Login
Nachruf

Fritz Güttler Ende Januar verstorben

la/AGRARTECHNIK
am
15.02.2016

Kurz vor seinem 92. Geburtstag verstarb Ende Januar 2016 Fritz Güttler, der Erfinder der Güttler-Walze. Der Sohn eines Landwirts wurde Agraringenieur und Kaufmann. Er verbrachte sein gesamtes Berufsleben in der Landtechnik und hinterlässt bleibende Spuren.

Als Verkaufsleiter der Maschinenfabrik Rau verfasst Fritz Güttler Ende der 1950er Jahre die These: „den Boden ganz flach, nur auf Saattiefe bearbeiten, um die Saat auf einen wasserführenden Saathorizont abzulegen“. Auch an der technischen Umsetzung war er maßgeblich beteiligt. 1972 gibt er seine gut bezahlte Stelle auf und machte sich selbständig mit der Idee, die flache Saatbettbereitung weiter zu perfektionieren. Mit der Gareg und später dem Garomat entwickelt er Geräte, die Kombinationen mit Drillmaschinen ermöglichen: von drei Metern bis zu der damals gigantischen Arbeitsbreite von zwölf Metern. Die Fertigung erfolgt außer Haus bei einem Partner. Diese Zusammenarbeit besteht nach wie vor, seit mehr als 40 Jahren. 1973 übernimmt Maschinenfabrik Schmotzer die Geräte in Lizenz. Nachdem Mitte der 70er Jahre ein massiver Strukturwandel in der Landwirtschaft einsetzt und in diesem Zuge die Betriebe immer größer und die Schlepper immer schwerer werden, kommt Fritz Güttler zu der Überzeugung, man käme nicht mehr umhin, „tiefer zu arbeiten, um die Schlepperspuren einzuebnen – anschließend müsse man dann rückfestigen“. Aus langer Arbeit entsteht die erste Güttler-Walze, die 1978 patentiert wird.1981 wird die heutige Güttler GmbH gegründet und der Vertrieb wieder in eigene Hände genommen. Im Laufe der Jahre entwickelt Fritz Güttler die heute geläufigen Varianten und Baureihen der Güttler-Walzen. Seine unkonventionelle Denkweise belegt auch die Entwicklung einer leichten Walzen-Variante aus Kunststoff im Jahr 1995. Leichtem „Plastik“ würde man auf den ersten Blick nicht zutrauen, mit den rauen Verhältnissen in der Bodenbearbeitung zurecht zu kommen. Doch mit Zielstrebigkeit und Beharrlichkeit sowie einem engagierten Lieferanten wird auch dieses Projekt ein Erfolg. Als Nachläufer für Kreiseleggen ist diese leichte Baureihe heute aktueller denn je. Auch wenn die persönliche Anstrengung noch so groß ist: „Ohne die Unterstützung von Mitmenschen, die an einen glauben, schafft man es nicht“. Dessen war sich der Verstorbene stets bewusst. Es ist deshalb in seinem Sinne, wenn wir bei dieser Gelegenheit allen danken, die ihm ihr Vertrauen geschenkt und so den Rücken gestärkt haben: den Mitarbeitern, den Lieferanten, den Landwirten und den Vertriebspartnern, so das Unternehmen.
Auch interessant