Login
Nachruf

Dr. sc. Peter Feiffer verstorben

Monika Kraft, AGRARTECHNIK
am
23.02.2017

Dr. sc. Peter Feiffer war über viele Jahrzehnte ein prägender Mann der Mähdruschforschung. Vergangene Woche ist er mit 82 Jahren im Kreise seiner Familie verstorben.

Feiffer

Dr. sc. Peter Feiffer ist am 15. Februar 2017 im Kreise seiner Familie mit 82 Jahren verstorben. Mit ihm hat die Agrarbranche einen Mann verloren, der sich mit großer Leidenschaft über 60 Jahre lang der Mähdruschforschung verschrieben hatte und viele Entwicklungen auf den Weg brachte.

1934 in einer weit verzweigten Landwirtschaftsfamilie mit großen Besitzungen in Polen und Ostpreußen geboren, versucht er erstmals mit sechs Jahren das Innere einer Dreschmaschine mit einer Taschenlampe zu erkunden – bei laufendem Betrieb. Das war ein prägendes Erlebnis, aber seither hat ihn die Faszination des Druschprozesses nicht mehr losgelassen.

Bereits mit 13 Jahren wird er Volkkorrespondent und schreibt, unter falscher Altersangabe, Artikel zur Landwirtschaft und verdient sein erstes Geld. Mit 16 gründet er die Arbeitsgemeinschaft für Landtechnik und mit 18 die Autorengruppe Mähdrusch, die sich – auch heute weltweit führend – mit der Technologie der Ernte befasst.

Entwickler der elektronischen Verlustkontrolle

1959 erscheint das Buch "Der Mähdrusch", welches in 18 Sprachen übersetzt wird und in über 20 Ländern den ersten Standard setzte. Viele technische Details gehen auf seine zahlreichen Erfindungen zurück, wie zum Beispiel die elektronische Verlustkontrolle. Was heute in jedem Mähdrescher selbstverständlich ist, erfand er 1961 gemeinsam mit Manfred von Ardenne.

In 30 Jahren DDR-Zeit hat er ein Optimierungssystem rund um den Mähdrescher geschaffen, dass nicht nur der damaligen DDR-Technik zu passablen Leistungen verhalf, sondern auch heute unter dem Kostendruck entsprechend zur Effizienz beiträgt. Nach der Wende wurde das Beratungs- und Forschungsunternehmen feiffer consult gegründet, das mittlerweile von der Tochter, Dr. Andrea Feiffer, geleitet wird.

Trotz der Strapazen seiner Krankheit, die ihn in den letzten Lebensjahren ans Bett fesselten, dachte er nie ans Aufhören. Mit einer nicht zu bändigen Schaffenskraft veröffentlichte er bis zu seinem Lebensende vier Bände Memoiren. Und er hatte noch einiges vor. Ein großer Agrarforscher ist von uns gegangen.

Die Redaktion der AGRARTECHNIK wird ihn und sein Lebenswerk in lebendiger Erinnerung behalten.

Auch interessant