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HAWE Hydraulik: Werksneubau für 100 Millionen Euro

von , am
25.09.2014

Es ist das größte Investitionsprojekt in der Geschichte des mittelständischen Familienunternehmens HAWE Hydraulik: der Bau eines neuen Werks in Kaufbeuren (Allgäu). Vor kurzem fand die feierliche Eröffnung statt. Die Investition in Grundstück und Gebäude beläuft sich auf etwa 100 Millionen Euro.

Das neue Werk verfügt über vier Hallen mit einer Bruttogeschossfläche von 50 000 Quadratmeter und einer Produktionsfläche von über 30 000 Quadratmeter.

Platzmangel an bestehenden Standorten war ein ausschlaggebender Grund für den Neubau von HAWE Hydraulik. Fertigung und Montage des Proportional-Wegeschieberventils Typ PSL erfolgten bisher an mehreren Standorten und sollen nun auf ein Werk konzentriert werden.

Von 2012 bis 2014 entstanden auf einer ehemaligen Pferdekoppel vier Hallen mit einer Bruttogeschossfläche von 50 000 Quadratmeter und einer Produktionsfläche von über 30 000 Quadratmeter. Sobald die erste Halle bezugsfertig war, zogen die ersten Maschinen ein. Sie kamen von den Standorten München sowie von den Miethallen in Kirchheim und im Kaufbeurer Momm-Gelände. So konnte die Produktion bereits während der Bauphase bis zum vollständigen Hochlauf im Sommer 2014 schrittweise in Betrieb genommen werden. Aktuell sind 360 Mitarbeiter und 45 Auszubildende am neuen Standort beschäftigt. Bei steigender Auslastung ist eine Erhöhung der Kapazitäten denkbar, denn die Hallen sind auf maximal 750 Mitarbeiter im Schichtbetrieb ausgelegt.

 

Nahe Berufsschule ist ein Vorteil

Bei Beginn der Neubaupläne wurden die Regionen Asien (ohne Japan und Südkorea), Zentraleuropa, Deutschland und Bayern detailliert bewertet. Für einen Produktionsprozess mit vielen Wertschöpfungsstufen und eine hochautomatisierte Fertigung wie im Werk Kaufbeuren sind qualifizierte Facharbeiter und eine Verfügbarkeit der Maschinen von über 90 Prozent das A und O. Nur gut ausgebildete Mitarbeiter haben die komplexen Anlagen auch im Griff. Genauso muss auf die Verfügbarkeit von Ersatzteilen, einen guten und schnellen Service bei Maschinenausfällen Verlass sein. Der Preis einer Komponente hängt daher maßgeblich von den Produktionskosten ab. Niedrigere Lohnkosten wie sie in manchen Ländern Asiens und Osteuropas anfallen würden, spielen eine geringere Rolle.

{BILD:618130:jpg}Kaufbeuren hatte die meisten Vorteile zu bieten. Allen voran war es das Potential neuer Arbeitskräfte und die Berufsschule für angehende Industrie- und Zerspanungsmechaniker. Das Werk zeichnet sich durch moderne Fertigungs- und Montagetechnik im Maschinenbau aus. Sämtliche Produktionsschritte finden hier statt: von der Rohmaterialverarbeitung über sämtliche Bearbeitungsstufen bis hin zur Oberflächenveredelung. Auch für Produkttests ist ausgiebig Platz vorhanden. So besteht die Möglichkeit, gleichzeitig zwei mobile Arbeitsmaschinen von Kunden in einem Hallenabschnitt unterzubringen und die Lösungen von HAWE Hydraulik in diesen Maschinen ausgiebig zu testen. In einem Akustikmessraum untersuchen die Entwickler von HAWE Hydraulik die Geräuschemissionen von Hydraulikpumpen, eine weitere wichtige Produktgruppe des Unternehmens.

 

Bayern weltweit der zweitbester Industriestandort

Wolfgang Lott, stellvertretender Geschäftsführer VDMA Bayern, freute sich, dem Unternehmen zum neuen Standort zu gratulieren. Dabei erläuterte er auch die aktuelle Situation des Standorts Bayern. „Während viele Volkswirtschaften eine De-Industrialisierung durchlebt haben, hat das Gewicht der Industrie im Freistaat zugenommen. So belegt eine in diesem Jahr von der vbw, der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft, in Auftrag gegebene Studie zur industriellen Standortqualität, dass die Region Bayern weltweit den vierthöchsten Industrieanteil besitzt und dabei nach Schweden als weltweit zweitbester Industriestandort bewertet wird.“ Insgesamt, so Wolfgang Lott weiter, würde gut ein Fünftel des deutschen Maschinenbau-Umsatzes in Bayern erwirtschaftet.

 

Zum Unternehmen:

Das Produktprogramm von HAWE Hydraulik umfasst die Produktbereiche Konstant- und Verstellpumpen, Hydraulikaggregate, Ventile, Sensoren und Zubehör. Auf die Hydraulikkomponenten ideal abgestimmte Elektronikkomponenten ergänzen den Mechanik-Baukasten und erleichtern die Ansteuerung, Signalauswertung und Fehlererkennung. Durch die Fertigung aller druckbelasteten Teile aus Stahl sind hohe Drücke bis zu 700 bar möglich und Anwendungen in mittleren Druckbereichen besonders kompakt, langlebig und sicher.

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