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Landwirte haben keine Lust zu investieren

© agrar-press
von , am
16.04.2015

Während die Stimmung und die Investitionsbereitschaft der Lanwirte aktuell im Keller sind, ist deren Blick in die Zukunft aber wieder optimistisch. Vor allem Milchbauern sind guter Dinge.

Ab sofort können Liquiditätssicherungsdarlehen bei der Hausbank beantragt werden. © Mühlhausen/landpixel
Die wirtschaftliche Stimmung in der deutschen Landwirtschaft hat sich seit dem starken Einbruch im zurückliegenden Herbst 2014 zwar stabilisiert, aber kaum verbessert. Dies geht aus der aktuellen März-Befragung zum Konjunkturbarometer Agrar des Deutschen Bauernverbandes (DBV) hervor.
 
Vor allem die Investitionsbereitschaft der Landwirte in der Tierhaltung ist nochmals zurückgegangen, was dem Präsidenten des Bauernverbandes, Joachim Rukwied, aufgrund der politischen Diskussion um die Tierhaltung Sorge bereitet. Eine Weiterentwicklung und Verbesserung der Tierhaltung erfordere Investitionen und Innovationen, erklärte er.
 
Das für das kommende halbe Jahr geplante Investitionsvolumen fällt im Vergleich zum entsprechenden Vorjahreszeitraum um 1 Milliarde Euro geringer aus. Die Investitionsbereitschaft der Landwirte geht damit stark zurück - von 6,1 auf 5,1 Milliarden Euro. Vor allem in Stallneubauten und Stalltechnik soll weniger investiert werden. Nur 34 Prozent der Landwirte wollen in den kommenden sechs Monaten investieren. Vor einem Jahr waren es noch 36 Prozent. 

Konjunkturindex steigt leicht

Aktuell ist der Konjunkturindex gegenüber der vorangegangenen Erhebung im Dezember 2014 von 16,7 auf 21,2 Punkte leicht angestiegen. Im März 2014 lag dieser Wert noch bei 35,1 Punkten.
 
Der Indexwert fasst
  • die Einschätzung der aktuellen wirtschaftlichen Entwicklung und
  • die Erwartungen an die zukünftige wirtschaftliche Entwicklung zusammen. 
Die Einschätzung der aktuellen wirtschaftlichen Situation bleibt gegenüber Dezember 2014 fast unverändert. Damit ist sie ähnlich ungünstig wie zuletzt Mitte des Jahres 2010.
 

Optimistischer Blick in die Zukujnft

Dagegen schauen die Landwirte wieder etwas optimistischer in die Zukunft. Mit dem Wert von 3,17 wird die zukünftige wirtschaftliche Entwicklung im Durchschnitt der Betriebe jedoch immer noch kritischer beurteilt als die aktuelle Lage, deren Wert bei 2,89 liegt.
  • Vor allem die Milchbauern mit ihren Futterbaubetrieben schätzen ihre wirtschaftliche Entwicklung in den kommenden zwei bis drei Jahren wieder deutlich besser ein im Vergleich mit Dezember 2014. Hauptgrund dafür sind Erwartungen auf einen sich wieder erholenden Milchpreis.

  • Ackerbau- und Veredlungsbetriebe (Schweine- und Geflügelhaltung) kommen zu einer geringfügig ungünstigeren Einschätzung ihrer künftigen wirtschaftlichen Entwicklung im Vergleich zum Dezember 2014.

Einflüsse auf die Stimmung der Landwirte

  • Maßgebend für die aktuelle leichte Verbesserung der Stimmungslage sind die wieder etwas anziehenden Erzeugerpreise im tierischen Bereich für Milch, Rinder und Schweine.
  • Wieder anziehende Einkaufspreise für Futter-, Düngemittel sowie Energie und Treibstoffe wirken diesem Trend allerdings entgegen.

  • Den größten belastenden Einfluss schreiben die Landwirte unverändert den hohen Pachtpreisen zu.

  • Schlechter als im Dezember werden politische Rahmenbedingungen von den Bauern bewertet. Nach Einschätzung des DBV tragen die anstehende Novellierung der Dünge-Verordnung, die Einführung des Mindestlohnes und die Bürokratie der aktuellen Agrarreform derzeit zusätzlich zur Verunsicherung der Landwirte und ihrer starken Investitionszurückhaltung bei.

Das Konjunktur- und Investitionsbarometer Agrar wird vierteljährlich im Auftrag des DBV, des VDMA Fachverbandes Landtechnik und der Landwirtschaftlichen Rentenbank in einer repräsentativen Umfrage ermittelt. Zur Stimmungslage im März 2015 befragte das Marktforschungsinstitut Produkt + Markt rund 1.000 Landwirte und Lohnunternehmer in Deutschland. 

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