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Geschäftsentwicklung

John Deere vermeldet Umsatzanstieg im ersten Quartal 2018

John Deere Traktoren
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Lukas Arnold, Agrartechnik
am
19.02.2018

Die John Deere Umsätze der weltweiten Maschinensparten sind im ersten Quartal 2018 um 27 Prozent angestiegen.

Der auf Deere & Company entfallende Verlust belief sich derweil im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2018 (28. Januar 2018) auf 535,1 Millionen US-Dollar (Vorjahresgewinn, 29. Januar 2017: 199 Millionen US- Dollar) bzw. auf 1,66 US- Dollar je Aktie (0,62 US-Dollar).

Aufgrund der Verabschiedung der US-Steuerreformgesetzgebung vom 22. Dezember 2017 mussten die Rückstellungen für Ertragssteuern angepasst werden, was Auswirkungen auf die Ergebnisse des ersten Quartals 2018 hatte. Der vorläufige Ertragssteueraufwand enthält eine Abschreibung auf aktive latente Steuern in Höhe von 715,6 Millionen US-Dollar. Ursache dafür ist die Senkung des US-Körperschaftssteuersatzes von 35 auf 21 Prozent, die mit Inkrafttreten der Steuerreform wirksam ist. Darüber hinaus beinhaltet das Ergebnis verpflichtende Rückführungen von bisher unversteuerten Nicht-US-Gewinnen in Höhe von 261,6 Millionen US-Dollar. Als Vorteil der Steuerreform ergibt sich eine Reduzierung der Steuerbelastung in Höhe von 12,1 Millionen US-Dollar.

Ohne diese Anpassungen hätte der Nettogewinn im ersten Quartal 430,0 Millionen US-Dollar oder 1,31 US-Dollar je Aktie betragen. Weltweit stiegen die Umsätze und sonstigen Erlöse um 23 Prozent auf 6,913 Milliarden US-Dollar (5,625 Milliarden US- Dollar). Die Maschinenumsätze erreichten 5,974 Milliarden US- Dollar (4,698 Milliarden US-Dollar).

„Wir spüren die steigende Nachfrage nach unseren John Deere Produkten. Grund dafür ist die Verbesserung der Rahmenbedingungen auf den wichtigsten Märkten“, sagte Samuel R. Allen, CEO und Verwaltungsratsvorsitzender von Deere & Company. „Die Verkäufe sind im Quartal angestiegen, allerdings wirken sich Engpässe bei der Auslieferung und verspätete Liefertermine aus. Gemäß den verbesserten Marktbedingungen haben wir unsere Prognose hinsichtlich Umsatz und Gewinn angepasst. Wir sind sicher, dass wir die Nachfrage unserer Kunden im Laufe des Jahres befriedigen können.“

Geschäftsverlauf

Die Umsätze der weltweiten Maschinensparten sind im ersten Quartal um 27 Prozent angestiegen. Die Übernahme der Wirtgen Group im Dezember 2017 hat im Quartal mit fünf Prozent dazu beigetragen. Bei den Umsätzen sind günstige Umrechnungskurse in Höhe von drei Prozent berücksichtigt. In den Vereinigten Staaten und Kanada stiegen die Umsätze der Maschinensparten um 24 Prozent, die Wirtgen Group lieferte ein Prozent der Umsätze. Außerhalb der Vereinigten Staaten und Kanada erhöhten sich die Umsätze um 33 Prozent. Hier wirkte sich die Übernahme der Wirtgen Group mit plus zwölf Prozent aus. Zudem haben günstige Umrechnungskurse mit fünf Prozent zu Buche geschlagen.

Die Maschinensparten erwirtschafteten im ersten Quartal einen Betriebsgewinn von 419 Millionen US-Dollar (255 Millionen US-Dollar). Das Ergebnis beinhaltet einen operativen Verlust von 92 Millionen US-Dollar durch die Übernahme der Wirtgen Group, wobei sich Effekte wie Ausgaben für den Erwerb inklusive Transaktionskosten ungünstig auswirkten. Lässt man den Wirtgen Effekt außer Acht, beruhte der Anstieg in erster Linie auf höheren Liefermengen und geringeren Garantiekosten, der teilweise kompensiert wurde durch höhere Produktionskosten. Außerdem wirkte sich der Verkauf der Beteiligung an SiteOne Landscape Supply, Inc. und anfallende Belastungen aus den angekündigten freiwilligen Aufhebungsverträgen für Mitarbeiter aus.

Der Verlust der Maschinensparten betrug im ersten Quartal 964 Millionen US-Dollar (85 Millionen US-Dollar Gewinn). Zusätzlich zu den oben genannten Faktoren wirkten sich der vorläufige Ertragssteueraufwand und notwendige Anpassungen aufgrund der Steuerreform in Höhe von 1,243 Milliarden US-Dollar ungünstig auf das Quartal aus. 

Im Finanzierungsgeschäft erreichte der auf Deere & Company entfallende Gewinn 425,3 Millionen US-Dollar (114,4 Millionen US-Dollar). Das bessere Ergebnis war dabei vor allem auf einen Ertragssteuervorteil in Höhe von 278,1 Millionen US-Dollar zurückzuführen, der mit der US-Steuerreform zusammenhängt. Zusätzlich profitierte das Quartalsergebnis von einem breiteren Produktprogramm und niedrigeren Verlusten bei Restwerten aus Leasinggeschäften. Im letzten Jahr beinhaltete das Ergebnis Zahlungen für freiwillige Aufhebungsverträge.

Erwartungen

Die Maschinenumsätze des Unternehmens werden sich 2018 voraussichtlich um zirka 29 Prozent erhöhen. Im zweiten Quartal erwartet das Unternehmen gegenüber dem Vorjahresquartal einen Anstieg um 30 bis 40 Prozent. Zum Jahresumsatz von John Deere wird die Wirtgen Group zwölf Prozent und zum Umsatz des zweiten Quartals 16 Prozent beitragen. Dabei wird ein Einfluss der Umrechnungskurse von drei Prozent für das Jahr 2018 und vier Prozent für das zweite Quartal erwartet. Im laufenden Geschäftsjahr geht John Deere von einer Steigerung der Umsätze und Erträge von 25 Prozent aus. Der auf Deere & Company entfallende Gewinn wird auf 2,1 Milliarden US-Dollar prognostiziert. Die Erwartungen berücksichtigen einen ungünstigen Einfluss der Steuerreform in geschätzter Höhe von 750 Million US- Dollar. Diese Belastung resultiert aus den negativen Einmaleffekten der US-Steuerreform und dem Vorteil eines niedrigeren Steuersatzes auf die laufenden Ergebnisse. Ohne Berücksichtigung der Folgen der Steuerreform erwartet der Konzern einen Gewinn in Höhe von 2,85 Milliarden US-Dollar.

„Gleichwohl wird der Gewinn für das Quartal und das Jahr von den Vorlaufkosten durch die US-Steuerreform beeinflusst. Wir sind überzeugt, dass die Veränderungen die Steuerlast des Unternehmens reduzieren werden und sich vorteilhaft in der Zukunft auswirken,“ sagte Sam Allen. Darüber hinaus ist John Deere in der guten Lage, von der Belebung auf dem Land- und Baumaschinenmarkt zu profitieren. Das unterstreicht unsere Bemühungen, ein dauerhaftes Geschäftsmodell zu entwickeln, indem wir in neue Produkte, Geschäftsbereiche, Märkte und Technologien investieren. Als Folge davon ist John Deere auch bei Marktschwankungen durchgehend profitabler als in der Vergangenheit. Wir sind weiterhin überzeugt, dass unser Unternehmen auf dem richtigen Weg ist und wir unseren Kunden und Investoren auch künftig erheblichen Mehrwert bieten können.“

Landmaschinen & Maschinen für die Rasen- und Grundstückspflege

Die Umsätze sind im ersten Quartal um 18 Prozent gestiegen, wobei sich höhere Liefermengen und günstige Umrechnungskurse positiv ausgewirkt haben.

Der Betriebsgewinn belief sich auf 387 Millionen US-Dollar (218 Millionen US-Dollar). Der Ergebnisanstieg beruhte dabei vor allem auf höhere Liefermengen und niedrigere Garantiekosten. Dagegen belasteten höhere Produktionskosten die Ergebnisse. Der Verkauf von SiteOne wirkte sich positiv auf das Quartalsergebnis aus, während das Ergebnis durch Ausgaben für freiwillige Aufhebungsverträge belastet wurde.

Marktlage und Ausblick

Landmaschinen & Maschinen für die Rasen- und Grundstückspflege

Im Laufe des Geschäftsjahres werden die John Deere Umsätze mit Landmaschinen sowie Maschinen für die Rasen- und Grundstückspflege voraussichtlich um 15 Prozent ansteigen, wobei positive Auswirkungen von Umrechnungskursen in Höhe von drei Prozent erwartet werden. Die Umsätze der Branche in den Vereinigten Staaten und Kanada werden 2018 um etwa zehn Prozent höher ausfallen, getrieben durch eine größere Nachfrage nach Großmaschinen. In den EU28-Märkten dürften die Umsätze der Branche in 2018 um etwa fünf Prozent steigen.

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