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Graepel nimmt neuerbautes Werk in den USA in Betrieb

von , am
14.02.2015

Der deutsche Spezialist für Blechformteile Graepel hat in den USA ein neues Werk gebaut - innerhalb von nur 150 Tagen.

Stand produktionsfertig nach 150 Tagen: Das neue Werk im Konzern der Friedrich Graepel AG. © Werkbild
Das erst vor wenigen Wochen in Betrieb genommene neue Werk in Omaha, Nebraska, befindet sich nur eine Meile vom bisherigen Standort entfernt. Graepel hatte ihn 2006 errichtet - seinerzeit ein Wagnis für den Mittelständler, der bis dato mit zwei Werken in Deutschland produzierte. Seit dem laufen die Geschäfte prächtig: Der Zulieferer ist mittlerweile bei vielen großen Fahrzeug- und Maschinenherstellern gelistet. Den Standort wählte man mit Bedacht, liegt er doch strategisch günstig im Ballungsraum der Zielgruppe: Viele Hersteller und Zulieferer von Fahrzeugen und Landmaschinen finden sich hier.
 
Nur rund fünf Monate vergingen vom ersten Spatenstich bis zur Vollendung des kompletten Neubaus "auf der grünen Wiese". Und das, obwohl ungewöhnlich viel Regen die Arbeiten erschwerte. "Aber die Amerikaner sind pragmatisch und auf Lösungen bedacht", sagt CEO Mark Zumdohme. Mit zusätzlichen Entwässerungsgräben und Pumpen habe man sprichwörtlich Boden gutgemacht. Noch bemerkenswerter sei allerdings der administrative Vorlauf gewesen: Obwohl erst im Februar 2014 in der Firmenzentrale im deutschen Löningen die Entscheidung zum Werksneubau fiel, begannen bereits im Mai die Bauarbeiten, so dass im Oktober die Produktion umziehen konnte. "Die Mentalität und das investitionsfreundliche Tempo der Amerikaner haben Graepel in eine hervorragende Position für das wachsende Amerika-Geschäft gebracht", bemerkt der Deutsche.
 
{BILD:628910:jpg}Am neuen Standort produziert Graepel nun auf Hochtouren. Das Werksgebäude auf dem drei Hektar großen Gelände ist 4 200 Quadratmeter groß, wobei die Verwaltung nur etwa zehn Prozent beansprucht. Einige Vorgaben waren einzuhalten, um die Sicherheit für Mitarbeiter und Produktion zu gewährleisten. Nebraska liegt inmitten der "Tornado Alley", einem von heftigen Wirbelstürmen betroffenen Landstreifen im Mittleren Westen. "Die Gebäudehülle ist als Stahlstruktur mit Betonfertigwänden ausgeführt", erklärt Zumdohme. Zahlreiche Maschinen, darunter mächtige Hydraulikpressen, Walzen und Laserschneidanlagen, wurden neu installiert.
 
Insbesondere mit Lochblechprodukten ist die Graepel-Gruppe gut im Geschäft: Mit rund 550 Mitarbeitern erwirtschaftet der 125 Jahre alte Hersteller einen Jahresumsatz von rund 80 Millionen Euro. Etwa zehn Prozent davon kommen derzeit aus Nordamerika. Die starke Nachfrage erklärt Zumdohme mit der hohen Entwicklungskompetenz und Produktqualität. Bei vielen Aufträgen gehe es um Kosteneinsparung, Gewichtsreduzierung oder Fertigungsoptimierung für den Kunden. "Mit Neuentwicklungen für Baumaschinen sowie Fahrzeuge, Bahnen und Agrarmaschinen wollen wir den Kurs in 2015 fortführen".
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