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Landmaschinenbetrieb LVG Wittlich hat Insolvenzantrag gestellt

von , am
06.10.2014

Mit einem großen John Deere Vertriebszentrum wollte der erst vor einem Jahr neu gegründete Landmaschinenfachbetrieb LVG Wittlich durchstarten. Jetzt kümmert sich vorläufig ein Trierer Insolvenzverwalter um diese Firma, einen Zweigbetrieb in Losheim und den Hauptstandort in Simmern. Dies berichtete die Tageszeitung "Trierischer Volksfreund".

Rechtsanwalt Prof. Dr. Dr. Thomas Benedikt Schmidt aus Trier wurde zum vorläufigen Insolvenzverwalter der LVG Wittlich bestellt.

Im April 2013 eröffnete im Industriegebiet in Wengerohr ein neues Vertriebs- und Servicezentrum für Land- und Forstmaschinen, in das die Simmerer Firma Junker rund drei Millionen Euro investiert hat. Ergänzt durch Reparaturwerkstatt, Ersatzteillager und Büroräume sollten Eifel, Hunsrück und das nördliche Saarland mit Landmaschinen wie Traktoren, Mähdrescher, Feldhäckslern und Pflanzenschutzgeräten versorgt werden. Das Unternehmen, welches Exklusivhändler für den Landmaschinenhersteller John Deere ist, hat auch Maschinen für die Kommunen vom Traktor bis zum Rasenmäher im Angebot.

 

Seit Ende Juli liegen die Geschäfte aber nicht mehr in den Händen der LVG, so der "Trierische Volksfreund". Rechtsanwalt Prof. Dr. Dr. Thomas Benedikt Schmidt aus Trier wurde zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellt und hat somit die Verfügungsvollmacht über den laufenden Geschäftsbetrieb übertragen bekommen. Neben dem Wittlicher Standort ist auch der Firmensitz in Losheim und der vormalige Hauptsitz Simmern als eigenständiges Unternehmen betroffen. Guido Joswig, Sprecher des Trierer Spezialisten für Insolvenzverwaltung betonte auf TV-Nachfrage, dass gerade der Standort Wittlich ein problematisches Finanzierungskonzept angesichts der damaligen hohen Investitionen hat. Das sei ein Grund für die Krise. Dies führte dann zwecks finanzieller Sanierung dazu, dass ein Insolvenzantrag gestellt werden musste. Derzeit befinde man sich noch im Insolvenzantragsverfahren.

 

Joswig verdeutlichte demnach weiter, dass es bereits weit fortgeschrittene Gespräche mit potenziellen Investoren gäbe, die gute Erfolgsaussichten hätten. Die Investoren seien an einer Übernahme interessiert, wobei es um eine Gesamtlösung für alle drei Standorte ginge. Zudem seien die Ansprüche, auch die finanziellen, der Arbeitnehmer sichergestellt. Der Betrieb werde uneingeschränkt weitergeführt und der vorläufige Insolvenzverwalter sei von der Zukunftsfähigkeit überzeugt. Womöglich ergebe sich noch im Herbst eine Lösung.

 

Der neue John Deere Betrieb in Wittlich-Wengerohr hat eine Grundfläche von 22 000 Quadratmetern. Die Filiale in Losheim kam Ende 2013 hinzu. Hinter den Betrieben steht die Firma Junker Landmaschinen und die Familie Junker aus Simmern im Rhein-Hunsrück-Kreis. Die Entscheidung für die Neuansiedlung in Wittlich-Wengenohr, so hieß es vor zwei Jahren, sei vor allem aufgrund der optimalen Verkehrsanbindung gefallen, auch im Hinblick auf die künftige Bundesstraße 50 neu mit Hochmoselübergang. Besonders in der Westeifel hat man zudem noch Vermarktungspotenzial für John Deere Maschinen gesehen. In Wittlich seien aktuell 13 Mitarbeiter beschäftigt, in Losheim sechs und in Simmern ebenfalls 13.
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