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Gustav Schumacher verstorben

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Lukas Arnold, Agrartechnik
am
03.04.2017

Am 17.03.2017 verstarb Gustav Schumacher, Landwirt, Erfinder und Gründer des Schumacher Unternehmensverbundes, im Alter von 87 Jahren.

Gustav Schumacher

Mut und Leidenschaft kennzeichneten sein lebenslanges Engagement, Komponenten für Mähdrescher zu verbessern. Seine Bodenständigkeit und die Verbundenheit mit der Landwirtschaft waren Triebfedern für die Entwicklung der erfolgreichen Geschäftsbeziehungen zu Maschinenherstellern, Händlern und nicht zuletzt den Anwendern, Landwirten und Lohnunternehmern.

1929 geboren, übernahm Gustav Schumacher als ältester Sohn 1956 den elterlichen Landwirtschaftsbetrieb, der sich auf Lohnarbeiten im Scheunendrusch sowie Mähbindearbeiten und Milchfahrten spezialisiert hatte. Mit dem Erwerb eines selbstfahrenden Mähdreschers wurde er zum Vorreiter der neuen, mobilen Erntetechnik in der Westerwaldregion. Bald schon verbesserte er mit seinem Erfindergeist die Schnitttechnik der Mähdrescher-Schneidwerke.

Die Leidenschaft für die neue Technik war Grundstein seines über fünf Jahrzehnte andauernden Engagements und seiner Entwicklungen für den Getreideschnitt. Für seinen Schnellverschluss-Ährenheber erhielt Gustav Schumacher 1965 sein erstes Patent. Zahlreiche weitere folgten, unter anderem für den Stahlmähfinger und das Wechselschnitt-Mähsystem, das heute an Mähdreschern weltweit im Einsatz ist. Zu seinen Entwicklungen zählten auch eine elektronische Schneidtischregelanlage, Lamellensiebe sowie der HDK-Unterdruckkupplungsstecker, der als DLG Neuheit ausgezeichnet wurde.

Zusammen mit seinem Bruder Günter gründete er 1968 die Gebr. Schumacher GmbH, zehn Jahre später die EWM Eichelhardter Werkzeug- & Maschinenbau GmbH, um die Produkte für die Schneidwerkstechnik zu produzieren und zu vermarkten.

In den 1990er Jahren begleiteten Gustav und Günter Schumacher die Ausdehnung der Geschäftsaktivitäten in die USA und Brasilien. Die dortigen Erntebedingungen und die Kulturart Sojabohne stellten neue Herausforderungen an die Technik und Anpassung der Produkte. Zusammen mit landeskundigen Partnern wagten die Brüder den Einstieg in die transatlantischen Märkte USA und Brasilien, eigene Firmengründungen folgten. Bald übergaben sie die Geschäftsführung an die Söhne Fred und Heinz-Günter. Während sich der Unternehmensverbund zur global agierenden GROUP SCHUMACHER weiterentwickelte, widmete sich Gustav Schumacher weiterhin seinen technischen Ideen, seiner Familie und zahlreichen Reisen mit seiner Frau Magdalene. Er blieb bis zu seinem Lebensende in seinem Heimatort Eichelhardt verwurzelt.

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