AT-Fachbeiträge "Laufender Konzentrationsprozess" aus der AGRARTECHNIK 05/2015

Mitas als Leitmarke | Obwohl der Lizenzvertrag für die Nutzung des Markennamens Continental im Bereich Landwirtschaftsreifen noch bis 2019 läuft, werden seit Anfang des Jahres für die Erstausrüster nur noch so genannte Mitas Premium geliefert. Eines der Themen, die die AGRARTECHNIK im Exklusiv-Interview mit dem neuen Geschäftsführer des deutschen Verkaufshauses in Hannover, Olaf Sandeck, besprochen hat.

{BILD:635168:jpg}Er übernahm im März 2015 den Verantwortungsbereich von Gerhard Schulterobben, der nach elf Jahren Mitas in den Ruhestand ging. Sandeck startete seine berufliche Laufbahn 1990 mit einer kaufmännischen Ausbildung bei der Bohnenkamp AG. Er wechselte 2000 zu Grasdorf, wo er elf Jahre unter anderem ein Außendienst-Gebiet betreute. Von 2012 bis 2014 arbeitete er bei der Firma Starco in der Erstausrüster-Betreuung. Der 43-Jährige ist verheiratet, hat zwei Kinder und verfügt mittlerweile über 24 Jahre weitreichende Erfahrung mit Reifen in den Bereichen Landwirtschaft, Industrie und Off-Road.

{BILD:635165:jpg}AGRARTECHNIK: Herr Sandeck, wie wichtig ist Deutschland für Mitas und was würden Sie als ihre vordringlichsten Aufgaben beim neuen Arbeitgeber bezeichnen?
Olaf Sandeck: Deutschland ist für Mitas einer der Hauptmärkte – und mit Blick auf die Marktanteile gehört Mitas auf jeden Fall zu den führenden Lieferanten von radialen und diagonalen Landwirtschaftsreifen hierzulande. Was die mir gestellten Aufgaben betrifft, so würde ich sagen, dass es gilt, das Wachstum des Mitas-Markenportfolios voranzubringen und die Präsenz von Mitas im Bereich landwirtschaftlicher Radialreifen auf dem deutschen Markt zu stärken.

AGRARTECHNIK: In einer Pressemitteilung wurde vor kurzem mitgeteilt, dass große Landmaschinenhersteller damit begonnen hätten Reifen der Marke Continental durch Mitas Premiumreifen zu ersetzen. Warum wird dieser Schritt so forciert, obwohl doch der Lizenzvertrag mit Continental bis 2019 verlängert wurde?
Olaf Sandeck: Die Konzern-Strategie lautet nun einmal, die Stärken in nur einer Marke zu bündeln, eben der Marke Mitas. In den letzten Jahren neu dazu gekommenen Märkten, wie beispielsweise den USA, wurden die Produkte von Haus aus nur unter Mitas vertrieben. Die Reifen der Marke Continental werden ja bekanntlich seit 2004 von Mitas in Lizenz produziert. Bei der Reifenlinie Mitas Premium handelt es sich eben um die umbenannten Continental Landwirtschaftsreifen sowie neue Produkte, die ausschließlich unter dem Label Mitas entwickelt wurden. Derzeit umfasst das Programm Mitas Premium für den europäischen Markt alle maßgeblichen Produktlinien, angefangen bei SFT und die neuen VF Reifen HC 1000 sowie HC 2000, aber auch SFT IF (Improved Flexion Technology), CHO (Cyclic Harvesting Operation) und SST (Silent Speed Tyre), bis hin zu den Serien AC 65, HC 70, AC70 T, AC85 Row Crop, AC90 Row Crop und Agriterra. Alle großen Landtechnik-Hersteller wie AGCO, Claas, Case IH, John Deere und Same Deutz-Fahr haben der Einführung von Mitas Premium zugestimmt und verbauen diese bereits seit Jahresanfang. Das bisherige Mitas-Radial-Produktportfolio wird ab 2016 unter dem Markennamen Cultor gefertigt und vertrieben, unserer Zweitmarke.
 
{BILD:635166:jpg}AGRARTECHNIK: Wenn die Erstausrüster bereits seit Jahresbeginn komplett umgestellt sind, wann folgt denn das Ersatzgeschäft?
Olaf Sandeck: Wir gehen davon aus, dass dies im Laufe von 2016 der Fall sein wird. Lassen Sie mich aber noch etwas anmerken, auf was wir bei Mitas besonders stolz sind: Mitas wurde von Claas als  Gesamtsieger „Lieferant des Jahres 2014“ ausgezeichnet für die besondere Entwicklungspartnerschaft, die gute Zusammenarbeit während der letzten Jahre und die aktive Teilnahme bei Projekten in den Bereichen Logistik und Entwicklung. Mitas erhielt die Auszeichnung als einer von 900 Lieferanten von Serienteilen, was für uns eine große Ehre ist. Die Auszeichnung zum Gesamtsieger ist im Übrigen eine Fortsetzung unseres Erfolges mit Lieferantenauszeichnungen von Claas. Im Jahr 2011 wurde Mitas bereits als Lieferant des Jahres für Innovationen (Entwicklung des CHO Reifens) und 2006 für Logistik ausgezeichnet.

AGRARTECHNIK: Was waren so die ersten Projekte, die Sie angepackt haben?
Olaf Sandeck: Was bei den Kunden sofort auffällig wurde, war die eingeleitete Vereinfachung der Konditionenpolitik. In der Vergangenheit hatte jedes Produkt eine unterschiedliche Rabattstaffel. Wir haben hier jetzt eine einheitliche Basis geschaffen.

AGRARTECHNIK: Von den Wettbewerbern wird die stark rückläufige Preisspirale beklagt und auch die Volatilität in Sachen Auftragseingang. Wie sehen Sie dies?
Olaf Sandeck: Dass die Branche seit Monaten mit einem bis dato noch nie dagewesenen Preisverfall zu kämpfen hat, ist einfach Fakt. Wir bei Mitas sind dennoch recht zufrieden mit dem bisherigen Geschäftsverlauf. Wobei natürlich auch uns das mittlerweile extrem kurzfris­tige Geschäft zu schaffen macht. Man kann sich wirklich nur noch von Monat zu Monat hangeln. Uns hilft hier, dass unser Dienstleister die Lagerkapazität deutlich ausgebaut hat und wir damit eine noch schnellere Verfügbarkeit haben.(dd)