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"Durch das ständige Lernen wächst man in der Rolle als Unternehmer hinein."

Nachgefragt...

am Freitag, 11.10.2019 - 10:33

Paul Rampelmann gründete 1967 gemeinsam mit Karl Spliethoff das Landtechnik-Unternehmen Rampelmann & Spliethoff in Beelen (Nordrhein-Westfalen). Von 1997 bis 2012 war Paul Rampelmann Innungsobermeister der Fachinnung für Land- und Baumaschinentechnik Warendorf.

Paul Rampelmann, Seniorchef von Rampelmann & Spliethoff

Herr Rampelmann, obwohl Sie offiziell schon in Rente sind, sind Sie trotzdem noch jeden Tag im Betrieb. Wie genau sieht Ihr Tag aus? Und was motiviert Sie, weiterzuarbeiten, anstatt das Rentnerdasein in Ruhe zu genießen?
Der morgendliche Rundgang im Betrieb  Beelen ist obligatorisch. Bei den Gesprächen mit unseren Auszubildenden  informiere ich mich über den Bildungsstand und Unterrichtsinhalt der Berufsschule.Für sehr wichtig halte ich auch die Begegnung und Zeit für eine Kommunikation mit unseren Mittarbeitern und Kunden.  

Was war Ihr schönstes Erlebnis in Ihrem beruflichen Leben?
Im Jahr 1987 hat unser Betrieb zwei Altäre für den Papstbesuch am Dom und am Schloss in Münster hergestellt und aufgebaut.
2017 durfte ich das 50-jährige Betriebsjubiläum mit unseren Familien, Mitarbeitern und 600 Gäste erleben und feiern.

Hätte Sie auch ein anderer Beruf interessiert oder wollten Sie schon immer Landmaschinenmechaniker werden?
Nein, entgegen dem Elternwunsch wollte  ich als Zehnjähriger Landmaschinenmechaniker werden und selber eine eigene Werkstatt haben.

Sie waren 15 Jahre lang Innungsobermeister. Was bewog Sie dazu, sich ehrenamtlich zu engagieren?
Im Jahr 1997 lag eine turnusmäßige Obermeisterwahl an. In der Innungsversammlung wurde ich mehrheitlich gewählt. Zuvor war ich im Gesellenprüfungs-Ausschuss tätig. Gemeinsam mit unseren Vorstandskollegen wurden die Abläufe der Gesellenprüfung optimiert.  

An welche Entwicklungen und Tätigkeiten aus dieser Zeit als Innungsobermeister denken Sie gerne zurück?
In dieser Zeit war die Übergangsregelung der Landmaschinenmechaniker. Hiernach wurde die Gesellenprüfung umgestellt zum Landmaschinen-Mechatroniker. Dieses bedeutete die Umstellung der gesamten praktischen Prüfung.

Sie haben das Unternehmen Rampelmann & Spliethoff 1967 als reines Landmaschinen-Unternehmen mitgegründet. Seitdem sind die Geschäftszweige Motorgeräte, Stahlbau und Maschinenbau dazugekommen. Bei Geräten für den Reitsport hat sich Rampelmann & Spliethoff einen Namen gemacht. Wie muss sich ein Unternehmen aufstellen, um fit für die Zukunft zu sein?
Da gibt es nicht nur die eine Person Paul Rampelmann. Durch das ständige Lernen wächst man in der Rolle als Unternehmer hinein. Teamarbeit ist der Grundpfeiler einer Selbständigkeit. Wenn ich schon die Gabe habe, Kundenwünsche und Ideen mit meinen Mittarbeitern zu entwickeln, verwirklichen und herzustellen und diese dann in den Verkehr bringe, werde ich diese Gabe nutzen. Zum Erfolg gehört es, eine klare Zielvorstellung zu haben und den Mut, Ideen zu verwirklichen. Da muss man manchmal einfach sagen: Jetzt machen wir das.

Interview: Nathalie Zapf

In der Rubrik "Nachgefragt..." gibt es jeden Monat ein Interview mit einer Persönlichkeit aus dem Bereich Landtechnik. Weitere interessante Interviews finden Sie in der aktuellen Ausgabe der AGRARTECHNIK. Hier geht es zum kostenfreien Probeheft