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Klimaanlagen richtig warten

"Klima-Forscher" on Tour

Heinz Krämer, mobiler Klimaservice
Nathalie Zapf
Nathalie Zapf, Agrartechnik
am
28.06.2019

Die Klimaanlage ist aus Landmaschinen nicht mehr wegzudenken und der Service dafür gehört zu jeder guten Werkstatt. Allerdings herrscht hier oft Unwissen, was die Gefahren, die gezielte Fehlersuche und die nachhaltige Reparatur angeht. Heinz Krämer kennt sich aus.

Heinz Krämer

"Wir kommen dann ins Spiel, wenn andere Werkstätten in der Klimatechnik nicht mehr weiter wissen“, erklärt Heinz Krämer. Er ist nicht nur Experte in Sachen Fehlersuche und Reparatur, sondern bietet auch zahlreiche Schulungen im gesamten deutschsprachigen Raum an. „Jährlich halten wir zahlreiche Fortbildungsseminare für die Klimaexperten aus den Werkstätten. Insgesamt kommen dabei etwa 1500 Teilnehmer zusammen. Rund zwei Drittel davon sind Land- und Baumaschinenmechaniker.“ Um für die Betriebe die Kosten und den Zeitaufwand möglichst gering zu halten, seien bei genügend Teilnehmern auch Vor-Ort-Schulungen möglich. Das Verhältnis von Theorie und Praxis halte sich bei den Aufbaukursen etwa die Waage. „In den Werkstätten herrscht oft noch viel Unwissen“, stellt Heinz Krämer fest. „Das fängt schon damit an, dass manche die gesundheitlichen Risiken unterschätzen. Ausströmendes Klimagas kann nämlich zu Schäden der Augen oder zu Atemwegserkrankungen sowie Hautreizungen führen.“ Deshalb sei es wichtig mit entsprechender Schutzkleidung zu arbeiten.

Diagnose in fünf Minuten

Klimaservice Heinz Krämer

„Unser Vorteil ist, dass wir selbst aus der Praxis kommen und so wissen, was wirklich wichtig ist“, sagt der Klimaexperte. „Eine Diagnose dauert maximal fünf Minuten und wenn eine Lecksuche hinzu kommt, dann ist die schadhafte Stelle in der Regel nach zehn Minuten gefunden.“ Dies verdeutlicht uns der Fachmann bei einem Landmaschinenhändler in der Nähe von Schweinfurt. Etwas erstaunt sind wir, als er nur mit einem kleinen Koffer aus dem Auto steigt. „Diesen Diagnosekoffer für Profis haben wir auch in unserem Shop im Angebot. Er beinhaltet außer einem Klimagerät alles, was man für einen guten Klimaservice braucht. Damit lassen sich Kosten sparen, denn alles andere ist hinausgeschmissenes Geld.“ Wenn der Kunde sagt, dass seine Klimaanlage nicht richtig funktioniert, dann ist dies meist eine subjektive Meinung. Um diese zu bestätigen, holt Heinz Krämer zuerst ein Thermometer aus seinem Koffer und überprüft die Kühlwirkung am Gebläse in der Kabine.

 

Ein Klimagerät anschließen kann nach Aussage von Heinz Krämer jeder. Bei einem guten Service komme es aber darauf an, auch den Ursachen auf den Grund zu gehen. Hier geben oft auch Kundenbefragungen Aufschluss. Außerdem sei es wichtig, dass die Klimaanlage richtig gewartet werde, da andernfalls Feuchtigkeit ins System eindringen kann, was zu Korrosion, oder dem Vereisen des Expansionsventils führen könnte. „Ab Außentemperaturen von 25 Grad Celsius fangen meist die Probleme an“, erklärt Heinz Krämer. Denn dann müsse die Klimaanlage richtig arbeiten. „Ein Thema ist natürlich immer der Kältemittelverlust. Dieser entsteht bei einer dichten Anlage immer am Klimakompressor oder den Leitungen. Viele denken dabei nur an eine verringerte Leistung der Klimaanlage, die sie durch ein Höherdrehen einfach kompensieren wollen. Dabei vergessen sie, dass mit dem geringeren Füllungsgrad die Strömungsgeschwindigkeit sinkt, in der Folge der Kompressor heiß wird und schneller verschleißt.“ In diesem Zusammenhang prüft Heinz Krämer auch gleich das Öl im Kompressor. Dazu schließt er ein Spezielles Schauglas in den Ölkreislauf und kann so sehen, ob es Feuchtigkeit aufgenommen hat, oder aufgrund von Überbeanspruchung verbrannt ist.

Lecksuchgerät selbst entwickelt

Sind die Kältemittelverluste höher als normal, dann liegt eine undichte Stelle vor. Dies können zum Beispiel Verschraubungen sein, oder ein geknickter Schlauch. Um den Fehler genau zu lokalisieren nimmt Heinz Krämer das, von ihm selbst entwickelte und vertriebene Dichtheitsprüfgerät HK-DHP-1 aus dem Diagnosekoffer. „Am schwersten sind Undichtheiten festzustellen, die nur bei bestimmten Vibrationen auftreten“, ist die Erfahrung des Fachmannes.

Naturgemäß ist die Hauptsaison für den Klimaservice von Mai bis August. Dann steht das Telefon von Heinz Krämer selten still: „Es ist schon eine Herausforderung allen Kunden in ganz Deutschland und Österreich schnell zu helfen. Bisher hat das aber immer gut geklappt. Da zahlt sich eine vorbeugende Wartung und Instandhaltung natürlich aus.“ Sein Ziel sei es, Zeit und Kosten für die Werkstätten möglichst gering zu halten und Reklamationen auszuschließen. „Wir kommen – inklusive des Besorgens von Ersatzteilen – maximal zweimal zum Fahrzeug. Dann muss alles erledigt sein. Ein Einsatz darf mit Fahrtzeiten höchstens zwei Stunden dauern.“ Dies schaffe man allerdings nur mit genügend Erfahrung. Es gehe schließlich um eine gezielte Analyse und nicht das Todreparieren von Maschinen.

Frederik Masur

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