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Knorr-Bremse mit knapp sechs Milliarden Euro Umsatz 2015

la/AGRARTECHNIK
am
30.03.2016

Der Hersteller von Bremssystemen für Schienen- und Nutzfahrzeuge erhöhte den Umsatz im Geschäftsjahr 2015 um zwölf Prozent auf 5,83 Milliarden Euro (Vorjahr: 5,21 Milliarden Euro).

Das Vorsteuerergebnis lag bei 977 Milliarden Euro (Vorjahr: 814 Milliarden Euro). Der Jahresüberschuss stieg um 15 Prozent auf 645 Milliarden Euro (Vorjahr: 560 Milliarden Euro). Die Umsatzrendite nach Steuern beträgt damit 11,1 Prozent (Vorjahr: 10,8 Prozent). Der Auftragseingang lag bei 5,67 Milliarden Euro und damit um drei Prozent über dem Vorjahreswert (5,51 Milliarden Euro). Klaus Deller, Vorsitzender des Vorstands der Knorr-Bremse AG: „Dank unserer Innovationskraft und des klaren Fokus auf die Generierung von echtem Mehrwert für Fahrzeugbauer und -betreiber haben wir unsere führende Position in der weltweiten Schienen- und Nutzfahrzeugindustrie weiter ausgebaut und bei allen relevanten Kennzahlen wie Qualität, Liefertreue und Kundenzufriedenheit neue Bestwerte erreicht. Dadurch konnten wir im vergangenen Jahr zweistellig bei Umsatz und Ergebnis wachsen.“ 
Neben dem 110. Firmenjubiläum hat sich im vergangenen Jahr die Übernahme durch Heinz Hermann Thiele zum 30. Mal gejährt. Deller erklärt: „Der Erwerb der Knorr-Bremse durch Thiele im Jahr 1985 ist der wohl erfolgreichste Management-Buy-out der jüngeren deutschen Wirtschafts-geschichte. Er hat das Unternehmen auf das Kerngeschäft fokussiert und den Umsatz in den vergangenen 30 Jahren mehr als verdreißigfacht, aus einem Sanierungsfall hat er ein Unternehmen geformt, das klarer Weltmarktführer in seinen Arbeitsgebieten ist und beste Voraussetzungen hat, weiter überdurchschnittlich zu wachsen.“ 


Investitionen in die Zukunft

Zur Zukunftssicherung investierte der Konzern seit 2010 mehr als 1,3 Milliarden Euro in den Auf- und Ausbau von Entwicklungs- und Fertigungsstandorten. Im abgelaufenen Geschäftsjahr erreichten die Investitionen einen Betrag von 210 Millionen Euro (Vorjahr: 161 Millionen Euro). Die größte Einzelinvestition in der Geschichte des Unternehmens, das neue Versuchs- und Entwicklungszentrum am Standort München, wurde Ende 2015 fertiggestellt. Insgesamt investierte Knorr-Bremse 90 Millionen Euro in das Gebäude und dessen Ausstattung mit mehr als 100 Prüfständen. Ziel ist es, die nächste Generation von Bremssystemen für Schienen- und Nutzfahrzeuge zu entwickeln, die den zukünftigen Anforderungen Rechnung trägt. Dafür bietet das neue Versuchs- und Entwicklungszentrum den Entwicklern eine weltweit einmalige Infrastruktur. Mehr als 300 Ingenieure und Techniker aus beiden Divisionen werden hier interdisziplinär an vernetzten Produkten und Systemen arbeiten, teilt das Unternehmen mit.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr erhöhte das Unternehmen erneut seine Aufwendungen für Forschung und Entwicklung auf insgesamt 347 Millionen Euro (Vorjahr: 296 Millionen Euro), das entspricht sechs Prozent vom Umsatz (Vorjahr: 5,7 Prozent). Damit hat Knorr-Bremse seit 2010 mehr als 1,5 Milliarden Euro in die Entwicklung neuer Produkte und Systeme investiert. Im Geschäftsjahr 2015 waren 3 348 Mitarbeiter in Forschung und Entwicklung beschäftigt, das entspricht 13,8 Prozent der Belegschaft (Vorjahr: 13,3 Prozent). Zum Jahresende 2015 beschäftigte der Knorr-Bremse Konzern 24 275 Mitarbeiter (21 783 exklusive Personalleasing). Dies entspricht einem Anstieg um 1,5 Prozent (exklusive Personalleasing Anstieg um 4,3%) gegenüber dem Vorjahr. Konzernweit waren zum Jahresende 53,0 Prozent der Mitarbeiter in der Region Europa (West- und Osteuropa)/Afrika/Naher Osten beschäftigt, 19,7 Prozent in Nord- und Südamerika sowie 27,3 Prozent in Asien/Australien. An den sechs deutschen Standorten Aldersbach, Berlin, Dresden, Holzkirchen, München und Schwieberdingen arbeiteten am Stichtag (31.12.2015) 4 742 Mitarbeiter (Vorjahr: 4 846), was einem Anteil von 19,5 Prozent an der Gesamtbelegschaft entspricht.

Der Bereich Systeme für Nutzfahrzeuge konnte trotz einer weltweit rückläufigen Lkw- Produktion seinen Umsatz um zwölf Prozent auf 2,49 Milliarden Euro erhöhen (Vorjahr: 2,23 Milliarden Euro). Knorr-Bremse profitierte im abgelaufenen Geschäftsjahr insbesondere von den positiven Entwicklungen der Nutzfahrzeugmärkte in Europa und Nordamerika. In Europa konnte das Unternehmen in wichtigen Segmenten Marktanteile hinzugewinnen. So verbuchte Knorr-Bremse neue Aufträge für elektronische Bremssteuerungen, die elektronische Parkbremse und Kompressoren mit intelligenter Steuerung. Weiter wurden mit einigen Herstellern langfristige Verträge zur Lieferung der neuen Scheibenbremse für Trailer (ST7) abgeschlossen und damit wesentliche Marktanteile in diesem Bereich hinzugewonnen.

Das US-Tochterunternehmen Bendix verkaufte im vergangenen Jahr die millionste Scheibenbremse und verzeichnete kräftige Umsatzsteigerungen beim elektronischen Stabilitätsprogramm ESP, das inzwischen die 400 000 Stück-Verkaufsmarke überschritten hat. Mit der Präsentation des neuen Fahrerassistenzsystems Wingman Fusion im vergangenen Jahr trägt Bendix der wachsenden Nachfrage nach neuartigen Sicherheitseinrichtungen für Nutzfahrzeuge in Nordamerika Rechnung. In den USA ist Bendix Marktführer bei Advanced Driver Assistance Systems (ADAS). Im vergangenen Jahr startete das Joint Venture mit Dongfeng, dem größten chinesischen Lkw-Produzenten, mit der Produktion von Bremskomponenten und Bremssteuerungen; künftig wird sich das Spektrum auch auf Luftmanagement, Getriebesteuerung sowie Motorbremsen für mittelschwere und schwere Nutzfahrzeuge erstrecken, so Knorr Bremse weiter.

Ausblick 2016

Knorr-Bremse geht für das Geschäftsjahr 2016 von einem sehr volatilen Marktumfeld aus. Die regionalen Märkte werden von großen Unsicherheiten beeinflusst: Dazu gehören geopolitische Risiken, wirtschaftliche Krisen in den Schwellenländern und die konjunkturelle Entwicklung in China. „Ungeachtet dieser herausfordernden Rahmenbedingungen sehen wir uns hervorragend aufgestellt, um unsere führende Position auf den Weltmärkten auch 2016 behaupten zu können“, sagt Klaus Deller. „Die systematische Erweiterung des Produkt- und Serviceportfolios sowie die intelligente Vernetzung der Systeme macht Knorr- Bremse zum Partner der ersten Wahl für Fahrzeughersteller und -betreiber.“ Im Bereich Nutzfahrzeuge arbeitet Knorr-Bremse unter anderem an der Entwicklung einer modular skalierbaren Bremssteuerung und einer neuen Scheibenbremsen-Generation, die eine Reduzierung der Total Cost of Ownership (TCO) für den Fahrzeugbetreiber ermöglicht. Auf der internationalen Nutzfahrzeugmesse IAA im September in Hannover zeigt Knorr-Bremse neue Systemlösungen, die das automatisierte Fahren unterstützen. Darüber hinaus präsentiert Knorr-Bremse auf der kommenden B2B-Messe Automechanika in Frankfurt die neue After-Sales Marke TruckServices, die wirtschaftliche Lösungen für Handel, Werkstatt, Flotten und Fahrer über den gesamten Lebenszyklus des Nutzfahrzeugs bietet.

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