Login
Geschäftsentwicklung

Grammer steigert Umsatz und operative Profitabilität weiter

Thumbnail
Lukas Arnold, Agrartechnik
am
14.08.2017

Die ersten sechs Monate des laufenden Geschäftsjahres waren für den Grammer Konzern geprägt von der erfolgreichen Abwehr einer versuchten Kontrollübernahme durch einen Minderheitsaktionär. Umso erfreulicher unter diesen erschwerten Bedingungen ist die weiterhin positive operative Geschäftsentwicklung im ersten Halbjahr.

Grammer

Konzernumsatz steigt um fünf Prozent


Im Berichtszeitraum stieg der Konzernumsatz um 5,5 Prozent auf 908,0 Millionen Euro (Vj. 860,6). Maßgeblich dazu beigetragen hat das Wachstum im Segment Automotive und hier insbesondere das Konsolengeschäft. Auch das Segment Commercial Vehicles erzielte trotz der anhaltenden Schwäche im brasilianischen Lkw-Markt einen erfreulichen Umsatzanstieg. Auf regionaler Ebene ist der Grammer Konzern in fast allen Märkten weiter gewachsen: Lediglich im Heimatmarkt, der Region EMEA, blieb der Umsatz bei 625,7 Millionen Euro (Vj. 628,1) auf dem hohen Niveau des Vorjahres stabil. In der Region Americas hingegen wuchs der Umsatz deutlich um 27,1 Prozent auf 147,8 Millionen Euro (Vj. 116,3). Auch in der Region Asien-Pazifik (APAC) erzielte Grammer ein starkes Wachstum von 15,7 Prozent auf 134,5 Millionen Euro (Vj. 116,2).

Weitere deutliche Steigerung der operativen Profitabilität

Eine anhaltend deutliche Verbesserung hinsichtlich der Profitabilität zeigte sich im operativen EBIT (ohne Währungs- und Sondereffekte), das um 23,2 Prozent auf 44,0 Millionen Euro anstieg (Vj. 35,7). Dementsprechend steigerte sich auch die operative EBIT-Marge noch einmal deutlich gegenüber dem Vorjahr von 4,1 Prozent auf 4,8 Prozent und liegt somit im angestrebten Zielkorridor von Grammer für das Gesamtjahr in Höhe von rund fünf Prozent. Zu diesem positiven Ergebnis haben insbesondere die kontinuierliche und effektive Umsetzung von Optimierungsmaßnahmen bei Fixkosten- und Prozessstrukturen beigetragen.

Das Konzernergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) betrug zum 30. Juni 2017 35,1 Millionen Euro und lag nahezu auf dem Niveau des Vorjahres (Vj. 36,4). Das Ergebnis war im ersten Halbjahr vor allem beeinflusst von Fremdwährungsbewertungen sowie von einmaligen, besonderen Aufwendungen im Zusammenhang mit dem von einem Minderheitsaktionär in der Hauptversammlung beabsichtigten Kontrollwechsel der Grammer AG. Die EBIT-Rendite lag mit 3,9 Prozent ebenfalls nahezu auf dem Wert des Vorjahres, trotz der oben beschriebenen Belastungen.

Das Konzernergebnis nach Steuern lag mit 20,0 Millionen Euro entsprechend ebenfalls auf dem Niveau des Vorjahres (Vj. 21,2).

„Hinter uns liegen sehr arbeitsintensive Monate mit großen Herausforderungen, die wir sehr erfolgreich gemeistert haben. Trotz der Aktivitäten rund um die von einem Minderheitsaktionär beabsichtigte Kontrollübernahme haben wir unsere Performance im operativen Geschäft weiter deutlich verbessern können. Bei der ordentlichen Hauptversammlung im Mai haben die Aktionäre mit überwältigender Mehrheit für Grammer, für die Fortführung der erfolgreichen Unternehmensstrategie gestimmt, deren Erfolge auch in den operativen Ergebnissen des ersten Halbjahrs deutlich werden. Der Grammer Konzern liegt damit klar im Zielkorridor für das Geschäftsjahr 2017 sowie für die weitere nachhaltige Steigerung von Umsatz und Profitabilität“, so Hartmut Müller, Vorstandsvorsitzender der Grammer AG.

Neuer Großaktionär und Veränderung im Aufsichtsrat


Im Juli 2017 meldete die JAP Capital Holding GmbH einen Anteilsbesitz über 20 Prozent an der Grammer AG. JAP ist ein verbundenes Unternehmen des chinesischen Automobilzulieferer Ningbo Jifeng, mit dem Grammer eine strategische Partnerschaft mit Kooperationen im chinesischen Markt plant. Mit über 20 Prozent der Aktien ist JAP nunmehr der größte Aktionär der Grammer AG und bildet damit ein starkes Gegengewicht zu den beiden Investmentgesellschaften Halog und Cascade, welche zusammengerechnet ebenfalls eine Beteiligung von rund 20 Prozent an Grammer gemeldet haben. Auf Basis der aktuellen Aktionärsstruktur ist daher künftig eine maßgebliche negative Einflussnahme oder gar ein Kontrollwechsel (abgesehen von der bei börsennotierten Gesellschaften theoretisch immer bestehenden Möglichkeit eines Übernahmeangebots) nahezu ausgeschlossen.

Zum Ende des ersten Halbjahrs gab es eine personelle Veränderung im Aufsichtsrat der Grammer AG: Zum 30. Juni 2017 hat Herr Dr. Hans Liebler sein Aufsichtsratsmandat niedergelegt. Auf ihn folgt Frau Prof. Dr.-Ing. Birgit Vogel-Heuser, die vom Amtsgericht Amberg auf Vorschlag der Grammer AG zum Mitglied des Aufsichtsrats bestellt wurde.

Ausblick für Gesamtjahr 2017 bestätigt


Trotz des unverändert schwierigen und volatilen wirtschaftlichen Umfeldes und der sich weiter verstärkenden politischen Unsicherheiten, geht die Grammer Geschäftsführung unverändert von einer positiven operativen Geschäftsentwicklung des Grammer Konzerns aus. Vor diesem Hintergrund erwartet das Unternehmen für das Gesamtjahr 2017 eine deutliche Umsatzsteigerung auf Konzernebene von rund fünf Prozent gegenüber dem Vorjahr. Auch die operative Konzern EBIT-Marge wird mit rund fünf Prozent erwartet und damit den bereits hohen Vorjahreswert nochmals deutlich übertreffen. Weiterhin belastend könnten sich die Vorgänge im Zusammenhang mit dem von einem Minderheitsaktionär beabsichtigten Kontrollwechsel auch im Auftragseingang für zukünftige Produkte auswirken, wobei eine vollständige Kompensation aus heutiger Sicht noch nicht gesichert ist. Hier wird es entscheidend darauf ankommen, dass im zweiten Halbjahr 2017 zur Vergabe anstehende große Auftragsvolumina der Premiumfahrzeughersteller tatsächlich erfolgreich akquiriert werden können.

Auch interessant