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Pflanzenbau

Permanente Fahrspuren: 5 Fakten zu Controlled Traffic Farming

Controlled Traffic Farming auf dem Betrieb Agrovation
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Julia Eder, agrarheute
am
02.01.2017

Für die einen ist es eine Philosophie, für andere ein Weg zu weniger Bodenverdichtung und Mehrerträgen: Controlled Traffic Farming. Die wichtigsten Antworten zum Pflanzenbau mit permanenten Fahrspuren.

Was ist Controlled Traffic Farming?

Controlled Traffic Farming (CTF) bedeutet, permanente, über Jahre beibehaltene Fahrgassen für alle Arbeitsgänge im Ackerbau und Pflanzenbau zu benutzen. Das Gegenteil ist Random Traffic, also die zufällige Überfahrt über die Flächen. Bei CTF werden die Flächen in einen Fahr- und einen Wachstumsraum getrennt. Der Hintergrund: Die Bodenverdichtungen beschränken sich auf wenige Spuren, der Wachstumsraum wird geschont.

Warum setzen Landwirte auf Controlled Traffic Farming?

Immer größere Maschinen und Achslasten erhöhen den Bodendruck. Er beträgt bei Traktoren und Feldhäckslern rund 70 bis 100 kPa wirkt, bei Mähdreschern, Transportmaschinen, Rübenerntern und Kartoffelrodern zum Teil das Doppelte. Je mehr Fläche verdichtet ist, desto weniger Wasser kann eindringen und gespeichert werden. Das erhöht das Erosionsrisiko und die Anfälligkeit für Trockenperioden. Ein verdichteter Boden kann außerdem weniger Luft führen. Das alles schadet dem Pflanzenwachstum. Zudem steigt der Aufwand für die Bodenbearbeitung.

Wo wird Controlled Traffic Farming betrieben?

Auf den riesigen Schlägen Australiens ist CTF schon seit den 1990er-Jahren verbreitet, aber auch in Europa wird das Verfahren beliebter. In Holland betreiben rund 40 Betriebe Gemüseanbau auf Flächen mit permanenten Spuren. In Großbritannien wird CTF auf rund 15.000 ha eingesetzt, meist in Kombination mit Direktsaat. Dänische Landwirte bewirtschaften eine ähnlich große Fläche mit CTF, auf der vor allem verdichtungsempfindliches Kleegras und Luzerne wächst. Im Gegensatz zur Kunstwiese hat CTF auf Dauergrünland den Vorteil, dass Saat und Bodenbearbeitung entfallen und sich die Arbeitsbreiten leichter abstimmen lassen.

Bringt Controlled Traffic Farming wirklich etwas?

Eine pauschale Antwort ist nicht möglich, da vieles von den individuellen Begebenheiten des jeweiligen Feldes abhängt und der Umsetzung von CTF abhängt. Es gibt verschiedene Studien zur Wirkung von CTF.

  • Unter mitteleuropäischen Ackerbedingungen soll mit CTF ein rund fünf bis acht Prozent höherer Ertrag erzielt werden, im Gemüsebau und Grünland bis zehn Prozent.
  • Im holländischen Gemüsebau wurde festgestellt, dass mit CTF 15 bis 50 Prozent Energie für die Bodenbearbeitung gespart werden und im Frühjahr dreimal so viele Feldarbeitstage zur Verfügung stehen.
  • Die Schweizer Forschungsanstalt Agroscope gibt außerdem an, dass CTF das Infiltrationsvermögen, die Wasserspeicherung und die Luftführung im Boden verbessert und dieser so bei klimatischen Extremen stabilere Erträge liefern kann.

Hat Controlled Traffic Farming auch Nachteile?

Eine der größten Herausforderungen ist die Abstimmung alles Arbeitsbreiten und Spurweiten aufeinander. Besonders schwierig ist das, wenn man mit Lohnunternehmern oder Maschinengemeinschaften zusammenarbeitet. Und auch wenn alle Reifen, Spuren und Arbeitsbreiten zueinander passen, muss man sich meist am Vorgewende entscheiden, ob man überlappen lässt oder nicht bearbeitet. Innerhalb der Fahrspuren, die nicht bearbeitet werden, können Beikräuter wachsen. Außerdem kann das permanente befahren der Spuren zur Rillenbildung führen, was wiederum die Saattiefe verändert.

Controlled Traffic Farming: Beispiele in Theorie und Praxis

Maschinen bei der Stoppelbearbeitung
Reifenspur im Stoppelfeld
Grafik zu Controlled Traffic Farming
Gemüsebau in Holland
Case IH Mähdrescher beim Abtanken
Überladewagen mit Raupen
12 Meter breiter Mähbalken
Mähdrescher beim Abtanken
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