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Neue Prüfstände für Testzentrum von Claas

von , am
26.02.2015

Zwei neue Prüfstände mit einem Investitionsvolumen von 6,5 Mio Euro machen das Claas Prüf- und Validierungszentrum in Trangé, Frankreich, zu einem der modernsten und leistungsfähigsten in der Landtechnikindustrie Europas.

© Werkbild
Bei den neuen Prüfständen handelt es sich um einen Antriebs-Prüfstand zur Leistungsprüfung und -optimierung des kompletten Antriebssystems von Motor, Getriebe und Hydraulik bis hin zur Software und einen Viersegment-Prüfstand zur Prüfung und Verbesserung von Haltbarkeit, Zuverlässigkeit, Komfort und Aufbau von Maschinen. Dank der neuen Prüfstände sollen jetzt Leistungs- und Zuverlässigkeitstests an kompletten Fahrzeugen sowie Fahrzeugteilen mit hoher Präzision und Wiederholbarkeit durchgeführt werden können. Die rund um die Uhr und an sieben Tagen der Woche funktionsfähigen Prüfstände tragen außerdem dazu bei, den Zeitbedarf für Härtetests und somit die Produktentwicklungskosten zu senken. Feldtests sind natürlich weiterhin unverzichtbar. Am neuen Antriebs-Prüfstand können an den Claas Traktoren vom Axos bis zum Xerion Belastungstests mit einer Gesamtleistung von 2 500 kW (500 kW pro Rad und einer Zapfwelle) durchgeführt werden. Die Technik erlaubt zudem die Reproduktion unterschiedlichster Einsatzzyklen aus der landwirtschaftlichen Praxis weltweit. Frédéric Cavoleau, Leiter des Prüf- und Validierungszentrums, erläutert, wie das funktioniert: "Wir führen bei unseren Kunden Feldversuche durch: Drehmoment, Geschwindigkeit, Temperatur, hydraulische Leistung. Zwischen 20 und 100 Werte werden aufgezeichnet. Ausgehend von diesen Daten können wir diese Einsatzbedingungen an unserem neuen Antriebs-Prüfstand so oft wir wollen an ein und demselben Traktor reproduzieren. Wir können französische, ukrainische, nordamerikanische, australische, et cetera. Zyklen aufzeichnen und so von Trangé aus die ganze Welt abdecken."
 
Der neue Viersegment-Prüfstand mit vier Hydraulikzylindern mit jeweils 25 Tonnen Hubkraft, einer maximalen Frequenz von 25 Hertz und einer maximalen Höhendifferenz von 40 Zentimetern sei extrem leistungsstark und zudem vielseitig, denn neben den Claas Traktoren vom Axos bis zum Xerion können ebenso Claas Mähdrescher, Feldhäcksler und Pressen getestet werden. An diesem Prüfstand werden die Maschinen unter starken Schwingungen einem kompletten Härtetest unterzogen - beispielsweise zur Optimierung des Fahrgestells sowie der Federungen. Dank der neuen Prüftechnik können jetzt Fahrzeuge, deren Motor und Getriebe noch nicht funktionsfähig sind, bereits unter Vibration getestet werden. "Innerhalb von vier Wochen simulieren wir zehn Jahre Traktorleben", erklärt Frédéric Cavoleau. Für die komplette Einstellung der Vorderachse können mehr als 20 unterschiedliche Federungseinstellungen in weniger als zwei Tagen getestet werden. Damit können einige der aufwendigen Feldtests entfallen.
 
Insgesamt können bei Claas mehr als 40 000 Stunden Feldtests innerhalb eines Projekts erreicht werden, mit bis zu 7 000 Stunden für einen einzigen Prototyp. Beide Prüfstände sind in einem neuen, zwölf Meter hohen Gebäude installiert worden und stehen jeweils auf einer erdbebensicheren Platte, um Stößen und Schwingungen standzuhalten. Für den Bau der Platten wurden 950 Tonen Beton und 60 Tonnen Stahl benötigt. Der Viersegment-Prüfstand liegt zusätzlich auf Luftkissen. Unter Spitzenlast sind bis zu 2,9 Megawatt erforderlich um die Anlage zu betreiben. Das entspricht in etwa dem Energiebedarf einer kleinen Ortschaft mit 1 000 Einwohnern. Der Antriebs-Prüfstand dient während des Betriebes zugleich als Stromerzeuger. Diese Energie wird vor Ort direkt wiederverwendet. Das Claas Prüf- und Validierungszentrum wurde 2012 als Teil des strategischen internationalen Entwicklungsplans für den Claas Traktor am Standort Trangé, unweit der Traktorenfabrik in Le Mans neu errichtet. Es stützt sich heute auf ein 60-köpfiges Team, das an bis zu sechs Projekten parallel arbeitet. Im Prüfbereich dieses Zentrums können bis zu 100 Traktoren gleichzeitig geprüft werden.
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