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Geschäftszahlen 2014 der Agravis Raiffeisen AG

von , am
15.04.2015

Auf der Bilanz-Pressekonferenz am 12. März hat das Agrarhandelsunternehmen Agravis Raiffeisen AG seine Geschäftszahlen bekanntgegeben.

Dr. Clemens Große Frie, Vorsitzender des Vorstandes Agravis Raiffeisen AG. © Werkbild
Laut Dr. Clemens Große Frie, Vorsitzender des Vorstands, war das Jahr 2014 ein turbulentes, forderndes und in vielen Teilen des Konzerns sehr erfolgreiches Jahr. "Man habe in allen Bereichen gute bis sehr gute Ergebnisse erzielt." Im Gesamtergebnis gab es durch Währungsturbulenzen, gerade im Bereich des Rubels, und Marktverwerfungen im hochvolatilen Agrarerzeugnis-Großhandelsgeschäft Rücksetzer. Das Unternehmen konnte einen Umsatz von 7,4 Milliarden Euro erzielen, welcher ziemlich genau dem Vorjahresergebnis entspricht.
 
Man sei aber auch deshalb mit dem Jahresverlauf zufrieden, weil man im Wesentlichen aus dem Cash flow die Investitionen auf Rekordhöhe realisieren konnte. Insgesamt hat das Unternehmen laut Dr. Große Frie, im Jahr 2014 92 Millionen Euro investiert. Das Eigenkapital liege bei 461 Millionen Euro, was ein Plus von zehn Prozent bedeute.
 
Bilanz-Kennzahlen 2014:
 
Anlagevermögen
Die Investitionen in Schlagkraft und Optimierung in 2014 zeigen sich mit einem Anstieg des Anlagevermögens um rund 64 Millionen Euro. Enthalten in den Zugängen ist auch die TerraSol-Nährstoffanlage in Dorsten, die seit Mitte 2014 zum Agravis-Konzern gehört.
Im Bereich der Finanzanlagen konnte das Unternehmen seine Anteile bei der Vilomix A/S in Dänemark - auf 25 Prozent - sowie der Roland Mills United - auf über 40 Prozent - erhöhen.
 
Umlaufvermögen
Höhere Lagerkapazitäten in den Betrieben im Osten und Norden führten zu einem höheren Bestand an Getreide und Ölsaaten gegenüber dem Vorjahr, was einen Anstieg von rund 50 Millionen Euro ausmacht.
Daneben lagen die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen stichtagsbezogen um rund 30 Millionen Euro über Vorjahr. Die Abwicklung erfolgte in weiten Teilen im Januar und Februar 2015.
 
Eigenkapital
Die Eigenkapitalstärkung steht seit Jahren im Mittelpunkt der Bemühungen von Agravis - das hat sich auch 2014 nicht geändert. Mit einem absoluten Wert von 461 Millionen Euro konnte man in 2014 das Eigenkapital erneut um mehr als 37 Millionen Euro erhöhen. Damit macht das Eigenkapital 25,3 Prozent der Bilanzsumme aus und bewegt sich damit - trotz gestiegener Bilanzsumme - auf Vorjahresniveau. Neben der Gewinn-Thesaurierung aus dem Ergebnis 2014 haben Kapitalerhöhungen durch Aktienverkäufe zu dieser positiven Entwicklung beigetragen. Damit hat sich das Eigenkapital der Agravis seit 2004 um 170 Prozent erhöht. Ein Zeichen von Wachstum und Solidität. Ziel ist es, langfristig auf eine Eigenkapitalquote von 30 Prozent zu kommen.
 
Fremdkapital
Der deutliche Anstieg der Verbindlichkeiten korrespondiert mit den höheren Vorräten und Forderungen. Der Anstieg des Anlagevermögens wurde im Wesentlichen durch den Cash flow finanziert. Profitiert hat die Agravis in 2014 von dem insgesamt niedrigen Zinssatz, bei einer leicht gestiegenen Kreditinanspruchnahme im Durchschnitt des Jahres 2014. Das Schuldscheindarlehen, der Konsortialkredit in Höhe von 600 Millionen Euro und das Eigenkapital sind eine solide Basis zur Absicherung der Rohstofferfassung und für das weitere Wachstum des Unternehmens.
 
Bilanzsumme
Die Bilanzsumme hat sich durch die höheren Sachinvestitionen, die zusätzlichen Akquisitionen und das gestiegene Umlaufvermögen um rund 9,3 Prozent auf über
1,8 Milliarden Euro erhöht.
 
Umsatz
Der Umsatz liegt bei rund 7,4 Milliarden Euro. Der Absatz beziehungsweise der Mengenumsatz des Gesamtunternehmens erhöhte sich auf rund 12,5 Millionen Tonnen (Vorjahr: 12,1 Millionen Tonnen). Das entspricht einem Plus von rund drei Prozent.
 
Erträge
Die Agravis hat die guten Marktentwicklungen im Betriebsmittel- und Futtermittelgeschäft, aber auch in der Landtechnik und im Bereich der Raiffeisen- Märkte, zur Steigerung der Erträge genutzt. Das Rohergebnis stieg somit auf 565 Millionen Euro.
 
Kosten
Der Personalaufwand erhöhte sich im Wesentlichen durch tarifliche Anpassungen im Konzern und die Einstellung neuer Mitarbeiter. Daneben trugen die erstmalig einbezogenen neuen Konzerngesellschaften zum Anstieg bei. Insgesamt ist der Personalaufwand aber nur moderat angestiegen.
Die Abschreibungen lagen mit 54 Millionen Euro bei Ausklammerung der Teilwertabschreibungen in 2013 investitions- und akquisitionsbedingt leicht über den Werten des Vorjahres. Es wurden die steuerlich höchstmöglichen Abschreibungssätze genutzt. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind bedingt durch, unter anderem, die Erweiterung des Konzernkreises um 14 Millionen Euro auf 171 Millionen Euro angestiegen. Ebenfalls angestiegen sind im Rahmen von Ersatzinvestitionen die Instandhaltungskosten. Die Forderungsbewertung blieb gegenüber dem Vorjahr konstant. Insgesamt lagen die gesamten Aufwendungen 2014 bei 495 Millionen Euro.
 
Finanzergebnis
Das negative Finanzergebnis erhöhte sich in 2014 auf minus 26 Millionen Euro. Ursächlich dafür sind Anpassungen des Abzinsungssatzes bei Pensionsrückstellungen - das macht rund 3 Millionen Euro aus - und die Rubelabwertungen im Russlandgeschäft mit rund 3,9 Millionen Euro.
Das negative Zinsergebnis liegt trotz höherer Liquiditätsinanspruchnahme nur geringfügig über dem Vorjahreswert.
 
Ergebnis vor Steuern
Mit den realisierten rund 42 Millionen Euro - genau 41,7 Millionen Euro - Ergebnis vor Steuern ist das Unternehmen - bei Betrachtung der Weltmarktlage - zufrieden. Johannes Schulte-Althoff, Mitglied des Vorstandes: "Wir haben die eigenen ambitionierten Planungen nicht erreicht, konnten aber dennoch eines der besseren Jahresergebnisse in der Geschichte der Agravis-Gruppe erreichen. Die Währungsturbulenzen, die Volatilitäten und auch die eine oder andere Verwerfung an den Getreidemärkten haben am Ende des Tages zu Gewinneinbußen geführt."
 
Geschäftszahlen Technik
2014 hat sich die Agravis Technik-Gruppe gut entwickelt. Man konnte sowohl beim Neumaschinengeschäft punkten als auch beim Handel mit Gebrauchtmaschinen und im Service. Das Online-Geschäft mit gebrauchter Technik über atc-trader.com sowie die Auktionsplattform ab-auction.com wurde ausgeweitet - ebenso wie der stationäre Gebrauchtmaschinenhandel. Wichtige Säule der Vermarktungsstrategie ist nach wie vor die Auktion in Meppen. Außerdem: Man hat und wird weiter investieren in die klare Ausrichtung als Service-Anbieter - durch zusätzliche Angebote und den weiteren Ausbau der Standorte und gute Mitarbeiter-Qualifikation. Der Produktumsatz in 2014 lag im Geschäftsfeld Technik insgesamt bei 791 Millionen Euro (2013: 689 Millionen Euro) - ein erfreuliches Plus von immerhin 15 Prozent.
 
Für 2015 erwartet Große Frie Stabilität - keine Stagnation! "Wir wollen unsere Position festigen, durch weitere Steigerung des Eigenkapitals, durch den Ausbau innovativer Geschäftsfelder oder eines Themas wie 'Smart Farming'. Wir sehen uns gut aufgestellt, unsere Position im heimischen und europäischen Agrarhandelsmarkt maßvoll und mit Augenmaß zu konsolidieren und auszubauen." Insgesamt erwartet die Agravis bei einem vergleichbaren Preisniveau wie 2014 für das laufende Jahr einen Umsatz von rund sieben Milliarden Euro bei einem Ergebnis vor Steuern, "das die 50 Millionen Euro-Linie wieder überschreitet."
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