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LTU 2015: Zweiter Tag mit Branchenhighlight

von , am
10.01.2015

Der zweite Tage der Landtechnischen Unternehmertage 2015 war geprägt – neben weiteren Fachvorträgen – von einem umfangreichen Workshop-Programm und dem Gala-Abend der LTU mit der Verleihung des AGRARTECHNIK Service Award 2015.

Der zweite Tag der LTU 2015 beinhaltete zunächst weitere Fachvorträge. © Messerer
Der Anfang des Landtechnikjahres ist inzwischen ja schon traditionell geprägt von den Landtechnischen Unternehmertagen. Heute – am zweiten Tag der Veranstaltung – durften sich die Teilnehmer erneut über ein breites Fachprogramm freuen. Der Einstieg in den heutigen zweiten Tag des Kongresses mit von einer hochkarätigen Person besetzt: Nämlich dem bayerischen Landwirtschaftsminister Helmut Brunner. Er begrüßte alle Kongressteilnehmer mit einem herzlichen „Grüß Gott“. Von Ministerpräsident Horst Seehofer hatte er in seiner Begrüßungsrede freundliche Grüße ausrichten lassen. Dann betonte er, dass sowohl der Handel, als auch die Landwirte in einem Boot säßen und einer vom anderen lebe. Wenn die Preise für Agrarprodukte im Keller sind, so seien auch die Landwirte beim Kauf neuer landtechnischer Produkte zurückhaltend. Andererseits sorge die Landtechnik für die Versorgung und Bereitstellung innovativer, leistungsfähiger Produkte. Um für die Zukunft gerüstet zu sein, müssen wissenschaftliche Erkenntnisse auf die Praxis übertragen werden.
 
Danach ging es auch gleich los mit den Vorträgen. Diese haben wir Ihnen in Kürze zusammengefasst:
 
 
 
 
Motorentechnik bis 2030: Wir werden noch sehr lange sehr gut mit Verbrennungsmotoren leben können beziehungsweise müssen.
 
Dr. Dirk Bergmann, Geschäftsführer der FPT Motorforschung
 
{BILD:625944:jpg}Dr. Dirk Bergmann, Geschäftsführer der zirca 230 Mitarbeiter zählenden FPT Motorenforschung, stellte zunächst das Produktportfolio seines Unternehmens vor, welches Motoren für Land- und Baumaschinen, Nutzfahrzeuge und andere Bereiche umfasst. Das Leistungssegment reiche dabei bis rund 900 PS. Er erläutere die Abgasstufen der Motoren. Dabei nannte er das Stichwort „Partikel-Anzahl-Grenzwert“, welcher nun auch in der Landtechnik Einzug halte. Für die Zukunft stehe die Weiterentwicklung der Abgasnachbehandlungs-Technologie im Fokus. Dr. Dirk Bergmann gab hierbei einen Ausblick auf künftige Umweltvorschriften, die sehr stark von den Gesetzgebern beeinflusst werden. Am Ende erwähnte er den Thermischen Wirkungsgrad von Hubkolbenmaschinen und gab für die Zukunft bis zum Jahr 2020 einen Wert von 55 Prozent an, der als Vision weiter angestrebt werde.
 
 
 
Nachwuchswerbung ist Chefsache – Darstellung und Best Practice aus Händlerperspektive
 
 Jörg Migende, Stellvertretender Leiter Sparte Technik / Leiter Spartenentwicklung BayWa
 
{BILD:625945:jpg}Mit einem provokanten Filmclip als Einstieg war Jörg Migende mitten im Thema: die Fachkräfte werden knapp. Bis 2020 sinkt die Zahl der potenziellen Auszubildenden um 25 Prozent. Deshalb ist es wichtig sich heute schon Gedanken über den Nachwuchs zu machen. Wie intensiv dieses Thema bei der BayWa, einem Handelsunternehmen mit 16 800 Mitarbeitern angegangen wird, zeigte er an verschiedenen Beispielen auf. Schließlich ist Mitarbeiterfindung und -führung Chefsache.
In der anschließenden Talkrunde berichteten junge Landmaschinenmechaniker wie ihr Einstieg war, wo sie ihre Motivation sehen und wo es noch Verbesserungspotenzial gibt.
 
 
 
Landwirtschaft 2030 – Zukunftstrends aus der Landtechnik
 
Ulrich Wagner, Geschäftsführer Wimex Agrarprodukte Import und Export GmbH
 
Seit 20 Jahren beschäftigt sich Ulrich Wagner, Kaufmännischer Geschäftsführer der Wimex, mit der Technik und der Anwendung von Precision Farming. 1992 ist er in den Aufbau eines großen landwirtschaftlichen Betriebes eingestiegen. Dort wollte er Technik einsetzen, die ihm den Überblick über die verschiedenen Schläge erleichtert. Aber selbst heute scheitern Versuche, alle Daten zusammenzuführen und Maschinen untereinander kommunizieren zu lassen an mangelnder Kompatibilität. Big Data stelle hohe Anforderungen an Landtechnikhersteller und –händler, so Ulrich Wagner. Er forderte eine bessere Kompatibilität und eine tiefgreifende Vernetzung mit dem Anwender. Die Offenheit aussagekräftiger Maschinendaten sei unabdingbar.
 
 
 
Podiumsdiskussion: Zukunftstrends und deren Auswirkungen – Visionen und Megatrends
 
Hans-Philipp Ayrle (Geschäftsführer Hans Ayrle Landtechnik), Peter Fröhlich (CEO Agri Circle), Philipp Horsch (Geschäftsführer Horsch)
 
{BILD:625947:jpg}Im Rahmen einer Podiumsdiskussion beschäftigten sich Hans-Philipp Ayrle (Geschäftsführer der Hans Ayrle Landtechnik), Peter Fröhlich (CEO Agri Circle) und Philipp Horsch (Geschäftsführer von Horsch) mit den Trends und Visionen im Bereich Precission beziehungsweise Prescription Farming. Die im Vortrag zuvor formulierte Forderung nach einheitlichen, hersteller-unabhängigen Systemen und Standards wurde von den Teilnehmern aufgegriffen und deren Wichtigkeit betont. Im weiteren Verlauf erklärte Philipp Horsch, dass sich in Nordamerika bereits 50 Prozent der Landwirte mit Prescription Farming beschäftigen, während es in Europa laut seiner Einschätzung nur fünf Prozent sind. Peter Fröhlich sieht die vergleichsweise kleine Flächenstruktur, die große Hersteller- und Markenvielfalt und die begrenzte Verfügbarkeit von Daten als wesentliche Gründe für die geringe Nutzung von Prescription Farming in Europa. Um der großen Bedeutung von Daten gerecht zu werden, wird sich nach seiner Einschätzung ein neuer Industriezweig bilden. Intensive Aus- und Fortbildung ist nach Ansicht von Hans-Philipp Ayrle für den Handel entscheidend, um eine hochwertige Beratung im Bereich Precission Farming liefern zu können und die Technik zu warten. Das Datenmanagement sieht er bei Drittfirmen und nicht bei Herstellern und Händlern. Kontrovers diskutiert wurde außerdem das große Engagement von Monsanto in diesem Bereich. Zum einen werden durch die Kombination vieler Teilbereiche einheitliche Standards geschaffen, zum anderen wird eine eventuelle Monopolstellung skeptisch gesehen.
 
 
 
 
Workshops für die individuelle Weiterbildung
 
{BILD:625948:jpg}Danach ging es in das Workshop Spezial. Hier konnten sich die Teilnehmer nochmal zu speziellen Themen für die Fachkräfte aus dem Handel und Service informieren. Die Themen waren heuer unter anderem die Rechtsfragen zum Online-Vertrieb, die steuerlichen Stolperfallen bei einer Betriebsübernahme, eine erfolgreiche Gebrauchtmaschinenvermarktung und die aktive Zukunftsgestaltung im Fachbetrieb. Weiter ging es um ebenfalls essentiellen Themen, wie die Mitarbeitersuche, Details in Transport und Logistik, sowie das Factoring für den Landtechnikhandel.
 
 
 
 
Gala-Abend und AGRARTECHNIK Service Award 2015
 
{BILD:625949:jpg}Krönenden Abschluss bildete dann natürlich der bereits legendäre Gala-Abend der LTU mit der Verleihung des AGRARTECHNIK Service Award 2015. Bis zuletzt wurde die Spannung der Gewinner gehalten. Zudem erwartete die Teilnehmer ein abwechslungsreiches Unterhaltungsprogramm, mit einem auf das Partnerland abgestimmten Gala-Dinner, Live-Musik und internationalen Varieté-Künstlern von absoluter Weltklasse.
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