir verpflichtet, unsere Kunden zu versorgen, ungeachtet von den Regulierungshürden oder den wirtschaftlichen Zwängen, denen wir unterliegen.“ Er drückte weiter aus, dass man überzeugt sei, seinen Marktanteil weltweit weiter zu vergrößern. „Wir gestalten unsere Geschäftsmodelle neu, um noch Dienstleistungs- und Kundenorientierter zu werden, als jemals zuvor.”

Die Baumaschinenabsätze in Europa hätten in der ersten Jahreshälfte 2016 ein gesundes zweistelliges Wachstum im Vergleich zu selben Periode 2015 registriert, so Bernd Holz weiter und man erwarte – vorausgesetzt, dass sich die allgemeinen Bedingungen innerhalb des Sektors in den kommenden Monaten nicht wesentlich ändern – ein jährliches Wachstum des europäischen Marktes zwischen fünf und zehn Prozent.

Die Märkte auf einen Blick

Auch die einzelnen europäischen Märkte wurden intensiv beleuchtet. Frankreich hat demnach ein Plus von 53 Prozent registriert und sich damit deutlich von einem sehr schlechten Jahr 2015 erholt. Der deutsche Markt (plus 14 Prozent) erreicht ein Rekordniveau, und das Vereinigte Königreich (minus zwölf Prozent) kommt gerade aus einem Rekordniveau. Italien und Spanien haben ein Wachstum von plus 33 und plus elf Prozent. Auch für die mittel- und osteuropäischen Regionen werde ein starkes Wachstum im Bausektor erwartet, in erster Linie durch Investitionen in die Infrastruktur. Unklarheit herrsche für die russischen und türkischen Märkte, obwohl es scheine, dass ersterer die Talsohle erreicht habe.

Erdbewegungsmaschinen auf hohem Niveau

Erdbewegungsmaschinenabsätze haben in der ersten Hälfte von 2016 ein Niveau von 84 000 Einheiten erreicht, das höchste seit 2008. Das entspricht einem bisherigen Jahreswachstum von 14 Prozent nach sechs Monaten. Es gibt verschiedene Gründe für die starke Zunahme im Erdbewegungsmaschinensektor: Der Nachfrageanstieg im Anschluss an die bauma, die viel stärkere Investitionstätigkeit durch den Mietsektor, eine gute Leistung im Bereich des Hoch- und Tiefbaus, aber am bedeutsamsten sei die Übereinstimmung von positiven Marktentwicklungen in den einzelnen europäischen Ländern und Regionen.

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