Login
Aktuelles

LTU 2015: Erster Tag mit enormer Themenvielfalt

von , am
08.01.2015

Heute morgen wurden die Landtechnischen Unternehmertage 2015 in Würzburg eröffnet. Dieser erste von zwei Kongress-Tagen behandelte ein sehr breites Spektrum von Themen: Der globale Markt für Landtechnik wurde ebenso besprochen, wie das aktuelle Beziehungs-Verhältnis zwischen Fachhandel und Erstausrüster oder die Details der Übergabe von landtechnischen Fachbetrieben.

Die LTU 2015 starteten heute mit einem breit aufgestellten Themenfeld durch. © Messerer
Schon am ersten Tag der Landtechnischen Unternehmertage 2015 wurde den Besuchern unter dem Motto "Generation 2013" ein extrem interessantes Fachprogramm geboten. Die Teilnehmer durften sich über interessante Vorträge von hochkarätigen Referenten und spannende Diskussionsrunden sowie über praxisorientierte und strategische Workshops freuen.
 
Unten stehend fassen wir einige Vorträge des heutigen Tages für Sie zusammen:
 
 
 
Online und Vertrieb 2030 im Kfz-Gewerbe - Wo bleibt der Handel?
 
Antje Woltermann (Geschäftsführerin der Betriebswirtschaftlichen Abteilung beim Zentralverband Kfz-Gewerbe)
 
{BILD:625892:jpg}Wo gibt es Parallelen zwischen Landtechnik und Kfz? Diesem Thema nahm sich Antje Woltermann, Geschäftsführerin der Betriebswirtschaftlichen Abteilung beim Zentralverband des Kfz-Gewerbe an. Die Automobilhersteller stellen viele Anforderungen an die Händler. In den nächsten Jahren wird es zahlreiche weitere Modelle und auch Anbieter geben. Dazu werden Informationen zunehmend ins Internet verlagert, was sogar bis zum direkten Verkauf führen kann. Damit werden Verdienstmöglichkeiten der Händler beschnitten, so dass sich diese neue Verdienstfelder erschließen müssen. Anschließend wurden die Schnittstellen zur Landtechnik heute und morgen diskutiert.
 
 
 
Aktuelle Rechtsfragen zum Onlinevertrieb
 
Klaus Schmitz (Justiziar des Zentralverbandes des deutschen Handwerks)
 
{BILD:625893:jpg}Viele Landtechnikhändler bieten einen eigenen Onlineshop an. Auf welche rechtlichen Aspekte man dabei achten muss, schnitt Klaus Schmitz an. Vor allem die direkten Wettbewerber betrachten die Onlineshops genau und zeigen Verstöße gegen das Wettbewerbsrecht umgehend an. "Ein Internetauftritt muss sich an Vorgaben wie die Impressumspflicht genauso halten wie an Marken- und Bildrechte", erklärte Klaus Schmitz. Daneben gibt es noch viele andere Bereiche, über die es zum Teil noch unzureichendes Wissen gibt. Ein Beispiel dafür sind die gesetzlichen Vorschriften zu Produktbeschreibungen oder der Textilkennzeichnung.
 
 
 
Strategie 2030 eines Landmaschinenherstellers
 
Lodovico Bussolati (CEO der Same Deutz-Fahr Gruppe)
 
Wie sich ein international tätiger Landmaschinenhersteller für die Zukunft aufstellt, zeigte Lodovico Bussolati auf. Derzeit erwirtschaftet die Gruppe rund 1,2 Milliarden Euro pro Jahr. Hierbei ist die Marke Deutz-Fahr die Wichtigste. Deutschland ist nach wie vor der wichtigste Einzelmarkt. Allerdings sieht die Strategie auch eine verstärkte Präsenz auf den Weltmärkten vor. Die Weichen dahin wurden mit einem Werk in Indien bereits gestellt. Als weitere Maßnahmen für die Zukunft steht zum Beispiel die Unterstützung der Vertriebspartner und die weitere Entwicklung der Kernkompetenzen an. Einen Einblick in die Fertigung im neuen Werk in Lauingen gab Bussolati ebenfalls.
 
 
 
Ein indischer Traktorhersteller in Familienbesitz will international aktiv werden
 
Rajiv Wahi (CEO – International Projects – International Tractors Ltd., Sonalika Group)
 
Rajiv Wahi stellte sein Unternehmen vor. 2014 fertigte das Unternehmen rund 90 000 Traktoren. Jeden Tag verlassen 300 Traktoren die Montagebänder. Neben Traktoren fertigt Sonalika auch Pflüge, Scheibeneggen, Fräsen und Mähdrescher. Für den Export werden Modelle mit Leistungen bis 90 PS gefertigt, Typen mit 120 und 140 PS stehen kurz vor der Vollendung. Das indische Unternehmen ist mittlerweile in 74 Ländern aktiv und erzielte 2014 einen Umsatz von rund einer Milliarde US-Dollar. Auch in Europa ist Sonalika bereits in Frankreich, Irland, Spanien, Polen und weiteren Ländern erfolgreich. 2015 erklärt Rajiv Wahi zum Jahr des deutschen Marktes. Dafür sucht er Vertriebspartner für eine langfristige Zusammenarbeit.
 
 
 
Präsentation des Händler-Zufriedenheitsbarometer
 
Ulrich Beckschulte (Geschäftsführer des Bundesverbandes LandBauTechnik)
 
{BILD:625894:jpg}Seit acht Jahren führt der europäische Verband der Landtechnik Handels- und Servicebetriebe CLIMMAR Umfragen zum Händlerzufriedenheitsbarometer durch. In diesem Jahr nahmen 1252 A-Traktorenhändler in acht Ländern teil. Ulrich Beckschulte stellte die Ergebnisse vor. In den meisten Bereichen ist die Zufriedenheit etwas angestiegen. Verbesserungsbedarf sehen die Händler bei der Unterstützung im Gebrauchtmaschinenverkauf, beim Erstattungsniveau für Garantiearbeiten und bei der Werbung und Vertriebsunterstützung. Beim Händler-Lieferantenverhältnis gab es einzelne eklatante Verschlechterungen ebenso wie beim Thema Respekt vor der Eigenständigkeit des Händlers. Den Herstellern überreichte Ulrich Beckschulte anschließend die vollständigen Auswertungen. Händler können diese auf den Seiten des Bundesverbandes einsehen.
 
 
 
Die Betriebsnachfolge aus Kundensicht – was wird erwartet?
 
Stefan Teepker (Vorstand der Jungen DLG)
 
Stefan Teepker war erst 15 Jahre alt, als sein Vater starb und er für die elterliche Landwirtschaft die Verantwortung übernehmen musste. Er baute den Betrieb schrittweise und durch verschiedene Kooperationen enorm aus. Heute hält das Unternehmen 1 000 Sauen, 3 700 Mastschweine, 440 000 Hähnchen und bewirtschaftet über 300 Hektar. Grundsätzlich war und ist es sein Ziel, die Kapazitäten des Betriebs alle fünf Jahre zu verdoppeln. Um diesen Trend aufrecht zu halten verlangt er vom Fachhandel vor allem eine stete Verfügbarkeit. Vor allem an langen Arbeitstagen ist eine permanente Bereitschaft der Partner im Vor- und Nachgelagerten Bereich von großer Bedeutung. Technisch verlangt Stefan Teepker einfache Bedienungen und eine kurze und präzise Übertragung wichtiger Informationen. Eine neue Maschine muss einen konkreten Mehrwert bieten. Grundsätzlich sei wichtig, dass der Fachhandel die Problemstellungen und Aufgaben des Landwirts begreift.
 
 
 
Talkrunde mit Best Practice-Beispielen aus der Betriebsnachfolge
 
Julia Schlieper und Ricarda Schlieper (Geschäftsführerinnen Schlieper für Landmaschinen GmbH), sowie Fabian Reise und Sebastian Reise (Reise Landtechnik)
 
{BILD:625895:jpg}Tipps für eine erfolgreiche Betriebsübergabe an die nächste Generation kamen bei dieser Gesprächsrunde aus Betrieben Reise Landtechnik und Schlieper für Landtechnik. Wichtig sei unter anderem ein frühzeitiges Vorbereiten der Übergabe. Es mache Sinn, sich dabei von einer externen Stelle beraten zu lassen. Konflikte lassen sich so einfacher lösen. Für die ältere Generation sei es oft schwierig, das Unternehmen und damit die Führung nach den vielen erfolgreichen Jahren loszulassen.
Beim Unternehmen Schlieper entschied man sich deshalb für einen "kalten Entzug". Die früheren Betriebsführer erhielten nämlich, in gemeinsamer Absprache, erst mal drei Monate "Betriebsverbot". So konnten sich die nächste Generation erst mal beweisen, einarbeiten und einen eigenen Führungsstil aufbauen.
Bei der Reise Landtechnik entschied man sich über eine schrittweise Übergabe über einen Zeitraum von zehn Jahren. In dieser Zeit gibt der Vater immer mehr Aufgaben und Verantwortung ab.
 
 
 
Rechtliche und steuerliche Stolperfallen bei der Betriebsübernahme vermeiden
 
Adolf Scheuer (Steuerberater) und Dr. Stefan Zipse (Rechtsanwalt Partner, Friedrich Graf von Westphalen & Partner)
 
Schätzungen zu Folge werden zwischen den Jahren 2014 und 2018 zirka 135 000 Familienunternehmen übergeben. Dabei wird sehr häufig familien- und unternehmensintern übergeben. Vor einer Betriebsübernahme ist es aber sehr wichtig, dass alle rechtlichen und steuerlichen Aspekte frühzeitig abgeklärt werden. Eine ganze Reihe von Gesichtspunkten, an die oftmals nur selten gedacht wird, geraten hier häufig in Vergessenheit.
Dabei gibt es drei Grundformen einer Betriebsübernahme: Die Veräußerung, die Schenkung und die Betriebsverpachtung. Für alle diese Möglichkeiten sind unterschiedliche Details zu beachten.
 
 
 
Händlerstrategiefindung 2020
 
Mark Sethe (3e Unternehmensberatung) und Arnold Kemkemer (Inhaber SIQRON agrar)
 
Für langfristiges Wirtschaften eines Unternehmens ist es wichtig, eine Strategie zu haben. Zuverlässige, schnelle Betreuung der Kunden und Lieferung ausgezeichneter Produkte müssen gegeben sein. In den letzten Jahren herrschten positive Rahmenbedingungen. In den nächsten zehn bis 15 Jahren wird sich der Landmaschinenhandel jedoch größeren Veränderungen unterziehen müssen. Die Anzahl der Betriebe wird sich verringern. Um für die Zukunft gerüstet zu sein, bieten Kemkemer und Sether das Strategieprogramm "Mein Unternehmen 2020" an. Hierfür ermöglichen sie Betreuung, Begleitung und Workshops. Das Programm wird beim Bundesverband LandBauTechnik e.V. erhältlich sein.
 
 
 
Polen im Umbruch: Mein Zuhause, meine Chance
Vorstellung der Landtechnikbranche in Polen
 
Sebastian Lehmann (Inhaber Lehmann agrotechnika SP. Zo o.)
 
Der 39-jährige Sebastian Lehmann gründete 1999 in Polen die Firma Lehmann agrotechnika. Heute beschäftigt das Unternehmen 110 Mitarbeiter. Das Vertriebsgebiet liegt im westlichen Polen. Das Unternehmen vertreibt die Marken Claas, Horsch, Maschio und Annaburger. Darüber hinaus berichtete er über die landwirtschaftliche Entwicklung Polens. In den Jahren 1945 bis 1989 wurden die Landmaschinen staatlich produziert für den lokalen Markt und die "Ostblockmärkte". Der EU-Beitritt hat dann 2004 neue Chancen für Polen eröffnet.
 
 
 
 
{BILD:625896:jpg}Morgen wird den Teilnehmern ein noch breiteres Spektrum an Themen angeboten werden. Diese kann man sich - durch ein umfangreiches Workshop-Programm - nach eigenem Interesse selbst zusammenstellen.
Am Abend findet dann der Gala-Abend der LTU mit der Verleihung des AGRARTECHNIK Service Award 2015 statt. Bis zuletzt wird die Spannung der Gewinner gehalten, denn wer sich den Titel "Bundessieger 2015" verdient hat, ist bislang ein gut gehütetes Geheimnis. Zudem erwartet die Teilnehmer morgen ein abwechslungsreiches Unterhaltungsprogramm, mit einem auf das Partnerland abgestimmtes Gala-Dinner, Live-Musik und internationalen Varieté-Künstlern von absoluter Weltklasse.
Auch interessant