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Grammer AG: Geschäftszahlen bekanntgegeben

von , am
08.08.2015

Das erste Halbjahr 2015 war bei Grammer von einem weiterhin dynamisch wachsenden Automotive-Geschäft und einem durch negative Entwicklungen in wichtigen Märkten belasteten Nutzfahrzeugbereich geprägt.

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Der Halbjahresabschluss weist auf Konzernebene im Vergleich zum Vorjahreszeitraum einen Umsatzanstieg von 6,1 Prozent auf 710,2 Millionen Euro (Vorjahr 669,6 Millionen Euro) aus. Damit hält die Grammer AG, weltweiter Zulieferer für Automobil-Interieur und führender Hersteller von Nutzfahrzeug-Sitzsystemen, auch 2015 das Wachstumstempo der vergangenen Jahre. Trotz des Umsatzzuwachses verringerte sich das EBIT des Konzerns im ersten Halbjahr 2015 gegenüber dem Vorjahr aufgrund der unerwartet starken Markteintrübung im margenstärkeren Unternehmensbereich Seating Systems auf 24,6 Millionen Euro (Vorjahr 30,9 Millionen Euro). Die EBIT-Rendite betrug entsprechend 3,5 Prozent (Vorjahr 4,6 Prozent). Vor allem das Konzernsegment Seating Systems verzeichnete aufgrund der gleichzeitigen negativen Entwicklung mehrerer wichtiger Teilmärkte starke Einbußen beim Umsatz und Ergebnis. Dem gegenüber war im Konzernsegment Automotive das EBIT trotz der andauernden Maßnahmen zur Umsetzung der Globalisierungsstrategie nur leicht rückläufig. Entsprechend der Entwicklung beim EBIT erzielte Grammer in der ersten Hälfte des Geschäftsjahres 2015 ein Ergebnis nach Steuern von 13,6 Millionen Euro (Vorjahr 18,3 Millionen Euro).
 
Seating Systems von stark rückläufiger Lkw- und Landmaschinen-Nachfrage betroffen
Im Grammer Segment Seating Systems machte sich die negative Entwicklung wichtiger Teilmärkte spürbar bemerkbar. Aktuelle Marktdaten zeigen, dass nach einem bereits schwachen Vorjahr die Neuzulassungen von Lkw in Brasilien seit Jahresbeginn noch einmal um fast 50 Prozent einbrachen. Auch der chinesische Lkw-Markt verbuchte ein Minus von 30 Prozent bei den Zulassungszahlen. In China ist zudem der Markt für Baumaschinen unerwartet stark eingebrochen. Hinzu kam ein nochmals deutlicher Abschwung im globalen Markt für Landmaschinen, der die Hersteller und damit auch Grammer als weltweit führenden Zulieferer für Nutzfahrzeug-Sitzsysteme erheblich belastete. Aufgrund dieser gleichzeitigen Marktschwächen ging der Umsatz im Segment Seating Systems im ersten Halbjahr auf 233,1 Millionen Euro (Vorjahr 253,0 Millionen Euro) und damit um 7,9 Prozent zurück. Da insbesondere margenstärkere Produktsegmente von diesem Abwärtstrend überproportional betroffen waren, sank das Segment-EBIT deutlich auf 16,0 Millionen Euro (Vorjahr 21,8 Millionen Euro). Trotz dieser starken Belastungen erreichte die EBIT-Rendite noch 6,9 Prozent (Vorjahr 8,6 Prozent).
 
Eigenkapital und Nettoverschuldung steigen leicht an
Das Eigenkapital des Konzerns betrug zum Berichtsstichtag 247,1 Millionen Euro (Vorjahr 228,6 Millionen Euro) und lag damit über dem Vorjahresniveau. Die Eigenkapitalquote stieg leicht auf rund 29 Prozent (Vorjahr 28 Prozent). Die Nettoverschuldung des Konzerns belief sich zum 30. Juni 2015 auf 131,5 Millionen Euro (Vorjahr 122,4 Millionen Euro) und die Verschuldungsquote (Gearing) lag damit bei 53 Prozent (Vorjahr 54 Prozent).
 
Ausblick 2015
Mit Blick auf das Gesamtjahr 2015 wird die Entwicklung des Konzernsegments Automotive weiterhin von Produktionsneuanläufen und Projekten in Zusammenhang mit der Umsetzung der Globalisierungsstrategie beeinflusst sein. Im Segment Seating Systems wird sich der Umsatzrückgang durch die anhaltende Marktabschwächung im brasilianischen und chinesischen Lkw-Markt sowie im Landmaschinen-Sektor auch im weiteren Verlauf des Geschäftsjahres fortsetzen. Mit einer Erholung in der zweiten Jahreshälfte wird nicht mehr gerechnet. Es ist daher mit einem gegenüber dem Jahr 2014 deutlich niedrigerem Umsatzniveau im Bereich Seating Systems zu rechnen, während die Umsatzerwartung für das Segment Automotive deutlich über dem Vorjahreswert liegt. Insgesamt hält Grammer aber an der bestehenden Umsatzprognose für den Konzern von über 1,4 Milliarden Euro für das Jahr 2015 fest. Aufgrund der erheblichen Belastungen durch den anhaltenden Nachfragerückgang nach Nutzfahrzeugen und der ausbleibenden Erholung der Märkte im zweiten Halbjahr erwartet Grammer im Geschäftsjahr 2015 einen Rückgang beim EBIT um rund 15 Millionen Euro gegenüber dem Vorjahr auf rund 42 Millionen Euro.
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