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Branchenforum LandTechnikDigital

Landwirtschaft von morgen

LandTechnikDigital
am Montag, 16.09.2019 - 18:09

Das Software-Unternehmen Traser Software GmbH hat auch in diesem Jahr wieder das Branchenforum „LandTechnikDigital“ in Kiel veranstaltet. Unter dem Motto „Mit der Branche für die Branche“ diskutierten Fachhändler, Hersteller, Organisationen und Mitarbeiter der Traser Software GmbH diverse Aspekte der Zukunft.

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Die 2019er Ausgabe stellte zugleich ein erstes kleines Jubiläum der erfolgreichen Plattform dar – bereits zum fünften Mal hat die Branche einen Blick in die Zukunft gewagt. Informative spannende Vorträge, Diskussionsrunden und die vielfältigen Möglichkeiten zum Netzwerken wurden von den Besuchern, die in den verschiedensten Bereichen in der landwirtschaftlichen Branche tätig sind, auf vielfältige Weise genutzt. AGRARTECHNIK als Medienpartner des Events war für sie vor Ort und hat die Highlights zusammengefasst.

Abend für die Zukunft

Bereits am Vorabend der eigentlichen Veranstaltung, am 11. September, lud Traser Software zum „Abend für die Zukunft“ – das Zukunftsförderer-Event ein. Unter der Moderation von Jan Malte Andresen, unter anderem bekannt aus dem Radio, eröffnete Torben Weber, Geschäftsführer der Traser Software GmbH, den Abend. In dessen Rahmen blickte Ove Petersen, GP Joule, unter dem Motto „Trust your Energy“ in die Zukunft erneuerbarer Energien und warf einen Blick in die Glaskugel, von welchen Energiequellen Deutschland und hier insbesondere die Mobilität künftig profitieren wird. Der Experte sieht die Wasserstofftechnologie stark im Vordergrund.

Wie künftig Rechnungen fakturiert werden können – nahezu gänzlich ohne Menschenhand – durch Robotik, zeigte Katrin Hamann, Senior Managerin von PwC Germany in einem spannenden Vortrag. Sie stellte Robotic Process Automation (RPA) vor – eine Software, die sich mit der jeweiligen vorhandenen Unternehmenssoftware verbindet und so manuelle und wiederholbare Prozesse automatisiert.

Das eigentliche Branchenforum LandTechnikDigital war 2019 erstmals Teil der Digitalen Woche in Kiel und fand heuer zum ersten Mal im historischen Gildepark mitten in der Stadt Kiel statt. Im Folgenden lesen Sie einiges über die vielfältigen Vorträge. Eine Auswahl:

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Generation Y – So ticken die Digital Natives

Die jungen Menschen wollen Flexibilität, Veränderung und neue Herausforderungen. Deshalb meint Dr. Seffi Burkhart, Impulsgeberin und Zukunftsforscherin „wir sind die Generation, die vermutlich acht Mal ihren Job wechseln wird“. Sie definiert sich selbst als „Sprachrohr der Generation Y“. Sie forscht aus der Perspektive ihrer Generation – der Generation Y – die zwischen 1980 und 1995 zur Welt kam und macht sich hier speziell Gedanken über die Zukunft der Arbeitswelt. Deutlich wurde in ihrem Vortrag, dass diese Generation sich nicht mehr in altbekannte und möglicherweise verkrustete Strukturen stecken lassen möchte, sondern stattdessen Verantwortung übernehmen und sich keinen abgegrenzten Hierarchien mehr unterordnen will. „Vermutlich werden bis 2030 40 Prozent der Millennials (also der Generation Y) frei mit Unternehmen kooperieren, statt sich anstellen zu lassen“, führt sie aus. Viele hätten keine Lust mehr auf schlechte Führung, starre Strukturen, alte Einzelzimmer-Büros, fehlende Experimentierräume, Weiterbildung nach Gießkannenprinzip, oder auf ethisch-moralisches Fehlverhalten. Unternehmen stehen vor einem strategischen Wendepunkt, erläutert Frau Dr. Burkhart weiter. Es brauche den systematischen Aufbau eines Talentpools auf allen Ebenen einer Organisation. Die Investitionen in das intellektuelle Kapital – von der Mitarbeitergewinnung bis hin zur Mitarbeiterbindung – würden künftig über den Erfolg von Unternehmen entscheiden.

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App Entwicklung in rasanter Geschwindigkeit

Traser Software Mitarbeiter und Projektleiter Christop Kumnick definiert sich als „Digital Native“ und kümmert sich um das Projektmanagement rund um die ERP-Branchenlösung „DealerManagementSystem“ und bespielt außerdem die Innovationsfelder Augmented Reality und App-Entwicklung. In seinem Vortrag nennt er einige interessante Fakten. Er betont, dass im Jahr 2017 weltweit 175 Milliarden Apps heruntergeladen wurden. 2022 werden voraussichtlich etwa 70 Prozent aller Software-Aktionen auf dem Smartphone durchgeführt. Dabei sei die „App“ gerade erstmal zehn Jahre alt. Doch was muss eine App eigentlich können? Christoph Kumnick meint: „Durch unsere Service-App wird beispielsweise der gesamte Serviceprozess gestrafft, und nebenbei die Fehlerquote verringert und durch die Transparenz ein Dispositionsvorteil erwirkt. Sämtliche Daten werden nicht auf dem Klemmbrett, sondern direkt über die App erfasst und fließen unmittelbar zurück ins Büro.“

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Digitale Zwillinge auf dem Vormarsch

Jens Wenzke, Chief Digital Officer der Lift Holding GmbH erläuterte zusammen mit seinen beiden Kollegen Frank Rommel von der Lindig Fördertechnik und Ralf Michael, Vertrieb und Partnermanagement bei Baxxler, viel Wissenswertes zum Thema „Digitale Zwillinge“. Was sind sogenannte digitale Zwillinge? Ein Digitaler Zwilling ist eine digitale Repräsentanz eines materiellen oder immateriellen Objekts oder Prozesses aus der realen Welt. Es ist unerheblich, ob das Gegenstück in der realen Welt bereits existiert oder künftig erst existieren wird. Digitale Zwillinge ermöglichen einen übergreifenden Datenaustausch. Sie sind mehr als reine Daten und bestehen aus Modellen des repräsentierten Objekts oder Prozesses und können daneben Simulationen, Algorithmen und Services enthalten, die Eigenschaften oder Verhalten des repräsentierten Objekts oder Prozesses beschreiben, beeinflussen, oder Dienste darüber anbieten. Laut Jens Wenzke gehören Digitale Zwillinge zu den Top 10 der strategischen Technologie-Trends. Allerdings fänden sich hierzulande Beispiele für solche vor allem im Bereich der Produktionssimulation und Blockchain-Projekte fast ausschließlich in der Theorie. Was (noch) fehle, seien praxistaugliche Business-Anwendungen. Diese Lücke wollen Lindig, Baxxler und evan.network füllen. Dafür hat man ein gemeinsames Projekt auf den Weg gebracht.

Auch im Jahr 2020 wird es wieder eine Neuauflage des Branchenforums geben. Der genaue Termin steht aktuell noch nicht fest.