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Landtechnische Unternehmertage 2019

LTU 2019: Zweiter Tag mit vielen weiteren Highlights

New Holland Feldhäcksler
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Lukas Arnold, Agrartechnik
am
15.01.2019

Mit einem abwechslungsreichen und bunt gemixten Vortrags- und Workshop-Programm war auch der zweite Tag der LTU geprägt. Eine weitere große Herausforderung der Landtechnikbranche ist neben der Digitalisierung zweifelsohne auch die erfolgreiche Personalgewinnung. Außerdem schaute an Tag 2 Hubertus Mühlhäuser, CEO CNH Industrial, auf seine ersten 100 Tage im Amt zurück.

Prof. Dr. Armin Trost

Moderne Personalgewinnung für langfristigen Erfolg

Prof. Dr. Armin Trost von der Business School Hochschule Furtwangen hat in seinem spannenden Vortrag einige wichtige Sachverhalte zum Thema Personalrekrutierung geschildert. Dabei ging er auch darauf ein, was bei einer richtig guten Stellenausschreibung wichtig ist, um daraufhin viele geeignete Bewerber zu erhalten. Als wichtigen Baustein nannte Prof. Dr. Trost hierbei die Begründung, warum jemand genau beim akquirierenden Unternehmen anfangen sollte. Dies fehle bei den meisten Anzeigen leider immer noch. Die meisten Stellenanzeigen, so Prof. Dr. Trost weiter, sehen leider alle ziemlich gleich aus und finden folglich wenig Aufmerksamkeit. Eine Stellenausschreibung sollte darüber hinaus nicht überfrachtet wirken und gleichzeitig so authentisch wie möglich sein. Die Anforderungsliste sollte kurz und knapp gehalten werden. Über allem stehe bei der Auswahl der Bewerber die Fähigkeit ein Teamplayer zu sein – denn nur zusammen könne ein Unternehmen stark agieren. Um die Personalgewinnung erfolgreich zu gestalten, seien gut funktionierende Netzwerke das wichtigste. Man sollte als Personal- oder Unternehmenschef zu vielversprechenden Kandidaten Kontakt halten, auch wenn für diese momentan keine geeignete Stelle vorhanden ist. Prof. Dr. Armin Trost nannte als elementar wichtigen Punkt, dass das Potenzial häufig wichtiger sei als deren Kompetenz. Dies soll soviel heißen, als dass man in jedem Bewerber die Fähigkeit und den Willen erkennen soll, sich noch entwickeln zu können.

 

Hubertus Mühlhäuser

CNH will die Unterstützung der Händler forcieren

Seit 100 Tagen ist Hubertus Mühlhäuser CEO des weltweit zweitgrößten Land- und Baumaschinenherstellers CNH. Der Konzern vertreibt seine Land- und Baumaschinen weltweit. Dazu kommen noch kommerzielle Nutzfahrzeuge, industrielle Motoren und Finanzdienstleistungen. Der Konzern machte 2017 einen Umsatz von 27,4 Milliarden US-Dollar, hat zwölf Marken im Portfolio, unterhält 66 Produktionsstätten, 53 Entwicklungszentren und beschäftigt rund 80 000 Mitarbeiter. In den ersten 100 Tagen habe er schon viele Produktionswerke besucht, berichtete Hubertus Mühlhäuser auf den Landtechnischen Unternehmertagen in Würzburg.
Als Megatrends führte er alternative Kraftstoffe, die Digitalisierung und die Automatisierung an. „In Digitalisierung und Automatisierung investieren wir jährlich 500 Millionen US-Dollar“, betonte Mühlhäuser. „Wir begleiten die technischen Innovationen, um die Marktverhältnisse nachhaltig zu verändern.“

Bei den alternativen Kraftstoffen bezeichnete er LNG (Liquid Natural Gas) als Übergangstechnologie der nächsten Jahre, bis die Brennstoffzelle wirklich serienreif ist. CNH wird in LNG-Tankstellen in Deutschland investieren, wichtig für den Güterfernverkehr. Aber auch in der Landwirtschaft werden sich seiner Überzeugung nach Gasmotoren und dann die Brennstoffzelle durchsetzen. Er sieht ein jährliches Wachstum von 100 Prozent beim LNG in den nächsten Jahren.

In Deutschland sind ihm die Marktanteile der CNH-Marken zu niedrig. CNH will die Unterstützung der Händler forcieren. Das biete Chancen für existierende Händler, sei aber auch eine Herausforderung für leistungsschwache Händler. Mühlhäuser will die Marken im Bereich Landtechnik stärker differenzieren. Nicht alle Technologien müssten in alle Marken gehen. Großes Potenzial sieht er bei der Marke Steyr, die er als Technologieführer positionieren will.

 

Workshop LTU

Workshops sehr gut angenommen

Die thematisch vielfältigen Workshops, die traditionell im Anschluss an das Vortrags-Programm stattfinden, stoßen stets auf großes Interesse bei den Kongressteilnehmern. Die entsprechenden Themen waren auch dieses Mal breit gefächert. Wie ein aktives After Sales-Geschäft funktioniert, eine perfekte Werkstattorganisation, und eine produktive und reibungslose Kommunikation im Werkstattbereich, sind hier nur einige Beispiele.

Ein weiteres Highlight unter den Workshops war der von traser Software-Mitarbeiter Christoph Kumnick, der über die Vorzüge von mobilen Apps unter dem Titel „App-to-date“ referierte. Er erläuterte, dass im Jahr 2017 weltweit 175 Milliarden Apps heruntergeladen wurden und dass im Jahr 2022 voraussichtlich etwa 70 Prozent aller Software-Aktionen auf dem Smartphone durchgeführt werden. Dabei sei die Erfindung „App“ erst zehn Jahre jung. Am Beispiel der Traser Landtechnik-Apps für Lager und Service wurde im Workshop gezeigt, wie schnell die Umsetzung einer Idee gelingen kann und dass die Faktoren Kundenmitgestaltung und Entwicklungsfreude dabei die Kernelemente für den Erfolg seien.

 

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