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Mahle Geschäftszahlen

von , am
04.05.2015

Mahle hat 2014 einen Umsatz von knapp zehn Milliarden Euro erzielt. Das Wachstum um rund 43 Prozent ist vor allem auf den erstmals ganzjährigen Einbezug der Mahle Behr-Gruppe zurückzuführen.

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Umsatz
Im Geschäftsjahr 2014 hat sich der Konzernumsatz um 43,2 Prozent auf 9.942,4 Millionen Euro erhöht. Mit einem Gesamteffekt von nahezu
drei Milliarden Euro haben Veränderungen des Konsolidierungskreises wesentlich zum Anstieg beigetragen, insbesondere der erstmalig ganzjährige Einbezug der Umsätze der Mahle Behr-Gruppe. Des Weiteren wirkte sich die Vollkonsolidierung der Letrika-Gruppe ab September 2014 umsatzerhöhend aus. Ein entgegengesetzter Effekt resultierte aus der im Vorjahr vollzogenen Desinvestition der Sinteraktivitäten in der Schweiz. Zudem wirkten sich Wechselkurseinflüsse in Höhe von insgesamt 127,6 Millionen Euro negativ auf den Konzernumsatz aus. Am stärksten schlugen die Abwertung des brasilianischen Reals, des argentinischen Pesos und des japanischen Yens zu Buche.
Bereinigt um diese Effekte wurde ein organisches Umsatzwachstum von zwei Prozent erzielt. Das durchschnittliche jährliche Umsatzwachstum (CAGR) in den vergangenen fünf Jahren liegt bei 20,8 Prozent.
 
Ergebnis
Das Bruttoergebnis hat sich um knapp 500 Millionen Euro auf 1.905,7 Millionen Euro verbessert. Damit lag die Bruttomarge bei 19,2 Prozent. Der prozentual leichte Rückgang lässt sich wesentlich auf den erstmalig ganzjährigen Einbezug des Bereichs Thermomanagement und die Erstkonsolidierung von Letrika zurückführen. Abschreibungen auf die im Rahmen der Kaufpreisallokationen für Mahle Behr und die Letrika-Gruppe pflichtgemäß aufgedeckten stillen Reserven führten zu Belastungen in Höhe von insgesamt 95,4 Millionen Euro und dämpften damit sowohl die Bruttoer- gebnis- als auch die EBIT-Marge.
 
Aufgrund weiterer hoher Aufwendungen für neue Technologien zur Kraftstoff- und CO2-Reduktion haben sich die Forschungs- und Entwicklungskosten nochmals erhöht. Der Saldo der sonstigen betrieblichen Erträge und Aufwendungen ist um 55,9 Millionen Euro auf 102,2 Millionen Euro gestiegen. Dies ist neben Sondereffekten insbesondere auf eine erhebliche Verbesserung des operativen Geschäfts zurückzuführen. Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit lag, absolut gesehen, mit 401 Millionen Euro deutlich über dem Vorjahresniveau. Das Finanzergebnis verbesserte sich leicht, obwohl der im Vorjahr für neun Monate enthaltene Ergebnisbeitrag der ehemaligen Behr-Gruppe aufgrund der Vollkonsolidierung entfallen und zudem das Bilanzvolumen deutlich gestiegen ist.
 
Vermögenslage
Die Bilanzsumme des Mahle Konzerns ist im Geschäftsjahr 2014 um 632,6 Millionen Euro auf 6.758,4 Millionen Euro gestiegen. Ursächlich für die Bilanzverlängerung waren insbesondere die Erstkonsolidierung der Letrika-Gruppe, positive Fremdwährungseffekte aus der Umrechnung zu Stichtagskursen sowie hohe Investitionen in Sachanlagen. Trotz des um 10,3 Prozent gestiegenen Bilanzvolumens konnte die Eigenkapitalquote spürbar von 36 Prozent auf 37,8 Prozent verbessert und die Netto-Finanzverschuldung stabil gehalten werden. Ein im April an der Börse Luxemburg etabliertes Medium-Term-Note-Programm versetzt Mahle in die Lage, Anleihen im Freiverkehr zu begeben. Im Mai 2014 folgte die Emission der ersten Anleihe mit einem Volumen von 300 Millionen Euro, einer Laufzeit von sieben Jahren und einem Kupon von 2,5 Prozent. In der Folge wurden weitere 29 Millionen Euro für fünf Jahre als Privatplatzierung emittiert.
 
Investitionen
Die Investitionen in Sachanlagen beliefen sich konzernweit auf ein Rekordniveau von fast einer halben Milliarde Euro. Damit wurde der Vorjahreswert deutlich übertroffen. In Relation zu den Umsatzerlösen ergab sich eine Investitionsquote von fast fünf Prozent. Im Vergleich zu den Abschreibungen resultierte eine Relation von 134,8 Prozent. In den vergangenen Jahren wurden die Investitionen kontinuierlich deutlich gesteigert – von 2009 bis 2014 im Durchschnitt um jährlich 23,2 Prozent. Mahle tätigte zur Stärkung der Präsenz in wichtigen Wachstumsmärkten erhebliche Investitionen in den Aus- und Neubau markt- und kundennaher Produktionsstandorte. Neben den Investitionen in Sachanlagen stellten strategische Akquisitionen weitere Weichen für zukünftiges Wachstum. Hervorzuheben ist der Erwerb der Letrika-Gruppe, durch den Mahle seine Mechatronik- und Elektrikaktivitäten ausbaut. Zudem tätigte der Konzern umfangreiche Investitionen in das Joint Venture Bosch Mahle Turbo Systems und stockte seine Beteiligung an der in Tokio börsennotierten Gesellschaft Kokusan Denki Co., Ltd. um weitere 8,05 Prozent auf 38,87 Prozent auf.
 
Mitarbeiter
Ende 2014 waren im Mahle Konzern 66.234 Mitarbeiter beschäftigt. Im Vorjahresvergleich nahm die Anzahl der Beschäftigungsverhältnisse im Gesamtkonzern um 3,8 Prozent zu. Dieser Anstieg ist zu einem Großteil auf die Übernahme der Letrika-Gruppe zurückzuführen. In den vergangenen fünf Jahren wuchs die Mitarbeiterzahl weltweit kontinuierlich um im Schnitt jährlich knapp neun Prozent. Motivierte und qualifizierte Mitarbeiter sind der Schlüssel zur Sicherung der Zukunftsfähigkeit des Unternehmens. Deshalb investierte Mahle über zehn Millionen Euro in Qualifizierungsmaßnahmen.
 
Ausblick auf das Geschäftsjahr 2015
Für die nahe Zukunft strebt Mahle an, seine Marktstellung unter den weltweit 20 größten Automobilzulieferern zu festigen und auszubauen. Ziel ist es, eine weltweite Top-3-Position in allen Kernproduktsegmenten des Konzerns zu erhalten beziehungsweise zu erreichen. In diesem Zusammenhang hat Mahle im Februar 2015 mit dem US- Autozulieferer Delphi Automotive PLC einen Vertrag zur Übernahme der Thermomanagement-Sparte geschlossen. Diese umfasst ein Umsatzvolumen von rund 1,2 Milliarden US-Dollar und verfügt über rund 7.600 Mitarbeiter an 13 Standorten weltweit. Die Akquisition dient dem konsequenten Ausbau des wichtigen Wachstumsbereichs Thermomanagement, welcher bei allen potenziellen zukünftigen Antriebsalternativen eine zunehmend bedeutende Rolle spielt. Nach Freigabe durch die zuständigen Kartellbehörden wird mit einem Closing im Sommer 2015 gerechnet. In einem weiteren Schritt wird der Erwerb des Joint Ventures von Delphi Thermal in China angestrebt.
 
Zudem soll die gezielte Ergänzung des Produktportfolios weiterhin vorangetrieben werden. Mit der Akquisition der slowenischen Letrika-Gruppe hat Mahle 2014 einen wichtigen Schritt zur strategischen Erweiterung der Mechatronik- und Elektrikaktivitäten realisiert. Durch einen Ausbau der globalen Entwicklungs- und Produktionsaktivitäten plant Mahle, in diesem Bereich mittelfristig einen Umsatz von über 500 Millionen Euro zu erwirtschaften.
 
Im ersten Quartal des Jahres 2015 konnte Mahle beim Umsatz erneut deutlich zulegen. Die Umsatzerlöse wurden im Vorjahresvergleich um insgesamt 320 Millionen Euro gesteigert; dies entspricht einem Umsatzwachstum von über 13 Prozent. Positiv unterstützte im ersten Quartal die Währungskursentwicklung, insbesondere des US-Dollars, das organische Wachstum.
 
Für das Jahr 2015 geht der Mahle Konzern von einem Anstieg der Umsatzerlöse auf eine Bandbreite zwischen 10,5 und 11,5 Milliarden Euro aus. Dies steht unter dem Vorbehalt der Wechselkursentwicklungen und basiert auf einer vorsichtig optimistischen Erwartungshaltung bezüglich der Entwicklung der weltweiten Automobilmärkte. Die große Umsatzbandbreite ist auch auf das zurzeit noch nicht zu präzisierende Datum der Erstkonsolidierung der Delphi-Thermal-Aktivitäten zurückzuführen.
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