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Prognose

Landtechnik: Sieben Prozent weniger Umsatz in 2015

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Redaktion agrarheute, agrarheute
am
18.11.2015

Der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbauer (VDMA) hat seine Produktionsprognose für das laufende Jahr im Bereich der Landtechnik nach oben korrigiert. Der Verband rechnet mit 7,2 Milliarden Euro Umsatz, sieben Prozent weniger als im letzten Jahr.

Wie der Geschäftsführer des VDMA-Fachverbandes Landtechnik, Dr. Bernd Scherer, laut AgE bei der Agritechnica in Hannover berichtete, dürfte sich 2015 der Umsatz der Landtechnikhersteller in Deutschland auf 7,2 Milliarden (Mrd.) Euro belaufen. Das ist zwar mehr als ursprünglich gedacht. Es bleibt damit allerdings noch immer ein Minus von sieben Prozent. Ursprünglich war der Fachverband von einem Rückgang um zehn Prozent ausgegangen.

"Die Lage, die uns dieser Herbst konjunkturell bietet, ist weit entfernt von der Wachstumsdynamik der Vorjahre", erklärte Scherer. Man durchlebe gerade eine konjunkturelle Schwächephase, die jedoch in hohem Maße externen volkswirtschaftlichen und politischen Faktoren geschuldet sei. Politische Instabilität sowie ein gravierender Mangel an verlässlichen Finanzierungsinstrumenten reduzierten den Aktionsradius mancherorts ganz erheblich.

Der Geschäftsführer des Fachverbandes kritisierte zudem "aus politischem Kalkül hochgezogene Schutzzäune, die den Warenaustausch empfindlich hemmen, teilweise sogar unmöglich machen". Wer sich abschotte, vergebe aber jede Chance auf Wettbewerb und Innovation.

Russland: Nur Jahreskontigent von 420 Mähdreschern

Die Situation in Russland, einem der branchenweit wichtigsten Ausfuhrmärkte überhaupt, sei nach wie vor unverändert, stellte Scherer in dem Zusammenhang fest. Seit 2014 hätten vor allem die Hersteller von Erntemaschinen dort mit rigiden Quotenregelungen zu kämpfen, wobei im Segment der Mähdrescher sogar ein Jahreskontingent von nur 420 Maschinen definiert worden sei.

Dass Osteuropa langfristig zu den entscheidenden Absatzregionen und Umsatzträgern der Agrartechnikindustrie gehören wird, steht für Scherer dennoch außer Frage. Großflächen-Landwirtschaft und schlagkräftige Großtechnik bildeten eine untrennbare Einheit.

Europa und Nordamerika mit deutlichem Abschwung

Betrachtet man die internationalen Landtechnikmärkte im Einzelnen, so zeigt sich laut Scherer "ein durchaus differenziertes Bild". Die deutlichsten Marktrückgänge hätten die Agrarmärkte Europas und Nordamerikas verzeichnet. Während sich das Stimmungsbild auf dem amerikanischen Kontinent weiter verschlechtert habe, sei der ostasiatische Raum, besonders Indien und China, weiter optimistisch, wenn auch auf etwas niedrigerem Niveau als in den Vormonaten.

Erstmalig im Abschwung begriffen sehe sich seit Oktober die Türkei, "ein grundsätzlich potenter Agrarmarkt mit guten Perspektiven, der derzeit an ungünstigen politischen Rahmenbedingungen krankt", so Scherer.

Strukturell erfreue sich der deutsche Industriezweig "bester Gesundheit", betonte der Fachverbandsgeschäftsführer. Die "langfristigen globalen Bestimmungsgründe des Agrartechnikgeschäfts" rechtfertigten "einen optimistischen Ausblick". Auch 2016 werde man allerdings Umsatzrückgänge verbuchen müssen, wobei man derzeit mit einem Minus von etwa fünf Prozent rechne.

 

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